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Schweizer Initiative für Beschäftigung und für ländliche Kleinst- und Kleinunternehmen
Schaffung von Arbeitsplätzen in benachteiligten Regionen Tunesiens

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Tunesisch-schweizerischer Wettbewerb: Die fünf ersten Preisträgerinnen und Preisträger in Kasserine

Mit dem Projekt I-SEMER (Schweizer Initiative für Beschäftigung und für ländliche Kleinst- und Kleinunternehmen) sollen über einen Zeitraum von drei Jahren 10‘000 Arbeitsplätze für junge Menschen in vier benachteiligten Bezirken Tunesiens geschaffen werden. Während der Pilotphase, die von Juli bis November 2011 dauerte, erhielten die ersten 35 Unternehmerinnen und Unternehmer eine Unterstützung im Hinblick auf die Schaffung von 266 potenziellen Arbeitsplätzen. Das Schweizer Projekt, das in Zusammenarbeit mit tunesischen Partnern realisiert wird, stellt die erste operationelle Unterstützung in den fragilen Gebieten des post-revolutionären Tunesiens dar.

Die wichtigsten Auslöser der Aufstände in Tunesien waren die grossen regionalen Unterschiede, fehlende Zukunftsperspektiven und die hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen. In diesem unsicheren Kontext will das Projekt I-SEMER durch Wirtschaftsförderung und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den vier benachtei-ligten Bezirken im westlichen und südwestlichen Teil des Landes (Kasserine, Sidi Bouzid, Le Kef und Médenine) eine ausgewogene regionale Entwicklung fördern. 
Ziel dieses ehrgeizigen Projekts ist es, innerhalb von drei Jahren rund 10‘000 Arbeitsplätze zu schaffen. Es umfasst drei aufeinander abgestimmte Teil-bereiche, die für sich jedoch auf ein spezifisches Bedürfnis des Landes eingehen:

  1. Durchführung von runden Tischen zur Verbesserung des Geschäftsklimas auf lokaler Ebene
  2. Unterstützung bei der Gründung von Kleinstunternehmen durch junge Menschen
  3. Schaffung von kleinen und mittleren Unternehmen im ländlichen Raum

Konstruktiver Dialog dank runden Tischen
Es geht darum, eine Plattform für Dreiparteiengespräche zu schaffen, bei denen lokale Behörden, Privatwirtschaft und Vereinigungen zusammenkommen. Es soll ein konstruktiver Austausch unter den verschiedenen Akteuren der regionalen Wirtschaftsförderung stattfinden. Ziel dieser Gespräche ist es, die Faktoren zu identifizieren, die die regionale Entwicklung behindern, und Aktivitäten zur Verbes-serung des Geschäftsklimas zu lancieren.
Die ersten runden Tische fanden in Kasserine und Sidi Bouzid statt. Die verschie-denen Akteure lernten sich kennen und und kamen miteinander ins Gespräch. Sie äusserten sich sehr positiv zu diesem Austausch. Die runden Tische tragen nicht nur zur Verbesserung des lokalen Investitionsklimas bei, sondern dienen auch als «Labors» für demokratische Entscheidungsprozesse und Dezentralisierungsbe-strebungen.

Förderung von Kleinstunternehmen durch Begleitung und Unterstützung mit Mikrokrediten
Dieses Teilprojekt richtet sich an arbeitslose junge Frauen und Männer. Sie sollen bei der Gründung ihres eigenen Kleinstunternehmens angemessen begleitet wer-den und die auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Finanzprodukte erhalten. Diese Aktivitäten werden in Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Partnerorganisation (ENDA) durchgeführt, die über ein breites Netz von Vertreterinnen und Vertretern sowie über ein grosses Kundenportefeuille in den abgelegenen Regionen Tune-siens verfügt. Damit ist eine optimale Abdeckung des Gebiets sichergestellt.

Förderung des Unternehmertums und der Gründung von kleinen und mittleren Unternehmen im ländlichen Raum
In Zusammenarbeit mit der Bank für die Finanzierung kleiner und mittlerer Unter-nehmen (BFPME) werden Wettbewerbe organisiert, um die Kapazitäten von Jung-unternehmern zu stärken und ihnen bei der Gründung ihres Unternehmens zu helfen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Jugendlichen, den Frauen und den Ausgebildeten, sowie auf der Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze und der Innova-tionskraft der Projekte.
Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten eine spezifische Begleitung, um die Durchführbarkeit ihres Projekts zu gewährleisten. Sie können beim tunesisch-schweizerischen Fonds einen finanziellen Beitrag beantragen. Die ersten Wettbe-werbe haben gezeigt, dass die Kombination von Begleitung und finanzieller Unter-stützung einem echten Bedürfnis entspricht.
Zur Unterstützung potenzieller Unternehmerinnen und Unternehmer bei der For-mulierung ihres Geschäftsprojekts gibt es «Unternehmerworkshops», in denen sich Jungunternehmer mit den verschiedenen Aspekten einer Unternehmensgründung vertraut machen können (z.B. Erstellung eines Businessplans).

Vor Ort
Ein Vorteil des Projekts I-SEMER ist die Tatsache, dass das Schweizer Pro-grammbüro in Tunesien über einen regionalen Ableger in Kasserine verfügt. Da-durch kann der in Tunis mit den verschiedenen nationalen Partnern geführte Dialog vor Ort weiter geführt werden – ebenso die Beziehungen mit den regionalen Akteuren. In den ersten Monaten der Umsetzung hat sich gezeigt, wie wichtig diese engen Kontakte sind, wenn man ein Vertrauensverhältnis zu den Partnern aufbauen und deren Bedürfnissen gerecht werden will.

Das Projekt in Kürze

Bereich
Wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung
Thema
Schaffung von Arbeitsplätzen und Förderung von Unternehmen
Land
Tunesien / Nordafrika 
Partner 
  • BFPME (Bank für die Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen)
  • ENDA Inter-Arabe (NGO im Finanzbereich)
  • Verschiedene Regierungsbehörden, Organisationen des Privatsektors und Vereinigungen

Ausgangslage / Hintergrundinformation
Das wirtschaftliche Gefälle zwischen den einzelnen Regionen Tunesiens, die mangelnden Perspektiven und die hohe Jugendarbeitslosigkeit waren Auslöser des arabischen Frühlings 2011.
Ziel des Projektes
Schaffung von 10‘000 Arbeitsplätze für Junge in benachteiligten Regionen.
Zielgruppe
Arbeitslose junge Menschen, insbesondere Diplomierte und Frauen, in den Regionen Kasserine, Sidi Bouzid, Le Kef und Médenine
Finanzieller Rahmen
1‘170‘000 CHF für die Pilot-phase
6 ‘053‘000 CHF für die ge-samte Projektdauer
Laufzeit
Pilotphase: 1. Juli bis 31. November 2011
Gesamtes Projekt: 1. Juli bis 31. Dezember 2012, Follow-up der Resultate bis 31. Dezember 2015 

Weiterführende Informationen und Dokumente