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Kapazitätsentwicklung zur Unterstützung von Veränderungsprozessen

Schmetterling Durch Kapazitätsentwicklung stärkt die DEZA Menschen und Institutionen in den Partnerländern, damit sie ihre Lebensbedingungen selber verbessern können. Die Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz versteht die Kapazitätsentwicklung als unabdingbare Voraussetzung für die Verringerung der Armut.

Was bedeutet Kapazitätsentwicklung, und was sind Kapazitäten?
Mit der Kapazitätsentwicklung sollen die Leistungen von Einzelpersonen, Organisationen, Netzwerken und Systemen verbessert und erweitert werden. Kapazitäten umfassen sowohl «harte» Kenntnisse und Fähigkeiten (spezifisches Fachwissen und Fachkenntnisse – z. B. im Bereich Finanzen oder Infrastruktur) als auch «weiche» (wie bspw. Kommunikation, Führung usw.), die es Einzelpersonen, Organisationen, Netzwerken und grösseren sozialen Systemen erlauben, ihre Funktionen wahrzunehmen und ihre Entwicklungsziele zu erreichen.

Seit den 1990-er Jahren wächst das Interesse an der Kapazitätsentwicklung – nicht zuletzt wegen den Defiziten der Entwicklungshilfe in vorangegangenen Jahren. Es zeigte sich, dass die meisten Entwicklungsherausforderungen nicht einfach mit einem Transfer von Fachwissen und Entwicklungsmodellen vom Norden in den Süden bewältigt werden können. Ein Paradigmenwechsel drängte sich also auf: Der auf technischen Kapazitäten beruhende Ansatz wurde abgelöst durch einen Ansatz, der von den menschlichen und institutionellen Fähigkeiten ausging und die Eigenverantwortung (Ownership) und «Leadership» der Partnerländer in den Vordergrund rückte.

Die Bedeutung der Kapazitätsentwicklung in der internationalen Zusammenarbeit
In ihrer Erklärung von Paris (2005) und ihrem Aktionsplan von Accra (2008) bekennt sich die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) einstimmig zur Bedeutung der Kapazitätsentwicklung. Für die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele (MDG) ist die Kapazitätsentwicklung unerlässlich, ebenso für die Harmonisierung und Partnerausrichtung.

Was versteht die DEZA unter Kapazitätsentwicklung?
Die DEZA veranschaulicht anhand eines Schmetterlings das Zusammenspiel der vier Dimensionen der Kapazitätsentwicklung: die Einzelperson, das Netzwerk, die Organisation und das System. Jeder Flügel stellt eine dieser Dimensionen dar. Der Schmetterling orientiert sich an Potenzialen und Möglichkeiten. Fliegen kann er nur, wenn er die Bewegungen seiner Flügel aufeinander abstimmt. Kapazitätsentwicklung führt letztlich zu «Empowerment», was dem Körper des Schmetterlings entspricht.

Schmetterling CapDev

Einige wichtige Herausforderungen

Fokus der DEZA

Der DEZA-Ansatz im Bereich der Kapazitätsentwicklung beruht auf folgenden Grundsätzen: Eigenverantwortung, Flexibilität, Prozessorientierung und Subsidiarität. Die operationelle Unterstützung ist länderspezifisch und folgt den Entwicklungsprioritäten der Partnerländer. Wenn immer möglich wird auf lokalem Wissen aufgebaut.
Der Aufbau von kompetenten Institutionen, die zentral sind für eine gesunde Verwaltung der öffentlichen Gelder und eine effektive Erbringung von Dienstleistungen, ist ein Querschnittsthema der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Die Partner sind die Akteure der Veränderung. Die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit hat eine lange Tradition, was die Arbeit in Partnerschaften anbelangt. Diese zeichnen sich durch Flexibilität und Veränderungspotenzial aus. Sie gründen auf lokalen staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren, die in der Lage sind, Veränderungsprozesse anzustossen, zu unterstützen und zu begleiten.

Kapazitätsentwicklung setzt gegenseitiges Vertrauen zwischen den Partnern voraus. Es geht hier massgeblich darum, wie die Entwicklungszusammenarbeit verstanden und umgesetzt wird. Für die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ist Kapazitätsentwicklung Mittel und Zweck zugleich.

Kontaktperson zu diesem Thema: Dominique Hempel

Weiterführende Informationen und Dokumente

Dokumente
  • SDC Capacity Development concept, Working Paper, April 2006
    Download (PDF, 137 KB) [en]  
  • Peer Review of the Development Cooperation Policies and Programmes of Switzerland
    Development Co-operation Directorate/Development Assistance Committee, Berne, 2009
    Download (PDF, 1149 KB) [en]  
  • Inventory of Donor Approaches to Capacity Development, what we are learning
    including Switzerland fact sheet on Capacity Development - OECD/DAC, Capacity Development team, updated October 2010
    Download (PDF, 996 KB) [en]  
  • “Getting from skills to better performance – what do we know?”
    Nils Boesen, 11.06.210
    Download (PDF, 240 KB) [en]  
  • “Training and Beyond: Seeking Better Practices for Capacity Development”
    Jenny Pearson, LenCD/OECD Development Cooperation, Working Papers, No. 1 , April 4, 2011
    Download (PDF, 878 KB) [en]  
  • Tools, Techniques – Learning Activities
    LenCD, 2010
    Download (PDF, 250 KB) [en]  

Externe Links