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Umwelt
Biodiversität -
Lebensversicherung der Menschen
Fast überall auf der Erde, auch in ihren unwirtlichen Zonen, gibt es Leben. Hinter dieser erfolgreichen Besiedelung unseres Planeten durch Millionen von Arten steckt das Geheimnis der biologischen Vielfalt. Je grösser die Arten- und genetische Vielfalt ist, desto eher können sich Pflanzen und Tiere an die Umwelt anpassen. Für uns Menschen bedeutet dies Nahrungssicherheit, besonders in Zeiten klimatischer Veränderungen.

Wissenswertes

Im Mekong-Delta hat die Rodung von arten-reichen Wäldern zu Überschwemmungen, der Umsiedlung von 1 Million Menschen und dem Verlust von 500 km2 Agrarland geführt.
Die Abnahme natürlicher Feinde hat auf vielen Kontinenten zu einer Massen-vermehrung von schädlichen Organismen geführt.
99% unserer Medizin und Kosmetik bestehen aus pflanzlichen Stoffen.

Nur gerade drei Getreide – Mais, Weizen und Reis – machen mehr als Hälfte des weltweiten Nahrungsbedarfs aus. Unsere Essgewohnheiten verlangen nach einer Standardisierung der Grösse, Form und Sorte der Nahrungsmittel, was diese schwächt und andere Sorten aussterben lässt. Auch der Raubbau an der Natur und die Folgen des Klimawandels drohen bis zwei Drittel der auf der Erde lebenden Arten zu reduzieren oder gar auszulöschen.

Dank der Vielfalt von Erbanlagen und Arten, die im Verlauf der Erdgeschichte entstanden sind, können wir auf diverse Bedrohungen durch klimatische Veränderungen oder Krankheiten reagieren. Um diese überlebenswichtigen Organismen zu erhalten, braucht es intakte Lebensräume, die sich selbst regulieren können. Durch massive menschliche Eingriffe werden diese jedoch aus ihrem natürlichen Gleichgewicht gebracht.

Nutzung und Erhaltung – ein Spannungsfeld
Die Biodiversität steht im Spannungsfeld a) zwischen Bewirtschaftung und langfristiger Erhaltung und b) zwischen Konservierung und traditioneller Nutzung. Einerseits führt die Umwandlung natürlicher Ökosysteme in grosse Agrarflächen zu einer Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion und einer besseren Versorgung städtischer Ballungsgebiete. Andererseits verschwindet die Vielfalt der Baum-, Pflanzen- und Tierarten, die für die Selbstversorgung der lokalen Bevölkerung, aber auch für medizinische Forschung und die Prävention von Naturkatastrophen von grosser Wichtigkeit sind. Naturreservate in Entwicklungsländern dienen dem Artenschutz und können beträchtliche Einkünfte aus dem Tourismus einbringen, verhindern jedoch den Zugang der lokalen Bewohner zu ihrer traditionellen Lebenswelt. Die Herausforderung besteht darin, die Bewirtschaftung des ländlichen Raumes schonend und zum Nutzen aller Beteiligten zu gestalten. Massnahmen zur nachhaltigen Nutzung von Ökosystemen müssen deshalb unter Einbezug der einheimischen Bevölkerung, des Tourismussektor und der Behörden definiert werden.

Im Fokus der DEZA: Lokale Bevölkerung - Schlüssel zur Erhaltung der Biodiversität

Die DEZA arbeitet mit lokalen, regionalen und globalen Instanzen zusammen, um nach Lösungen zur Instandhaltung von funktionierenden Ökosystemen zu suchen, die von der einheimischen Bewohnern akzeptiert und eingehalten werden können. Die lokale Bevölkerung spielt mit ihrem Wissen über heimische Arten und traditionelle Nutzung der Landschaft in den Biodiversitäts-Projekten eine wichtige Rolle. Die DEZA beteiligt sie an Entscheidungsprozessen, überträgt ihr Verantwortung und schafft Anreize durch die Beteiligung an den Einkünften des Reservatstourismus oder durch Ausgleichszahlungen für Nutzungsverzicht. Die einheimischen Bauern werden bei der Verarbeitung und Vermarktung von nachhaltig genutzten Wildpflanzen und Tieren unterstützt und an der Forschung beteiligt.

Im südlichen Afrika engagiert sich die DEZA in einem Naturschutzgebiet, das sich über fünf Länder erstreckt, für grenzübergreifende Massnahmen zugunsten der Biodiversität in Übereinstimmung mit allen Beteiligten.


Kontaktperson zum Thema: Jean-Gabriel Duss

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