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Im Sommer 2002 lancierte die DEZA die Informationsplattform www.chernobyl.info. Dieses Programm entstand in Zusammenarbeit mit Regierungsorganisationen,
UN-Agenturen (OCHA und UNDP) sowie den DEZA- Kooperationsbüros in Minsk, Kiew und Moskau. Auf dieser Website können nicht nur allgemeine Informationen zur Katastrophe abgerufen werden, sondern auch
Wissenswertes über deren Folgen für Mensch, Tier und Umwelt.
Das Schicksal von Tausenden von Menschen, die seit der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vom 26. April 1986 weiterhin in kontaminierten Gebieten leben, droht in Vergessenheit zu geraten. Auch mehr
als 20 Jahre später sind viele Fragen offen, insbesondere was den Umgang mit der Kontamination im Alltag betrifft. Die wissenschaftliche Abhandlung des Themas ist kontrovers. Der Zugang zu neutralen
und objektiven Informationen ist schwierig oder gar unmöglich.
Die Bevölkerung in der wirtschaftlich wenig entwickelten Region hatte kaum Zugang zum Internet und konnte somit auch nur schwer relevante Informationen ausfindig machen resp. austauschen. Aus diesen
Gründen hat sich die DEZA zur Realisierung des Projekts «ICT for Development in contaminated areas» (Informations- und Kommunikationstechnologien im Dienste der Entwicklung in kontaminierten
Gebieten) entschlossen. Es handelt sich bei diesen Regionen um Belarus, Ukraine und die Russische Föderation.
Informationsplattform zum Thema Tschernobyl
Die Internetseite www.chernobyl.info ist somit ein Manifest gegen das Vergessen. Neue Akteure sollen sensibilisiert und für
Entwicklungsprojekte in der Region gewonnen werden. Es ist auch ein Beitrag zur Förderung der Information.
Den Benutzern steht eine Datenbank zur Verfügung, mit der sie ihre Aktivitäten koordinieren und einen Überblick über die laufenden Projekte und Programme gewinnen können. Ein Forum, eine Agenda
(Event Calendar) zum 20. Jahrestag der Katastrophe und neu eine Sektion „Betroffene Regionen. Schritte zur Wiederaufrichtung“ runden das Angebot ab.
Dieses Programm der DEZA ermöglicht Schulen und Gemeinden den Zugang zum Internet. Durch Weiterbildungsmassnahmen für Lehrkräfte werden Computerkenntnisse gefördert und in den Unterricht integriert.
Im Rahmen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Projektmitarbeitenden können Schülerinnen und Schüler Erfahrungen im Umgang mit dem Computer und mit der Gestaltung von
Websites sammeln. Mit der direkten Verlinkung dieser Projekt-Webseiten mit der Informationsplattform www.chernobyl.info wird der Informationskreis geschlossen. Als Beispiele folgen hier einige
laufende und abgeschlossene Teilprojekte:
ICT-Plattformen in Belarus
2003 wurde beschlossen, die im Rahmen des Projekts «Life in a village» (Leben in einem Dorf) aufgebaute Infrastruktur an der Schule von Igovka weiter zu entwickeln. Die Schule erhielt Zugang zum
Internet und Unterstützung beim Aufbau einer Webseite www.igovka.net . Die Erwachsenen hatten die Möglichkeit, an Computerkursen teilzunehmen und die Computer der
Schule zu nutzen. Seither hat sich das Projekt zu einem richtigen Programm ausgeweitet. An 11 weiteren Schulen in den Bezirken Dobrush und Bragin wurden ebenfalls Computerausstattungen,
Internetzugänge eingerichtet und Lehrkräfte ausgebildet. 8 Webseiten, u.a. www.nosovichi.net, www.terekhovka.net und www.dobrush.net, enthalten vielfältige Informationen über das Leben in Belarus. Seit 2006 sind nationale und
regionale Behörden und private Firmen ins Projekt eingebunden und 15 weitere Schulen ausgerüstet worden. Das Projekt konzentriert sich ausserdem zunehmend auf die Weiterbildung von Lehrkräften.
Zurzeit unterstützt das Projekt 7 Schulen und ein Weiterbildungsinstitut in den Regionen Mogilev und Gomel.
Sommer 2007: Internationales Computercamp in Novocamp Im August 2007 fand das vierte internationale Computerlager für Mitglieder der Computerklubs aus allen drei Ländern statt.
Ausser den bewährten Computerkursen „Grundlagen der Computerkenntnisse“, „Webdesign“ und „Computergrafik“ wurden spezielle Workshops durchgeführt, wie zum Beispiel zu Digitalfotografie oder
grafischem Design. Ausserdem wurde zum ersten Mal ein spezielles Computerlager für 40 Informatiklehrer/innen durchgeführt. So konnten 8 Lehrer/innen aus der Ukraine, 12 aus Russland und 20 aus
Belarus ihre Kenntnisse im IT-Bereich verbessern.
Computerklubs in der Region von Bryansk (Russ.Föd.) Das Projekt sieht in der Region Brjansk den Aufbau eines Netzes von Klubs vor. 10 solche Klubs sind bereits gegründet
worden, u.a. in der Stadt Novozybkov, und in verschiedenen Dörfern der Gemeinden Novozybkov, Pochep und Surazh. Klubmitglieder, Schülerinnen und Schüler lernen hier den Umgang mit
Informationstechnologien und können eigene kleinere Projekte verwirklichen, etwa eine Schülerzeitung selber verfassen und produzieren (z.B. www.compclub.radimichi.ru). Ausserdem bestehen Weiterbildungmöglichkeiten für Lehrkräfte.
Vernetzung weiterführender Schulen in der Ukraine
Im Norden der Ukraine, einem von der Tschernobyl-Katastrophe betroffenen Gebiet, wurden weiterführende Schulen mit Internetzugängen ausgestattet. So können Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte
und andere Interessierte weltweit Kontakte pflegen und moderne Informationstechnologien nutzen.
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Das Projekt in Kürze
Bereich
Humanitäre Hilfe
Land / Region
Tschernobyl, benachbarte Regionen in Belarus, der Ukraine und der Russischen Föderation
Partner DEZA Belarus und Ukraine, UNDP, Schulen, lokale Partner-NGOs
Projektziel
Einrichten und Betreiben einer Informations-plattform im Internet. Jugendliche und Erwachsene mit modernen Informations-technologien vertraut machen. Schulen und Jugendzentren in der Region
Tschernobyl den Zugang zu neutralen und unabhängigen Informationen ermöglichenbeitragen
Zielgruppe
Benachteiligte Bevölkerungsgruppen in den von der Katastrophe betroffenen Gebieten
Laufzeit
2002 - 2008
Kontakt
DEZA Zentrale
Tel: +41 31 322 31 24
E-Mail: hh@deza.admin.ch
DEZA Belarus
Tel: +375 17 211 00 25
E-Mail: minsk@sdc.net |