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Soziales Wohnen in freundnachbarlicher Umgebung - Georgien
Selbstständiges Wohnen ermöglichen
Projekt abgeschlossen
![]() Die DEZA zeigt in Georgien neue Wege im sozialen Wohnungsbau auf. Dabei wird die Nachbarschaftshilfe gefördert, um die Lebensumstände der sozial und wirtschaftlich Schwächsten der Gesellschaft dauerhaft zu verbessern. Zu ihnen zählen die durch Konflikte intern Vertriebenen, alte alleinstehende Personen oder alleinerziehende Mütter.
Alternative zu Alters- oder Pflegeheimen
Nachbarschaftshilfe institutionalisieren Aufbauend auf dieser Erkenntnis ist das Konzept «Social Housing in Supportive Environment» der DEZA entstanden. «Wir überlassen die Nachbarschaftshilfe nicht dem Zufall», sagt Ernesto Morosin, der humanitäre Koordinator im Südkaukasus, «wir institutionalisieren sie». Wie das geht? In einem Aussenquartier von Tiflis entstehen vier Häuser mit insgesamt 30 Wohnungen. 28 davon sind für ein bis zwei Personen konzipiert, die zwar alleine leben können, doch hin und wieder Unterstützung von aussen brauchen. Zwei Wohnungen sind deutlich grösser und werden von speziell ausgesuchten Familien bewohnt werden. Diese Familien stammen zwar ebenfalls aus sozial schwachen Schichten, zeichnen sich aber durch ausgewiesene Sozialkompetenz aus. Sie schaffen in der Siedlungsgemeinschaft das gewünschte soziale und unterstützende Umfeld. Sie stehen den anderen Bewohnern bei kleinen Problemen bei – wechseln zum Beispiel eine Lampe aus – und rufen wenn nötig den Sozialdienst oder einen Arzt .
Der Selektionsprozess steht in Georgien am Anfang. Mamuka Katsarava, der Verantwortliche bei der Stadtverwaltung von Tiflis für das erste Pilot-Projekt in Georgien, legt Wert auf die Transparenz bei der Auswahl: «Niemand soll uns vorwerfen können, wir hätten nicht jene mit den grössten Bedürfnissen gewählt.» Die Stadtverwaltung wird Eigentümerin der Häuser werden und sie verwalten. So können die Wohnungen an neue Bedürftige vergeben werden, wenn eine leer wird. Auch bleibt die Stadt für den Unterhalt verantwortlich, denn diese Kosten könnten die mittellosen Bewohner nicht selber schultern. Ein Konzept das Kreise ziehen soll
Gebaut wird in Tiflis viel – bisher allerdings nur für Vermögende. Darum bestehe ein grosses Bedürfnis für Sozialwohnungen, sagt Mamuka Katsarava von der Stadtverwaltung. Zu lange sei dies vernachlässigt worden; seit dem Ende der Sowjetunion habe die Stadt keine einzige Sozialwohnung mehr gebaut. Das DEZA-Projekt betrachtet Mamuka Katsavara daher als neuen Start. |
Das Projekt in Kürze Bereich Humanitäre Hilfe, Sektion Europa und GUS Land / Region Georgien Partner Stadtverwaltung von Tiflis, Ministerium für Flüchtlinge und Unterkunft, Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales, UNDP, Fürstentum Lichtenstein Ausgangslage / Hintergrundinformationen In Georgien leben rund 240 000 intern Vertriebene aufgrund von kriegerischen Konflikten. Rund die Hälfte von ihnen lebt in staatlichen Gemeinschaftsunterkünften. Zunehmend werden diese Unterkünfte privatisiert und die Bewohner müssen ausziehen. Die über viele Jahre gewachsenen nachbarschaftlichen, sozial und wirtschaftlich stützenden Netzwerke drohen dabei zu zerfallen. Im angespannten Wohnungsmarkt ist es für die ärmere und sozial schwache Bevölkerung – zu der die intern Vertriebenen meist gehören – kaum möglich, Wohnungen zu finden. Projektziel Das Pilot-Projekt in Tiflis gibt Ideen und Impulse für den sozialen Wohnungsbau in Georgien. Sein übergeordnetes Ziel ist, dass die Regierung von Georgien das Konzept des «Social Housing in Supportive Environment» zu einem festen Bestandteil der nationalen Sozialpolitik werden lässt. Als direkte Auswirkung wird intern Vertriebenen und anderen wirtschaftlich und sozial Bedürftigen ein weitgehend selbstständiges Leben ermöglicht. Dies Dank einer institutionalisierten Nachbarschaftshilfe. Finanzieller Rahmen Erstes Pilot-Projekt in Georgien: 1 Mio. Franken, davon 450’000 Franken vom Fürstentum Lichtenstein Laufzeit August 2007 bis September 2008 Kontakt Schweizer Koordinationsbüro für den Süd-Kaukasus in Tiflis |
Weiterführende Informationen und Dokumente
- Südkaukasus (Georgien, Armenien, Aserbeidschan)
Die schweizerische Zusammenarbeit ist seit 1988 im Südkaukasus tätig. Ihren ersten Einsatz leistete ...




