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Programm zur Anpassung an den Klimawandel (PACC)



Klimatische Anfälligkeit der peruanischen Anden als zusätzliche Entwicklungsbremse
Ausgangspunkt für das Programm, welches das Kooperationsbüro der DEZA in Lima für die Regionen Apurimac und Cuzco mit lokalen und nationalen Partnern erarbeitet hat, waren die Wechselwirkungen zwischen dem Klimawandel und der Reduktion von Naturgefahren.

Der Klimawandel bedeutet eine weitere Hürde für den Entwicklungsprozess, da die tief greifenden meteorologischen Veränderungen äusserst gravierende Folgen für so unterschiedliche Bereiche wie Gesundheit, Infrastruktur, Lebensmittelsicherheit oder Ökosysteme haben.
Besonders schwerwiegend sind diese Auswirkungen für die Qualität und Quantität der Wasserversorgung im Hochland der peruanischen Anden. Längerfristig wird darunter auch die Stromproduktion leiden, wenn infolge der schmelzenden Gletscher das Wasservolumen zurückgeht. Dasselbe Szenario zeichnet sich für weitere natürliche Ressourcen ab, etwa für die landwirtschaftlich genutzten Flächen, welche die Lebensmittelgrundlage für die Landbevölkerung bilden: Die Häufigkeit und Intensität von meteorologischen Extrembedingungen gefährdet die bisherigen Investitionen und Anstrengungen im Entwicklungsbereich.

In den peruanischen Anden kämpfen die Regionen Cuzco und Apurimac mit extrem harschen klimatischen Bedingungen: Frost, Hagel, Schneefälle, Kältewellen und Dürren verursachen grosse Schäden. Ernteausfälle wiederum haben für die bereits unterernährte Bevölkerung dramatische Auswirkungen. Im Februar 2007 zum Beispiel verursachte ein Frost so enorme Schäden an den Kulturen, dass die Regierung ein Nothilfeprogramm starten musste, um sicherzustellen, dass die betroffenen Bauernfamilien genügend Nahrung zum Überleben haben.

Programm zur Anpassung an den Klimawandel (PACC): eine lokale und globale Aktion
Angesichts dieser alarmierenden Lage präsentiert sich PACC-Peru als Aktionsprogramm zur Verringerung der klimatischen Anfälligkeit der lokalen Bevölkerung in Cuzco und Apurimac. Schwerpunkte sind die Wasserversorgung, die Eindämmung der Gefahr von Naturkatastrophen und die Nahrungsmittelsicherheit. Dabei werden sowohl die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse als auch das lokale Wissen einbezogen. Durch diesen bewusst disziplinenübergreifend gestalteten Ansatz sollen die geeignetsten Anpassungsmassnahmen gefunden werden. Beispiele sind die Ausweitung der Wasserreserven, der Anbau von Sorten, die extremen Bedingungen trotzen und konkrete Massnahmen im Bereich Raumplanung zur Beschränkung der Naturgefahren.

Wichtig ist auch der partizipative Ansatz beim Treffen von Entscheidungen. Stichworte dazu sind Gouvernanz, Gleichbehandlung und die Verwendung lokaler Sprachen. Das PACC strebt eine breitere Integration der klimatischen Anpassungen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene und daher Synergien mit anderen Projekten sowie die Entwicklung nachhaltiger Finanzierungsmechanismen an.

Auf globaler Ebene stellt sich das PACC einer anderen Herausforderung. Im Rahmen des PACC werden Methoden entwickelt, mit denen sich auf der Grundlage wissenschaftlicher und sozialer Daten mit klaren Ergebnissen genauer definieren lässt, welche Bedingungen zu einer erhöhten klimatischen Anfälligkeit führen. Das Programm bietet damit eine ganze Palette von Analysemethoden universeller Gültigkeit, die auch in anderen Projekten von Nutzen sein dürften und leistet so einen Beitrag zum politischen Dialog und zum internationalen Erfahrungsaustausch.

blank Das Projekt in Kürze

Bereich
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit
Land / Region
Peru – die Regionen Cuzco und Apurimac

Partner
Durchführende Institution: Konsortium, dem Intercooperation und die beiden peruanischen Organisationen Libelula und PREDES angehören. Offizielle peruanische Anlaufstelle: CONAM (Nationaler Umweltrat)

Projektziel
Die ärmste, vorwiegend ländliche Andenbevölkerung leidet besonders stark unter den Auswirkungen des Klimawandels, weil sie von natürlichen Ressourcen abhängig ist. Damit verbunden ist de facto eine höhere Anfälligkeit für die Folgen von Naturkatastrophen. Vor diesem Hintergrund hat sich die Schweizer Zusammenarbeit zum Hauptziel gesetzt, die Anfälligkeit dieser Bevölkerungsgruppen zu reduzieren, indem das auf siebeneinhalb Jahre ausgelegte Programm auf drei Schüsselbereiche ausgerichtet wurde: Wasserressourcen, Reduktion der Gefahren infolge von Naturkatastrophen, Nahrungsmittelsicherheit

Zielgruppe
Sehr arme, vorwiegend ländliche Andenbevölkerung, die stark von natürlichen Ressourcen abhängig und dem Klimawandel ausgesetzt ist

Laufzeit
Die Umsetzung des Programms beginnt 2008 und dauert 7,5 Jahre

Finanzieller Rahmen
12 Millionen Schweizer Franken verteilt auf 7,5 Jahre

Kontakt
DEZA Zentrale
Globalprogramm Klimawandel

DEZA Peru
Kooperationsbüro in Lima
Janine Kuriger
Tel. +51 1 264 5001


Weiterführende Informationen und Dokumente

  • Peru
    Die Schweiz engagiert sich seit 45 Jahren in Peru. Die heutige Schweizer Entwicklungszusammenarbeit ...