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Menschenhandel

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Freiwillige Migration wird zu Menschenhandel, wenn MigrantInnen ihrer Rechte beraubt werden. Meist handelt es sich dabei um sexuelle Ausbeutung oder die Ausbeutung der Arbeitskraft. Die DEZA engagiert sich dafür, die Prävention von Menschenhandel zu verbessern, die Opfer wirksamer zu schützen und die lokalen Kapazitäten zu stärken.

Menschenhandel ist ein weltweites Problem, das sich mit der zunehmenden Globalisierung in den vergangenen zwanzig Jahren noch intensiviert hat. Je ärmer die Länder, desto grösser sind die Rekrutierungschancen der illegalen Händlernetzwerke. In Lateinamerika, Südostasien und in Osteuropa ist das lukrative Geschäft mit Menschen besonders verbreitet. Zielländer sind meist die Industriestaaten.

Die Menschen werden zu Rechtlosen, zur Zwangsarbeit missbraucht, sexuell ausgebeutet oder ihnen werden illegal Organe entnommen. Zu den grössten Risikogruppen gehören Frauen und Kinder zwischen 13 und 18 Jahren.

Wissenswertes

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass weltweit 2,4 Millionen Menschen Opfer von Menschenhandel sind – innerhalb und über Landesgrenzen hinweg.
Gemäss Schätzungen der Europäischen Kommission und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) beträgt die Zahl der Frauen, die jährlich von Mittel- und Osteuropa nach Westeuropa transferiert und häufig zur Prostitution gezwungen werden, zwischen 120’000 bis 500'000.
Der Menschenhandel und im Speziellen der Frauen- und Kinderhandel zählt heute zu den lukrativsten Geschäften. Der finanzielle Umfang des weltweiten Menschenhandels soll zwischen 7 und 35 Milliarden US-Dollar betragen.

Abhängigkeitsverhältnis
Die Täter machen sich dabei die Armut und die Perspektivlosigkeit von MigrantInnen sowie deren Hoffnungen auf eine bessere Zukunft im Zielland zunutze, um diese etwa mit falschen Informationen und Versprechungen über Arbeits- oder Heiratsmöglichkeiten anzuwerben. Die Einreise kann legal oder illegal erfolgen. Anschliessend werden die vielfach hoch verschuldeten MigrantInnen durch Nötigung oder Gewalt in ein Abhängigkeitsverhältnis gebracht und ausgebeutet. Häufig wird dies als moderne Sklaverei oder Schuldknechtschaft bezeichnet.

Trotz unterschiedlicher und sich verändernder Erscheinungsformen bleibt der entscheidende Inhalt des Menschenhandels bestehen: die Betroffenen geraten unter die Herrschaft eines anderen und verlieren jegliche Verfügung über sich selbst.

Aktuelle Herausforderungen
Menschenhandel ist ein internationales Problem, das meist mehrere Staaten betrifft. Die Entwicklung dieses schweren Verbrechens hat sich durch einfacheres Reisen und den Einsatz des Internets intensiviert. Indem die Opfer besser geschützt werden, kann Menschenhandel eingedämmt werden. Begleitend muss die strafrechtliche Verfolgung der Täter und die Aufklärung über die Gefahren in den Herkunftsländern intensiviert werden.

Um Menschenhandel effektiv bekämpfen zu können, ist internationale Zusammenarbeit notwendig. Diese erfasst im 2010 allerdings nur Teilbereiche von Menschenhandel, wie etwa der Frauenhandel, die Zwangsarbeit oder bestimmte Formen der Sklaverei. Entsprechend sind weitere und umfassendere Abkommen nötig.

Fokus der DEZA

Die Schweiz verurteilt den Menschenhandel als gravierenden Verstoss gegen die Menschenrechte. Die DEZA geht dieses Problem insbesondere in Osteuropa und dem Südkaukasus an, wo die Herkunftsländer, aber auch die Transit- und Zielländer des Menschenhandels sind. Zu den Aktivitäten der DEZA gehören konkret die

  • Aufklärung und Bewusstseinsstärkung von Sekundarschülerinnen und –schülern, insbesondere von marginalisierten Gruppen (Internatsschüler, Waisen).
  • Stärkung von nationalen, wenn möglich auch Entwicklung von transnationalen Rückführungsprogrammen für Opfer von Menschenhandel.
  • Stärkung von regionalen Netzwerken, Organisationen und Schlüsselakteuren, die sich im Bereich der Prävention, Unterstützung, Rückführung und Reintegration von Opfern von Menschenhandel engagieren.

Kontaktperson zu diesem Thema: Sophie Delessert

Weiterführende Informationen und Dokumente

Dokumente
  • Palermo-Protokoll
    Download (PDF, 489 KB) [de]  

Externe Links