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Umfassendes Strahlungs-Monitoringsystem

Projekt abgeschlossen

Messung lokal produzierter Lebensmittel auf radioaktive Verstrahlung

Das Ziel des Projektes ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes von Müttern und Kindern in hoch verstrahlten Gebieten der Region Gomel. Dazu sollen die Strukturen der medizinischen Grundversorgung in den ausgewählten Distrikten ausgebaut und modernisiert werden.

Die Region Gomel im Südosten von Weissrussland (Belarus) sowie der Distrikt Bragin im Süden der Region (nicht weit von Tschernobyl) gehören zu den am meisten verstrahlten Gegen­den des Landes. Doch selbst nach den Massen­umsied­lungen Ende der 80er Jahre sind leben dort noch immer etwa siebzehntausend Menschen. Die meisten davon sind als landwirtschaftliche Arbeiter in Kolchosen beschäftigt.

Die lokale Bevölkerung verfügt noch immer über zu wenig Kenntnisse, mittels denen sie die Aufnahme von Radio­nukliden verhüten kann. Sie weiss beispielsweise nicht, dass die Aufnahme von radioaktiver Strahlung durch den Konsum von unverstrahlten Nahrungsmitteln massiv gesenkt werden kann.

Eine fatale Kombination aus Armut, niedriger Lebensmittel­qualität, mangelhafter Hygiene und gesteigertem Tabak- und Alkoholkonsum schädigt den Gesundheitszustand der Bevöl­kerung zusätzlich.

Die von der Regierung Weissrusslands eingeführten Messun­gen von Radionukliden erwiesen sich als nicht genügend effizient. Es fehlte an finanziellen Mitteln zur flächen­decken­den Einrichtung von Messstellen, es fehlte an Informationen und am strategischen Ansatz. Die Analyse des Regierungs­projekts ergab, dass die staatlichen Programme zur lang­fristi­gen Rehabilitation der kontaminierten Gebiete nur unter akti­vem Einbezug der betroffenen Bevölkerung in der tägliche Auseinandersetzung mit der Verstrahlung erfolgreich umge­setzt werden können.

Das DEZA Kooperationsbüro hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem Bezirksspital Bragin und anderen Partnern ein umfassendes Monitoringsystem eingeführt. Die Bevölkerung soll durch spezifische Informationsvermittlung mit präventiven Massnahmen zur Verhinderung der weiteren Aufnahme von radioaktiver Strahlung vertraut gemacht werden. Dazu gehört das Messen der in den konsumierten Nahrungsmitteln enthaltenen Strahlungsmenge wie auch das Monitoring der Strahlenmenge im eigenen Körper. Bei zu hohen Werten kann eine Veränderung der Essgewohnheiten oder andere Verhaltensänderungen zu einer massgeblichen Verminderung führen. Anpassungen im landwirtschaftlichen Anbau senken überdies mittel- und langfristig die radioaktive Strahlung in Lebensmitteln.

Im Rahmen des DEZA-Projektes wurde die lokale Bevölkerung mit tragbaren Dosimetern ausgerüstet und zwei neue Strahlungskontrollzentren unter Beteiligung der NGO "Sprout of Life" eingerichtet. Die vier existierenden Strahlungskontrollzentren wurden modernisiert. Die Ausrüstung in den lokalen Strahlungskontrollzentren werden regelmässig überprüft und gewartet und die Dosimetrie-Spezialisten kontinuierlich aus- und weitergebildet. Mit Hilfe einer mobilen Messanlage werden zweimal jährlich im April und im Oktober Messungen der Radioaktivität in den Körpern aller schulpflichtigen Kinder durchgeführt.

Seit dem Beginn des Projektes konnte bereits eine markante Reduktion der durchschnittlichen Verstrahlung bei Kindern aller Risikogruppen festgestellt werden.

blank Das Projekt in Kürze

Bereich
Humanitäre Hilfe
Land / Region
Region Gomel in Belarus
Partner
Spital in Bragin

NGOs:
- "The Sprout of Life" – Distrikt Bragin
- Association pour le Contrôle de la Radioactivité dans l’Ouest (ACRO) – Frankreich
-Centre d'etude sur l'Evaluation de la Protection dans le domaine Nucleaire (CEPN) – Frankreich
- „BELRAD" Institut für Strahlungs-sicherheit – Belarus
-Zweigstelle des Forschungsinstitutes für Radiologie in Brest (BB-RIR) – Belarus
Ausgangslage/
Hintergrundinformationen
Die Kontrolle der in Nahrungsmitteln sowie im menschlichen Körper enthalte­nen Strahlungsmenge kann die gesund­heit­liche Situation der Bevölkerung in den betroffenen Regionen mass­geb­lich ver­bessern.

Neben den Messungen sind auch prakti­sche Informationen zum Strahlen­schutz für die Bevölkerung notwendig, um die weitere Aufnahme von Radionukliden zu vermeiden.


Ziel des Projektes
Das Strahlungskontrollsystem soll kom­ple­men­tär zum Projekt "Gesundheit für Mutter und Kind" im Distrikt Bragin die Strahlenschutzkultur vor allem bei schwan­ge­ren Frauen, jungen Müttern und Kindern fördern. Dies wird erreicht durch gezielte Information und Vermittlung von praktischen Fertigkeiten.

Das Projekt „Umfassendes Strahlungs-Monitoringsystem“ ist eng verknüpft mit dem ebenfalls von der DEZA initiierten Projekt „Gesundheit für Mutter und Kind“, das in der gleichen Region durchgeführt wird.


Finanzieller Rahmen
CHF 186'000.-
Laufzeit
01.2008 - 05.2010 (Phase 2)

Kontakt
Sektion Europa + GUS
Humanitäre Hilfe und SKH
Sägestrasse 77 Köniz
3003 Bern
Telefon: (++4131) 32 23124
Fax: (++4131) 32 41694
E-Mail: hh@deza.admin.ch

Weiterführende Informationen und Dokumente

  • SDC in Belarus 2001 - 2010: Experiences and Results of Selected SDC Programmes
    Download (PDF, 3353 KB) [en]