| Verantwortungsvolle Landnutzung: Engagement für bessere Lebensgrundlagen |
In Entwicklungsländern wird immer häufiger in grossem Umfang in Land
investiert. Dies beeinträchtigt die lokale Ernährungssicherheit. Grundsätzlich ist das wiedererwachte Interesse von privaten und öffentlichen Akteuren an der Landwirtschaft zu begrüssen, da
jahrzehntelang zu wenig investiert wurde. Es braucht aber griffige Regelungen, die vor allem den Armen zugute kommen, indem sie die Ernährungssicherheit verbessern und eine nachhaltige
Bewirtschaftung von Land und anderen natürlichen Ressourcen gewährleisten. Die DEZA unterstützt die Schaffung solcher Regelungen durch staatliche Stellen, die lokale Bevölkerung und die
Privatwirtschaft.Existenzsicherung durch die Möglichkeit der Landnutzung
Die Landgouvernanz hat einen Einfluss darauf, ob und wie die Menschen Rechte für die Nutzung und den Besitz von Land
und anderen natürlichen Ressourcen erwerben können. Viele Probleme im Zusammenhang mit der Landnutzung sind die Folge einer schwachen Gouvernanz, und die Qualität der Gouvernanz ist massgebend dafür,
ob diese Probleme angegangen werden. Ob sich Hunger und Armut beseitigen lassen und eine nachhaltige Nutzung der Umwelt möglich ist, hängt unter anderem davon ab, inwieweit Menschen, Gemeinschaften
und andere Akteure Zugang zu Land und anderen natürlichen Ressourcen erhalten. Viele Menschen, insbesondere arme Bevölkerungsgruppen auf dem Land, sind für ihre Existenz darauf angewiesen, Zugang zu
einem fairen Anteil dieser Ressourcen zu haben und über diese bestimmen zu können. Denn die Ressourcen sind Quelle für Nahrung und Unterkunft, Grundlage für gesellschaftliche, kulturelle und
religiöse Bräuche und ein zentraler Faktor für das Wirtschaftswachstum.
Regelungen bei Landinvestitionen nötig
Die Nutzungsrechte von lokalen Gemeinschaften und ihr Zugang zu Land und anderen natürlichen Ressourcen wurden durch die steigende Nachfrage nach Landinvestitionen eingeschränkt. Die Folge war eine
verstärkte Marginalisierung und Verarmung der Landbevölkerung und eine Abwanderung in die Städte oder sogar ins Ausland. Besonders betroffen sind häufig Risikogruppen wie Kleinbäuerinnen, indigene
Menschen oder Viehhalter. Die Regierungen in Entwicklungsländern und alle involvierten Akteure müssen Regelungen festlegen, umsetzen und überwachen, die bei Landinvestitionen für
Rechenschaftspflicht, Transparenz, Chancengleichheit, Partizipation und Nichtdiskriminierung gegenüber allen gesellschaftlichen Gruppen sorgen. Dies ist eine Voraussetzung für den Aufbau einer
nachhaltigen Bewirtschaftung von Land und anderen natürlichen Ressourcen.
Unternehmen und Länder investieren aus folgenden Gründen in Entwicklungsländern in Land:
- Biotreibstoffe
- Rohstoffgewinnung
- Naturschutzprojekte
- Ausländische Direktinvestitionen zur Ernährungssicherung im eigenen Land
- Spekulative Finanzmarkttransaktionen mit Grundnahrungsmitteln (in Infobox)
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Dialog aufbauen
Bei der Schaffung nachhaltiger, wirksamer Rahmenbestimmungen, die den Bedürfnissen der Armen Rechnung tragen, unterstützt die DEZA die Regierungen auf
regionaler, nationaler und internationaler Ebene bei der Erarbeitung, Umsetzung und Überwachung einer Bodenpolitik, die auf Nutzungsrechten basiert. Die DEZA unterstützt auch Organisationen der
Zivilgesellschaft und Bauernvereinigungen, damit sich diese an politischen Prozessen im Bereich der Landnutzung beteiligen können. Ausserdem erarbeitet sie gemeinsam mit dem Privatsektor Grundsätze
für Landinvestitionen sowie soziale und ökologische Standards und Verhaltenskodizes.
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