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Gender und berufliche Bildung - Bessere Chancen für Frauen im Arbeitsmarkt

Beim Zugang zu Beschäftigung und Einkommen sind Frauen nach wie vor oft benachteiligt. Durch eine gezielte Förderung von beruflichen Kompetenzen lassen sich die Chancen auf eine effektive Teilnahme am Arbeitsmarkt erhöhen. Voraussetzung sind Berufsbildungsangebote, die den spezifischen Bedürfnissen von Frauen Rechnung tragen und auf die Gleichstellung von Frauen und Männern ausgerichtet sind.

Wissenswertes

48 % aller Frauen weltweit verrichten heute Lohnarbeit. 1996 waren es noch 43 %.
Heute können mehr junge Frauen lesen und schreiben als vor 10 Jahren. Im Vergleich zu Männern ist ihr Bildungsniveau aber tiefer und ihre Berufsaussichten sind schlechter.
In fast allen Weltgegenden und über alle Berufsfelder hinweg werden Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt als Männer.
60 % aller Schülerinnen und Schüler, die ihre schulische Ausbildung vorzeitig abbrechen, sind Mädchen und junge Frauen.
Frauen sind überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen. Einer der Gründe liegt in ihrem im Vergleich zu Männern durchschnittlich tieferen Ausbildungsniveau. Einem verbesserten Zugang zu Bildung und dem Erwerb von Fähigkeiten, die für eine einkommensgenerierende Beschäftigung erforderlich sind, kommt deshalb eine Schlüsselrolle bei der Reduktion der globalen Armut zu.

Aktuelle Herausforderungen
Die berufliche Segregation in Bezug auf die Geschlechter zählt weltweit zu den dominierendsten und hartnäckigsten Beschäftigungsaspekten. Sie beginnt allerdings nicht erst auf dem Arbeitsmarkt, sondern bereits vorher. Schon im Kinder- und Jugendalter werden gesellschaftliche Rollenmodellen zementiert, was sich auf den Zugang zu Ausbildungsmöglichkeiten auswirkt. Stichworte in diesem Zusammenhang sind etwa die Rollenverteilung in den Familien, geschlechterspezifische Rechte und Pflichten oder der unterschiedliche Zugang zu Ressourcen. Bei der Entwicklung von Ausbildungsangeboten muss neben den zahlreichen wirtschaftlichen und Arbeitsmarktaspekten deshalb immer auch dieser weitere gesellschaftliche Kontext einbezogen werden.

Fokus der DEZA

Für die DEZA ist die Gleichstellung der Geschlechter eines der zentralen Anliegen in allen ihren Aktivitäten. Bei der Entwicklung von Programmen für die berufliche Bildung und der Förderung von Beschäftigungskompetenzen achtet die DEZA deshalb von Beginn weg darauf, dass die Genderperspektive einbezogen wird. Zu den spezifischen Zielen zählen:
  • Gleichberechtiger Zugang zu Ausbildungsangeboten. Die DEZA achtet darauf, dass sich Ausbildungsangebote sowohl an Männer als auch an Frauen richten. Sie sorgt durch geeignet Massnahmen dafür, dass Frauen wegen der geschlechterspezifischen Arbeitsteilung nicht von einer Teilnahme ausgeschlossen werden, beispielsweise, indem bei der Planung die übrigen Aufgaben von Frauen (Kindererziehung, Haushaltsbetreuung etc.) berücksichtigt werden.
  • Berücksichtigung aller formellen und informellen Beschäftigungsmöglichkeiten. Die DEZA achtet bei der Entwicklung von Programmen auf eine umfassende Einschätzung des Arbeitsmarkts, der insbesondere auch Beschäftigungsmöglichkeiten im informellen Sektor einbezieht, wo Frauen eine wichtige Rolle spielen.
  • Ausrichtung auf die Marktnachfrage. Zu den grössten Herausforderungen in diesem Bereich zählt die Überbrückung der Kluft zwischen den Kompetenzen der Arbeitnehmenden, und insbesondere von Frauen, und den Anforderungen des Arbeitsmarktes.

Weiterführende Informationen und Dokumente

Dokumente
  • Gender Mainstreaming in Berufsbildungs-Projekten: Ein praxisorientiertes Tool
    Download (PDF, 1957 KB) [de]   [en]   [fr]   [es]