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Verantwortungsvolle Landnutzung: Engagement für bessere Lebensgrundlagen
Community consultation in Gondola, Mozambique. © iTCIn Entwicklungsländern wird immer häufiger in grossem Umfang in Land investiert. Dies beeinträchtigt die lokale Ernährungssicherheit. Grundsätzlich ist das wiedererwachte Interesse von privaten und öffentlichen Akteuren an der Landwirtschaft zu begrüssen, da jahrzehntelang zu wenig investiert wurde. Es braucht aber griffige Regelungen, die vor allem den Armen zugute kommen, indem sie die Ernährungssicherheit verbessern und eine nachhaltige Bewirtschaftung von Land und anderen natürlichen Ressourcen gewährleisten. Die DEZA unterstützt die Schaffung solcher Regelungen durch staatliche Stellen, die lokale Bevölkerung und die Privatwirtschaft.

Existenzsicherung durch die Möglichkeit der Landnutzung
Die Landgouvernanz hat einen Einfluss darauf, ob und wie die Menschen Rechte für die Nutzung und den Besitz von Land und anderen natürlichen Ressourcen erwerben können. Viele Probleme im Zusammenhang mit der Landnutzung sind die Folge einer schwachen Gouvernanz, und die Qualität der Gouvernanz ist massgebend dafür, ob diese Probleme angegangen werden. Ob sich Hunger und Armut beseitigen lassen und eine nachhaltige Nutzung der Umwelt möglich ist, hängt unter anderem davon ab, inwieweit Menschen, Gemeinschaften und andere Akteure Zugang zu Land und anderen natürlichen Ressourcen erhalten. Viele Menschen, insbesondere arme Bevölkerungsgruppen auf dem Land, sind für ihre Existenz darauf angewiesen, Zugang zu einem fairen Anteil dieser Ressourcen zu haben und über diese bestimmen zu können. Denn die Ressourcen sind Quelle für Nahrung und Unterkunft, Grundlage für gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Bräuche und ein zentraler Faktor für das Wirtschaftswachstum.

Regelungen bei Landinvestitionen nötig
Die Nutzungsrechte von lokalen Gemeinschaften und ihr Zugang zu Land und anderen natürlichen Ressourcen wurden durch die steigende Nachfrage nach Landinvestitionen eingeschränkt. Die Folge war eine verstärkte Marginalisierung und Verarmung der Landbevölkerung und eine Abwanderung in die Städte oder sogar ins Ausland. Besonders betroffen sind häufig Risikogruppen wie Kleinbäuerinnen, indigene Menschen oder Viehhalter. Die Regierungen in Entwicklungsländern und alle involvierten Akteure müssen Regelungen festlegen, umsetzen und überwachen, die bei Landinvestitionen für Rechenschaftspflicht, Transparenz, Chancengleichheit, Partizipation und Nichtdiskriminierung gegenüber allen gesellschaftlichen Gruppen sorgen. Dies ist eine Voraussetzung für den Aufbau einer nachhaltigen Bewirtschaftung von Land und anderen natürlichen Ressourcen.

Unternehmen und Länder investieren aus folgenden Gründen in Entwicklungsländern in Land:


Key facts

  • Von 2000–2010 wurden Transaktionen für 71 Millionen Hektar Land gemeldet, die Hälfte davon in Afrika.
  • Die Schweiz beteiligte sich aktiv an der Verabschiedung der freiwilligen Leitlinien für die verantwortungsvolle Regelung von Nutzungs- und Besitzrechten an Land, Fischgründen und Wäldern (Voluntary Guidelines for the Sustainable Governance of Tenure of Land, Forests and Fisheries ) durch den Ausschuss für Welternährungssicherheit.

Dialog aufbauen
Bei der Schaffung nachhaltiger, wirksamer Rahmenbestimmungen, die den Bedürfnissen der Armen Rechnung tragen, unterstützt die DEZA die Regierungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene bei der Erarbeitung, Umsetzung und Überwachung einer Bodenpolitik, die auf Nutzungsrechten basiert. Die DEZA unterstützt auch Organisationen der Zivilgesellschaft und Bauernvereinigungen, damit sich diese an politischen Prozessen im Bereich der Landnutzung beteiligen können. Ausserdem erarbeitet sie gemeinsam mit dem Privatsektor Grundsätze für Landinvestitionen sowie soziale und ökologische Standards und Verhaltenskodizes.


Projects at national level

Nationale Projekte
Auf nationaler Ebene ist in den meisten DEZA-Projekten Landgouvernanz ein Querschnittthema. In einigen Ländern (Burundi, Laos, Mosambik und Kirgisistan) ist Landgouvernanz der Ausgangspunkt von Projekten.


Land governance at global level

Landgouvernanz auf globaler Ebene
Beim Globalprogramm Ernährungssicherheit der DEZA steht die Ernährungssicherheit im Zentrum, weshalb die Schaffung von Regelwerken für die Nutzung von Land und anderen natürlichen Ressourcen unterstützt wird. Das Programm hat schon zur Entwicklung von Kriterien für verantwortungsvolle Investitionen und zur Förderung evidenzbasierter Informationen und Erkenntnisse über grossflächigen Landerwerb beigetragen.


The way forward

Der Weg der Zukunft
In den kommenden Jahren wird die DEZA weiterhin die Entwicklung von Rahmenbestimmungen und Standards über Landgouvernanz unterstützen und weitere evidenzbasierte Daten und Erkenntnisse über Landinvestitionen in Entwicklungsländern sammeln. Sie will zudem zu mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht bei Entscheidungsprozessen über die Landnutzung beitragen.