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4. Weltforum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit

Auf dem Weg zu einer neuen globalen Entwicklungspartnerschaft

Eigenverantwortung, Harmonisierung, Transparenz, Ergebnisorientierung und gegenseitige Rechenschaftspflicht: Das waren die zentralen Themen des 4. Weltforums zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit, das vom 29. November bis 1. Dezember 2011 in Busan (Südkorea) stattfand und hochrangige Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft zusammenbrachte. Die Schweizer Delegation wurde von DEZA-Direktor Martin Dahinden geleitet. Nach einer dreitägigen Diskussionen verabschiedeten die Teilnehmerstaaten ein Übereinkommen, das den Weg zu einer neuen globalen Entwicklungspartnerschaft eröffnet.

Logo High Level Meeting on Aid EffectivenessWirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit: begrenzte Fortschritte
Die internationale Gemeinschaft hat sich auch nach der Pariser Erklärung von 2005 und dem Aktionsprogramm von Accra von 2008 weiter für eine wirksamere Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt. Sie hat anerkannt, dass die Eigenverantwortung der Empfängerstaaten weiter gefördert werden muss. Diese Eigenverantwortung geht mit der Einführung von Instrumenten zur Gewährleistung von Transparenz und Wirkungsorientierung einher. Ausserdem haben sich die Unterzeichnerstaaten der Pariser Erklärung verpflichtet, ihre Praktiken aufeinander abzustimmen. Sie sind der Überzeugung, dass dies eine wichtige Voraussetzung zur Erhöhung der Wirksamkeit darstellt.

Trotz dieser Verpflichtungen liegen die Ergebnisse unter den Erwartungen. Am Forum in Busan sollte deshalb über die Hindernisse für eine grössere Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit und die Mittel zu deren Überwindung diskutiert werden. Zudem ging es an diesem Forum um die Anerkennung der Vielfalt der Entwicklungsakteure und der Kooperationsmodelle und  formen.

Einbindung der neuen Akteure zur Erhöhung der Wirksamkeit
Seit einigen Jahren treten in der Entwicklungszusammenarbeit neue Akteure auf, die nicht in den Prozess der Pariser Erklärung eingebunden sind. Einerseits unterstützen private – zum Teil gewichtige – Akteure die Anstrengungen der Regierungen. Das bekannteste Beispiel ist die Bill & Melinda Gates Foundation. Anderseits verfügen neu auch Schwellenländer wie Brasilien oder China über bedeutende Kooperationsprogramme.

Die Erklärung von Busan: ein Wendepunkt
Zum Abschluss der dreitägigen Debatte einigte sich die internationale Gemeinschaft auf einen gemeinsamen Rahmen, der alle beteiligten Akteure umfasst: traditionelle Geber, Süd-Süd-Kooperationen, Schwellenländer, Zivilgesellschaft und private Stiftungen. Dies bildet einen Wendepunkt für die Entwicklungszusammenarbeit. Sie muss jetzt die Erklärung von Busan in Taten umsetzen, um ihre Wirksamkeit zu erhöhen. Die Schweiz muss ihrerseits einen Aktionsplan erarbeiten, um ihre Verpflichtungen gegenüber der neuen globalen Partnerschaft für eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit zu erfüllen.

Dank einer der dynamischsten Volkswirtschaften der Welt hat sich Südkorea innerhalb von fünfzig Jahren von einem Empfänger- zu einem Geberland der internationalen Zusammenarbeit gewandelt. Dass das 4. Weltforum zur Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit 2011 in Südkorea stattfand, ist daher nicht ohne symbolische Bedeutung.

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