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T’ikapapa – Internationale Auszeichnung für Programm mit einheimischen Kartoffelsorten in Peru

Variedades nativas

Das Programm T’ikapapa, das die Verpackung und Vermarktung speziell ausgewählter einheimischer Kartoffelsorten in Peru beinhaltet, ist mit einem der fünf SEED-Awards der UNO für 2007 ausgezeichnet worden. Beim Wettbewerb wurden 230 Projekte aus 70 Ländern eingereicht.

Bei den SEED-Awards handelt es sich um eine internationale Initiative. Sie wird unterstützt von der World Conservation Union, dem Umwelt- und dem Entwicklungsprogramm der UNO sowie Deutschland, den USA, den Niederlanden, Grossbritannien, Südafrika und Swiss Re, einem privaten Versicherungsunternehmen.

Die Bekanntgabe der Auszeichnung an T’ikapapa fiel auf den seit 2005 in Peru jährlich abgehaltenen Nationalen Kartoffeltag.

Tikapapa supermercadosMit der Wahl von T’ikapapa würdigten die Organisatoren des Awards das innovative Konzept der Initiative, welche eine Verbindung zwischen den Kleinproduzenten einheimischer Kartoffelsorten und neuen städtischen Märkten schafft und damit für die Produkte einen Mehrwert eröffnet.

Dieser Ansatz fördert neben dem Einkommen der Betroffenen aus dem Anden-Hochland auch Umwelttechnologien, die zur Bewahrung der lokalen Artenvielfalt beitragen. Diesem Aspekt des Projekts wurde von der Jury ebenfalls Rechnung getragen.

Die Jury hat ihren Entscheid für die Wahl von T’ikapapa noch mit einer Reihe weiterer Faktoren begründet:

  • Der kommerzielle Erfolg von T’ikapapa als Gourmet-Produkt, der für die Kleinproduzenten Anreize zum Erhalt der Artenvielfalt bietet.
  • Das höhere Einkommen von 300 Kleinproduzenten in den peruanischen Anden, die nun für ihre Kartoffeln im Vergleich zu anderen Marktsegmenten 30% mehr erhalten.
  • Die Innovationsimpulse im Rahmen einer Public Private Partnership und die Motivation für Investitionen, die für die Entwicklung des Produkts wichtig sind.
  • Die Entwicklung eines neuen Modells zur Förderung verantwortungsvoller Unternehmen. Eckpfeiler sind die Vielfalt der einheimischen Kartoffeln und der Erwerb von Wissen, das auch in anderen Gebieten von Nutzen ist.
  • T’ikapapa gehört zu den Produkten, die auf dem Markt mit dem Ziel lanciert wurden, einem einheimischen Erzeugnis wieder zum Erfolg zu verhelfen und es im nationalen und internationalen Markt zu positionieren. Koordiniert wird das Projekts vom Internationalen Kartoffelzentrum (CIP); die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) leistet finanzielle Unterstützung.

KartoffelernteDie SEED-Awards-Jury würdigte auch den Umstand, dass ein Schlüsselfaktor für den Erfolg des Projekts im Partizipationsprozess liegt. Dieser trug dazu bei, dass sich die Teilnehmer zutrauten, ein Produkt entwickeln zu können, das für alle Mitglieder attraktiv ist. Zu diesen Mitgliedern zählten folgende Vereinigungen:

  •  die Organisation der Gemeinschaftsproduzenten der Anden,
  • ein kleines Privatunternehmen, das einheimische Kartoffeln verarbeitet,
  • CAPAC Peru, eine Public Private Partnership, die Qualitätskriterien im Kartoffelmarkt verbreitet,
  • die Wong Corporation, eine Supermarkt-Kette, die den Handel mit einheimischen Kartoffeln fördert,
  • das Projekt INCOPA (Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der peruanischen Kartoffel) des CIP zur Innovationsförderung im peruanischen Kartoffelsektor.

Die jährlich verliehenen SEED-Awards sollen Unternehmer, Gemeinschaften, Firmen und andere Akteure auf der ganzen Welt motivieren, Partnerschaften einzugehen, die das Wirtschaftswachstum, die soziale Entwicklung und den Schutz der Umwelt fördern.

blank Das Projekt in Kürze

Bereich
Regionale Zusammenarbeit
Land / Region
Peru, in den Departementen Lima, Huanuco, Huancavelica und Puno
Partner
Stiftung Hirondelle Lausanne
Ausgangslage / HIntergrundinformationen
Die Kartoffel ist in Peru ein weit verbreitetes Konsumgut. Der Anbau von einheimischen Sorten ist vor allem in den Händen von Kleinbauern, die anderen Sektoren der Produktionskette werden von mittleren oder grossen Unternehmen kontrolliert.

Projektziel
Durch einen verstärkten Dialog zwischen Vertretern der verschiedenen Glieder der Produktionskette soll das Vertrauen gestärkt werden, das nötig ist für die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte (ausgewählte Kartoffeln; Chips), die wiederum zu einer Erhöhung der Margen aller Akteure und insbesondere bei den Kleinproduzenten führt.
Zielgruppe
40 ländliche Gemeinden
400 Familien / 1600 Personen
weitere Akteure der Produktionskette
Laufzeit
April 2007 – Mai 2010
Finanzieller Rahmen
725’000 CHF
Kontakt
DEZA, Abteilung Lateinamerika
cosude.amlat@deza.admin.ch

Centro Internacional de la Papa
cip-incopa@cgiar.org

Weiterführende Informationen und Dokumente