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Zentralamerika: Mikrofinanz als Hilfe für die Ärmsten
Bessere Finanzdienstleistungen für Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen



PROMIFIN unterstützt Mikrofinanzinstitute, die sich auf die Bereitstellung von Finanzdienstleistungen für Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen in städtischen und ländlichen Regionen spezialisiert haben. Diese Institute sollen finanziell unabhängig werden und ihr Angebot an Finanzprodukten verbessern können. Bei der Umsetzung dieses Ziels arbeitet PROMIFIN eng mit den Behörden, privaten Institutionen und der Gebergemeinde zusammen.

Gemäss einer Umfrage aus dem Jahr 1998 nehmen lediglich 10% der Haushalte in Nicaragua Kredite in Anspruch, 5% haben ein Sparkonto bei einer Bank oder einem anderen Finanzinstitut. Noch erstaunlicher fielen diese Werte für die ländlichen Gegenden aus: Hier haben 7% der Hauthalte einen Kredit, und nur 1% besitzt ein Bankkonto. Ähnlich präsentiert sich die Situation in Honduras und El Salvador. Die grosse Mehrheit der Erwerbstätigen in ländlichen Gegenden lebt von den Einnahmen ihres eigenen Unternehmens, Kleingewerbes oder Bauernhofs. Zur Weiterentwicklung ihrer Tätigkeit benötigen diese Menschen deshalb geeignete und attraktive Finanzdienstleistungen. Das Projekt PROMIFIN der DEZA fördert den Zugang der Haushalte mit niedrigem Einkommen zu Finanzdienstleistungen. Zur Umsetzung dieses Ziels engagiert sich PROMIFIN auf verschiedenen Ebenen des Finanzsektors.

Stärkung der Kapazitäten der Mikrofinanzinstitute
PROMIFIN hat Instrumente entwickelt, mit denen die Institutionen zahlreiche Aspekte optimieren können. Dazu gehören geeignetere Finanzprodukte dank einer besseren Analyse der Kundenbedürfnisse (auch derjenigen der Frauen), die Erarbeitung von Strategieplänen, die Berechnung der Kosten und Einnahmen pro Agentur und Produkt sowie eine effizientere Krediteintreibung und ein besserer Kundendienst. Durch diese Unterstützung konnten die Mikrofinanzinstitute das Leistungsangebot auf eine neue Kundschaft ausweiten, insbesondere auf Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen. Die von PROMIFIN unterstützten Institutionen haben ihre Kundenzahl zwischen 2003 und 2004 um 25% erweitert und erreichen heute über 300'000 Personen. Über 50% davon sind Frauen und über 50% leben in ländlichen Gegenden.

Ausbau des lokalen Beratungsangebots für Mikrofinanzinstitute
PROMIFIN organisiert auch Ausbildungen für spezialisierte Berater, bei denen die Institutionen bei Bedarf Rat einholen können. PROMIFIN standardisiert und verbreitet die von den Mikrofinanzinstituten in Zusammenarbeit mit den lokalen Beratern entwickelten Instrumente. Die lokalen Berater erhalten Unterstützung, wenn sie ihre Erfahrungen anderen Mikrofinanzinstituten weitergeben.

Die rund 50 lokalen Berater arbeiten als Zweierteams mit jeweils einem Mikrofinanzexperten und einem Informatiker. Diese Berater haben in Nicaragua, Honduras und El Salvador für über 55 Institutionen solche Verwaltungsinstrumente realisiert. PROMIFIN nutzt den regionalen Austausch zwischen Beratern und Institutionen, um die erworbenen Kenntnisse einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Gleichzeitig hat PROMIFIN die Regionalisierung eines Ausbildungsprogramms im Bereich Mikrofinanz unterstützt, das von zwei Universitäten in Honduras und in Nicaragua angeboten wird und jährlich über 100 neue Berufsleute hervorbringt.

PROMIFIN unterstützt auch die Konsolidierung von Zusatzleistungen für Mikrofinanzinstitute: Informationsaustausch durch Mithilfe bei der Schaffung einer Risikozentrale in Nicaragua (SINRIESGOS) sowie Unterstützung bei der Einführung eines Systems gegenseitiger Garantien in Honduras in Koordination mit der Regierung, den Finanzinstituten und der internationalen Zusammenarbeit.

Verbesserung der Rahmenbedingungen im Mikrofinanzsektor
PROMIFIN unterstützt die Spezialisierung und den Einbezug des öffentlichen Sektors im Bereich Förderung und Regulierung der Finanzdienstleistungen für Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen. Sie fördert zudem die Koordination, den Erfahrungsaustausch und die Konsensfindung zwischen den wichtigen Akteuren wie Refinanzierungsbanken, Mikrofinanznetze und –vereinigungen, Bankbehörden und Gebergemeinschaft.

Koordination zwischen Geldgebern und Regierung
Die Koordination zwischen Geldgebern und Regierung ist in Nicaragua und Honduras angesichts der grossen Gebergemeinde besonders wichtig. Durch den Dialog zwischen diesen Akteuren lässt sich vermeiden, dass Projekte mit widersprüchlichen Zielen finanziert werden und es zu Verzerrungen auf dem Finanzmarkt kommt. Im Bereich Mikrofinanz ist es besonders wichtig, Messnormen zu schaffen, die von allen Institutionen verwendet werden. Zusätzlich braucht es Rahmenbedingungen, die das Wachstum des Sektors begünstigen.

Gemäss einem Dokument (Review zur Effizienz der Hilfe im Bereich Mikrofinanz) der CGAP, einem Konsortium aus 30 Geldgebern, spielt PROMIFIN eine wichtige Rolle bei der Förderung des Dialogs zwischen Geldgebern und Regierungen von Nicaragua und Honduras. In diesen beiden Ländern ist die DEZA für ihre langfristige strategische Vision eines Finanzsystems bekannt, zu dem alle Männer und Frauen Zugang haben. In El Salvador - kein Schwerpunktland der DEZA - ist PROMIFIN eine strategische Partnerschaft mit der staatlichen Refinanzierungsbank eingegangen. Ziel ist es, die im Rahmen des Programms entwickelten Kenntnisse an die lokalen Berater weiterzugeben.

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Das Projekt in Kürze

Bereich
Entwicklungszusammenarbeit


Land / Region
Nicaragua und Honduras, Schwerpunktländer. Das Programm läuft seit August 2003 in Nicaragua und seit Mai 2004 in Honduras.


Partner
Das Programm wird seit August 2003 von FACET BV umgesetzt, davor von der DEZA. Partner: insgesamt in den drei Ländern 63 Mikrofinanzinstitute, u.a. NGO, Genossenschaften, Banken und regulierte Mikrofinanzinstitute; Mikrofinanz- und Sparkassennetzwerke, Refinanzierungsbanken, Behörden in Nicaragua und Honduras, die für die Förderung und Regulierung der Finanzdienstleistungen zuständig sind.


Ausgangslage/
Hintergrundinformationen

Obwohl die Hälfte der Bevölkerung Mittelamerikas in ländlichen Gegenden lebt, gibt es dort noch immer einen Mangel an geeigneten Finanzdienstleistungen für Kleinunternehmen und Bauernfamilien.


Ziel des Projektes
Die Entwicklung von Finanzinstituten fördern, die den Bedarf von Kleinunternehmen und Haushalten mit geringem Einkommen abdecken, insbesondere in ländlichen Gegenden.


Zielgruppe
Mikrofinanzinstitute, die professionell arbeiten und deren Kundschaft mehrheitlich aus Kleinunternehmen sowie Bauern- und Hirtenfamilien besteht.


Finanzieller Rahmen
CHF 4.2


Laufzeit
1.8.2006-31.7.2013


Kontakt
mailto:Scosude.amlat@deza.admin.ch


Weitere Informationen und Unterlagen:
www.promifin-cosude.org
www.facetbv.nl

Weiterführende Informationen und Dokumente