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Wald- und Landnutzung - Risikominderung und Anpassung in Einem

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Massnahmen in der Wald- und Landnutzung haben bis 2030 das Potenzial, ein Vielfaches des aktuellen weltweiten Treibhausgas-Ausstosses pro Jahr zu kompensieren. Sie haben eine positive Wirkung auf das Gemeinwesen, die Wasserverfügbarkeit und die Bodenstabilität in der Landwirtschaft. Zudem erlauben sie der ländlichen Bevölkerung, existentielle Grundbedürfnisse zu befriedigen sowie zusätzliche Einkommen zu erzielen.

Wissenswertes

Für mehr als 2.5 Mrd. Menschen sind Holz, Holzkohle oder Biomasse die einzige Energiequelle.

Die Restauration natürlicher Vegetation erhöht die Bodenstabilität und die Verfügbarkeit von Wasser und vitalisiert die Vieh- und Landwirtschaft.

Nicht nachhaltig betriebene Wald- und Landnutzung ist für einen Fünftel der weltweiten Emissionen an Treibhausgasen verantwortlich.

•Ohne den Verkauf von Feuer- und Bauholz sowie Wildprodukten aus dem Wald entfallen bis zu 60% des Jahreseinkommens bäuerlicher Familien. Die verbleibenden Ersparnisse müssen sie für den Einkauf importierter Baumaterialien und Brennstoffe verwenden.

25% der Landfläche der Erde, rund 33 Mio. km2, sind von Wald bedeckt. In den vergangenen 20 Jahren sind jährlich durchschnittlich 130'000 km2 Wald verloren gegangen. Zusätzliche 10 Mio. km2 Wald sind durch eine nicht nachhaltige Holzernte oder die landwirtschaftliche Expansion bereits mehr oder weniger stark degradiert. Diese Zerstörung hat direkte Auswirkungen auf das lokale und weltweite Klima, die Wasserverfügbarkeit und die Bodenfruchtbarkeit. Durch eine Reorganisation der ländlichen Raumnutzung, welche die wachsende Bevölkerung und die steigenden Lebensansprüche berücksichtigt, kann eine Trendwende erreicht werden.

Aktuelle Herausforderungen
In vielen Entwicklungsländern sind die praktizierten Landnutzungstechniken wie der Wanderfeldbau nicht nachhaltig. Die Situation erfordert Massnahmen zur intensiveren Nutzung, wobei es gleichzeitig das land- und forstwirtschaftliche Potenzial zu erhalten gilt: Bauernfamilien müssen ökonomisch und ökologisch wirksame Landbewirtschaftungstechniken erlernen oder damit beginnen, Agroforstwirtschaft oder kleinflächige Aufforstungen auf ihrem Land zu betreiben.
Beim Gemeinbesitz braucht es zur Wiederherstellung natürlicher Wald- und Buschlandvegetation neue Nutzungsregeln, die für alle sozialen Schichten der ländlichen Gemeinschaft gelten.
Angesichts knapper staatlicher Mittel sind die Verantwortung für die Waldbewirtschaftung wie auch die entsprechenden Nutzungsrechte den lokalen Gemeinden und dörflichen Kollektiven zu übertragen. Gewinne aus dem Verkauf von Produkten und Umweltdienstleistungen der Wald- und Landbewirtschaftung sind für die ländliche Bevölkerung konkrete und wichtige Anreize, die lokalen Ressourcen nachhaltig zu nutzen.


Fokus der DEZA

Mit ihrem internationalen Politikdialog fördert die DEZA:

  • bei der Wald- und Allmendbewirtschaftungspraxis einen Transfer vom Staat an die Gemeinde oder das Dorfkollektiv
  • die Ausbildung von Entscheidungsträgern bezüglich wald- und klimarelevanter Inhalte und Verhandlungstechniken.

In ihren Partnerländern unterstützt und fördert die DEZA

  • kleinbäuerliche und gemeinschaftliche Initiativen zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung, zur Wiederherstellung degradierter Wälder und zur Aufforstung
  • Ansätze einer multifunktionalen Landnutzung (Allmendnutzung von Wald und Weideland, Agroforstwirtschaft, Bäume zur Produktion von Nahrung, Bau- oder Brennholz, Tierfutter oder Gründüngung, Umwelt- und Tourismusleistungen) mit folgenden Elementen:
    • Kompensation von gemeinnütziger Arbeit beziehungsweise gemeinnützigem Verzicht;
    • Mitwirkung in Regelungs- und Gesetzgebungsverfahren zur multifunktionalen Landschaftsnutzung;
    • gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen und der Bevölkerung;
    • nationale und subnationale Netzwerke zur Förderung der Interessen von lokalen Gemeinschaften;
    • Subsidiarität, das heisst für die lokale Ebene geeignete Regelungen im Bereich der Wald- und Bodennutzung;
    • die Förderung von Alternativen in der Energie- und Nahrungsversorgung und in der Erwirtschaftung ländlicher Einkommen

Bezüglich der Erarbeitung neuer Kenntnisse fördert die DEZA

  • Aktivitäten mit direkter Wirkung auf ihre operationellen Programme und ihren Politikdialog;
  • Länder- und themenspezifische Koordination von multilateralen und bilateralen Akteuren im Klima- und Waldbereich

In der Schweiz bringt die DEZA

  • eine gesellschaftlich orientierte Perspektive auf klima- und landnutzungsbezogene Aktivitäten in die schweizerische Öffentlichkeit und in den offiziellen Politikdialog der Schweiz ein.


Kontakt: gpcc@eda.admin.ch

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