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Strassenbau in Nepal: ein Weg aus der Armut
Internationale Auszeichnung für Strassenprojekt der DEZA in Nepal



Mit dem zweiten Rang beim «Innovation Award for Road Transport in Developing Countries» anerkennt die «International Roads Federation» den Beitrag des «District Roads Support Project» zur besseren Erreichbarkeit von Dörfern im ländlichen Nepal. Durch den Bau, die Sanierung und den Unterhalt von Landstrassen auf arbeitsbasierte, umweltfreundliche und partizipative Art verbessert das Projekt die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Sie erhalten Zugang zu Schulen und Gesundheitsversorgung, haben mehr wirtschaftliche Möglichkeiten und sind mobiler.

Die «International Roads Federation» (IRF) mit Büros in Genf, Brüssel und Washington DC ist das grösste Netzwerk von Fachkräften, die im Bereich Strasseninfrastruktur arbeiten. Die nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation hat sich zum Ziel gesetzt, den Bau und Unterhalt von besseren, sichereren und langlebigeren Strassen und Strassennetzwerken zu fördern. Der «Innovation Award for Road Transport in Developing Countries» wird für vorbildliche Strassenprojekte vergeben. In diesem Jahr zeichnete die IRF das «District Roads Support Project» (DRSP) mit dem zweiten Platz in der Kategorie «Rural Transport» für seinen Beitrag zur Verkehrsinfrastruktur und zur besseren Erschliessung von Dörfern im ländlichen Nepal aus. Die IRF lobte die innovativen, nachhaltigen und beispielhaften Methoden des DRSP in diesem Bereich. Die Preisverleihung fand am 10. Mai 2011 an einem IRF-Symposium statt.

Geografie und Herausforderungen von Nepal

Wie wichtig Strassen und der Zugang zu Dörfern in Nepal sind, wird deutlich, wenn wir uns vor Augen führen, dass der Himalaja-Staat senkrecht von 80 m über Meer bis zum Mount Everest auf 8848 Metern reicht, die horizontale Distanz jedoch lediglich 100 km beträgt. Fast sechs Millionen Menschen (23 % der Gesamtbevölkerung) leben mehr als vier Stunden Fussmarsch von der nächsten Strasse entfernt. Kinder müssen nicht selten zwei bis drei Stunden Schulweg in Kauf nehmen, eine Familie muss einen halben Tag zu Fuss gehen bis zum nächsten Wochenmarkt, schwangere Frauen haben zwei Tage bis zur nächsten Gesundheitseinrichtung. Das Land hat eine der niedrigsten Strassendichten der Welt aller Binnenländer, einige Dörfer sind bis zu 13 Tagesmärsche von der nächsten Strasse entfernt. Der fehlende Zugang zu Strassen ist ein grosses Hindernis für die wirtschaftliche und menschliche Entwicklung und die soziale Integration.

Ergebnis einer langen Partnerschaft

Seit mehr als dreissig Jahren hilft die Schweiz mit, das Leben von Hunderttausenden armer und randständiger Personen in den Dörfern in ländlichen Gebieten Nepals durch einen Zugang zum Strassennetz zu verbessern. Seit der Einführung 1999 hat das «District Roads Support Project» die vereinbarten inhaltlichen und finanziellen Ziele erreicht. Zum Beispiel wurden 500 km Strassen gebaut und saniert, und die Gemeinde-Entwicklungsprogramme haben den Lebensstandard in den lokalen Gemeinschaften nachhaltig verbessert. In den vergangenen zehn Jahren verdreifachte sich das Einkommen der Haushalte, die entlang der vom DRSP gebauten Strassenkorridore leben. Insgesamt dürfte sich die Nahrungssicherheit in den Gebieten, die vom Strassenprojekt profitieren, verdoppelt haben. Das Projekt wird partizipativ umgesetzt und bezieht auch Frauen, Benachteiligte und diskriminierte Gruppen ein. In den vergangenen vier Jahren wurden insgesamt 1,5 Millionen Personentage Arbeit vergeben, 40 % an Frauen. 70 % der Arbeit verrichteten benachteiligte Bevölkerungsgruppen.

Während der Bauphase verschafft das Projekt vielen Personen auf dem Land dringend benötigte Arbeit, und mit der Anbindung ans Strassennetz verschwindet das Gefühl der Isolation, ausserdem erspart es der Bevölkerung Millionen von Stunden an Fussmärschen. Die Kinder können zur Schule gehen (es besuchen 20 % mehr Kinder eine Schule), die Menschen können medizinische Zentren aufsuchen, öffentliche Leistungen in Anspruch nehmen und auf Märkten einfacher Produkte kaufen und verkaufen.

Schweizer Knowhow und Innovationen

Die Erfahrung der Schweiz im Strassenbau hat die Politik von Nepal in zahlreichen Sektoren beeinflusst. Mit dem Strassenprogramm wurden Sozialleistungen für die Arbeitenden, Unter-haltskonzepte, Landentschädigungen, konfliktsensitives Projektmanagement sowie öffentli-che Hearings und Audits eingeführt. Es hat dieser Politik auch landesweit zu mehr Akzeptanz verholfen. Vor allem beruht das «Green Roads Concept», das die DEZA für Nepal in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) entwickelt hat, auf arbeitsbasierten, umweltfreundlichen und partizipativen Ansätzen, die heute landesweit für den Bau von lokalen Strassen zum Einsatz kommen.

Die Auszeichnung der «International Roads Federation» bietet Gelegenheit, diese «Good Practices» bekannter zu machen und Entscheidungsträger und mit der Umsetzung beauftragte Akteure weltweit zu ermutigen, solche Ansätze zu übernehmen und auch in grösserem Massstab anzuwenden. Für das DRSP ist es eine wichtige Anerkennung. Sie bestätigt, dass für die Armutsbekämpfung in Nepal die Strasseninfrastruktur, die Transportbedingungen und die Lebensqualität der Gemeinschaften eine Schlüsselrolle spielen.

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Strassenbau: Planung und Aufsicht mit der lokalen Bevölkerung

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Das Projekt in Kürze


Bereich
Regionale Zusammenarbeit
Thema
Infrastruktur und Strassenbau
Land / Region
Nepal
Partner
Umsetzung: ITECO
Weiterer Partner: Regierung von Nepal

Ausgangslage / Hintergrundinformation
Das Land hat eine der niedrigsten Strassendichten weltweit. Der fehlende Zugang zu Strassen ist ein grosses Hindernis für die wirtschaftliche und menschliche Entwicklung und die soziale Integration.
Projektziel
Die Bevölkerung in abgelegenen ländlichen Gebieten profitiert von befahrbaren Strassen, die Zugang zu Ressourcen, zu wirtschaftlichen Aktivitäten und zu medizinischen Einrichtungen verschaffen;
2) Die institutionellen Strukturen und Kapazitäten auf allen Stufen werden verbessert, um eine gute Regierungsführung und einen gewissen sozialen Schutz für die Arbeitenden zu gewährleisten.
Bauziel laufende Phase (2010–2013):
• Bau von 100 km neuen Strassen
• Sanierung von 50 km Strassen
• Unterhalt von 200 km Strassen
• 1 Million Personentage Arbeit im Strassenkorridor

Zielgruppe
Menschen in abgelegenen Gebieten, insbesondere benachteiligte und diskriminierte Bevölkerungsgruppen
Kosten
CHF 14 Millionen
Dauer
2010–2013
Kontakt
kathmandu@sdc.net

Weiterführende Informationen und Dokumente