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Lokale Wirtschaftsentwicklung - Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft ziehen am gleichen Strick

Armutsreduktion und Verbesserung der Lebensbedingungen für die ganze Bevölkerung einer Region durch eine Strategie für wirtschaftliche und soziale Entwicklung: Dies ist das Ziel von Local Economic Development (LED). Es beschreibt einen breit angelegten Ansatz, in dem Staat, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um gemeinsam eine regionale Entwicklungsstrategie zu erarbeiten und umzusetzen.
Wissenswertes

Eine Stärkung der Armen in ihrer Entscheidungs- und Handlungsmacht ist eine wesentliche Voraussetzung für breitenwirksames Wachstum.
Zwischen 1981 und 2001 sank der Anteil der absolut armen Menschen an der Weltbevölkerung von 40,4 auf 20,7%.
Von den Direktinvestitionen des Privatsektors fliessen lediglich 2% in die ärmsten Entwicklungsländer.

In einer globalisierten Welt stehen nicht nur Unternehmen in einem Wettbewerbverhältnis zueinander, sondern zunehmend auch ganze Regionen. Ihre Attraktivität als Wirtschaftsstandort hängt dabei von einer Vielzahl von Faktoren ab, so etwa vom Bildungs- und Gesundheitsstand der Bevölkerung, der Infrastruktur oder der Qualität der öffentlichen Verwaltung. Sie sind mit ausschlaggebend dafür, ob Unternehmen in einer Region produktiv arbeiten, marktfähige Produkte und Dienstleistungen herstellen und damit Einkommensmöglichkeiten für die lokale Bevölkerung schaffen und erhalten können.

Lokale Wirtschaftsentwicklung zielt auf eine langfristige Stärkung der wirtschaftlichen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit einer Region. Mittel dazu sind breit angelegte, integrierte Förderansätze, die ökonomische, ökologische, soziokulturelle und politisch-institutionelle Aspekte gleichermassen berücksichtigen.

Aktuelle Herausforderungen
Die Entwicklung und Umsetzung einer umfassenden regionalen Strukturpolitik stellt hohe Anforderungen an alle beteiligten Akteure – öffentliche Hand, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Voraussetzung für einen erfolgreichen Prozess sind Institutionen und Plattformen, welche die Partizipation aller Betroffenen erlauben.

Der Auf- und Ausbau solcher Institutionen, die Stärkung von staatlichen und zivilen Gouvernanzstrukturen, die Förderung von institutionellen Kapazitäten in der lokalen und regionalen Administration oder die Verlagerung von Entscheidungskompetenzen von der nationalen auf die lokale Ebene (Dezentralisierung) sind deshalb in Local Economic Development-Programmen ebenso wichtig wie die Beseitigung von regulativen Barrieren oder die Schaffung geeigneter rechtlicher Rahmenbedingungen. Dieser Ansatz eignet sich besonders für Situationen, wo schnell vor sich gehende Urbanisierungsprozesse eine integrierte Sicht der Stadt-Land-Dynamik erfordern.


Fokus der DEZA

Die DEZA unterstützt in ihren Partnerländern partizipative Strategien zur lokalen Wirtschaftsentwicklung mit dem Ziel, ein nachhaltiges, auf die lokalen Bedingungen und Ressourcen angepasstes Wirtschaftswachstum zu fördern, Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsschichten zu schaffen und gute Regierungsführung auf lokaler und regionaler Ebene zu stärken. Sie setzt dabei auf:
  • Projekt-basierte Initiativen: Sie unterstützt Initiativen auf Projektbasis, wenn diese einen Beitrag an eine umfassend verstandene lokale Wirtschaftsentwicklung leisten oder als Nukleus und Katalysatoren für die Formulierung einer umfassenden regionalen Entwicklungsstrategie dienen können.
  • strategisch geplante Initiativen: Die DEZA fördert in ihren Partnerländern Initiativen, welche strategisch geplant sind und auf die Region als Ganzes ausgerichtet sind.

Kontaktperson zu diesem Thema: Alexandra Sagarra


Weitere Themen in diesem Bereich:

Ansätze und Methoden
Wirtschaftliches Wachstum ist eine Voraussetzung für Armutsminderung, aber keine hinreichende Garantie.

Privatsektorentwicklung
Eine leistungsfähige Privatwirtschaft ist der wichtigste Motor für die Schaffung von Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten und damit für die Armutsminderung.

Wertschöpfungsketten und Cluster-Entwicklung
Durch Value Chains lassen sich die Teilnahmen von Produzenten aus Entwicklungs- und Transitionsländern an lokalen, regionalen und globalen Märkten verbessern.

Gouvernanz-Aspekt der lokalen Wirtschaftsentwicklung
Den Gouvernanz-Aspekt bildet die Zusammenarbeit von Staat, Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft, welche eine gute Regierungsführung stärkt.

Weiterführende Informationen und Dokumente

Dokumente
  • Comparative Approaches to Private Sector Development - a M4P perspective
    Download (PDF, 270 KB) [en]   [fr]   [es]  
  • Capitalisation des expériences
    et résultats des Fonds de Soutien à l’Investissement Local et des Programmes d’Appui à la Gouvernance Locale au Niger 2000 – 2011
    Download (PDF, 1446 KB) [fr]  
  • Local Economic Development (LED) - Argumentation Paper
    Download (PDF, 145 KB) [en]  
  • How does LED contribute to Poverty Reduction? Information note
    Download (PDF, 58 KB) [en]  
  • LED Executive Summary of documentation of SDC experiences
    Download (PDF, 28 KB) [en]  
  • LED Quick Reference Guide (World Bank)
    Download (PDF, 273 KB) [en]  

Externe Links