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Malariaforschung
Neue erschwingliche Malariamedikamente für die Zukunft

Kind im Spital in Manisha

Die 1999 gegründete und von der DEZA mitfinanzierte Non-Profit Organisation „Medicines for Malaria Venture“ (MMV) erforscht und entwickelt in Partnerschaft mit öffentlichen und privaten Institutionen neue und auch für Arme erschwingliche Medikamente zur Behandlung von Malaria.

Malaria ist weltweit die bedeutendste durch Parasiten ausgelöste Infektionskrankheit. Sie kommt in den Tropen und Subtropen vor. Jährlich werden weltweit etwa 300–500 Millionen Menschen von der Krankheit befallen. Eine Million der Erkrankten stirbt daran – 85% davon sind Kinder unter 5 Jahren. Die Bekämpfung von Malaria ist eines der acht Millenniumsentwicklungsziele (MDGs). Neue Malariamedikamente sind aufgrund steigender Resistenzen dringend nötig. Da die entsprechenden Investitionen zu wenig Rentabilität versprechen, hat die Privatindustrie jedoch wenig Interesse an der Malariaforschung. Für Forschung und Entwicklung bis zur Markteinführung eines Medikamentes rechnet die Pharmaindustrie mit 500-800 Millionen US-Dollar.

Zugänglich für Arme

Seit 1999 hat „Medicines for Malaria Venture“ (MMV) in Partnerschaft mit über 140 öffentlichen und privaten Institutionen neue und auch für Arme erschwingliche und zugängliche Medikamente zur Behandlung von Malaria entwickelt. Das Ziel, 2010 mit einem neuen Medikament auf den Markt zu kommen, wurde übertroffen: 2010 brachte MMV eine neue Artemisinin-Kombinationstherapie (ACT) speziell für Kinder auf den Markt, die bereits in 32 Ländern verwendet wird. Zwei weitere ACT stehen kurz vor der Registrierung und weitere Komponenten sind in der Pipeline.
Neben der DEZA wird MMV finanziell von der Bill and Melinda Gates Stiftung, der Weltbank sowie von der amerikanischen und diversen europäischen Regierungen unterstützt.

Tiefe Kosten
MMV übernimmt in dieser Forschungspartnerschaft das Mana-gement des Forschungsportfolios von viel versprechenden Medikamenten-Kandidaten sowie die Finanzierung der Forschungskosten. Damit können die Gesamtkosten tiefer gehal-ten werden. Die Pharmaindustrie stellt das bis zu ihrem Ausstieg angehäufte Wissen und die Technologie zur Verfügung. Faires Marketing und die Zusammenarbeit mit der WHO sollen einen gerechten Zugang gewährleisten.

Schweizer Beteiligung international geehrt
Aus einer im September 2005 abgeschlossenen „joint donor“-Evaluation, an der sich neben der Weltbank und der staatlichen holländischen und englischen Entwicklungszusammenarbeit auch die DEZA beteiligt hat, ging die folgende Einschätzung hervor: „MMV ist eine äusserst effiziente und erfolgreiche Organisation. In einer sehr kurzen Zeit wurde ein eindrückliches Portfolio von Malariamedikamenten-Kandidaten entwickelt. Den angepeilten Zielen weit voraus, dürfen von MMV in den nächsten Jahren einige neue Malariamedikamente zur Marktzulassung erwartet werden. MMV wird sich nun sehr schnell einer neuen Aufgabe stellen müssen, nämlich der Organisation des Zugangs an diese neuen Medikamente für die betroffenen Kinder, Frauen und Männer.“

MMV hat inzwischen die Boston Consulting Group mit der Bearbeitung von drei Schlüsselfragen betreffend Marktstrategien, Zugang und Partnerschaften beauftragt. Für die Schweiz sind dabei folgende Punkte speziell erwähnenswert:

  • An der Entwicklung des ersten neuen Malariamedikamentes, das MMV voraussichtlich 2010 auf den Markt bringen wird, war die Schweizer Forschung beteiligt, wurde international geehrt und erhielt dafür Forschungsgelder von MMV (Tropeninstitut, Roche).

  • MMV hat ihren Sitz in Genf. MMV kann ausweisen, dass der Beitrag der Schweiz an MMV in Form von Steuern, Forschungsaufträgen und sonstigen Ausgaben (Hotelübernachtungen, Symposien, private Steuern, Löhne etc.) vollumfänglich in die Schweiz zurückfliesst.
blank Das Projekt in Kürze

Bereich
Regionale Zusammenarbeit
Thema
Gesundheit

Land / Region
MMV, HQ Genf; Forschungsprojekte auf der ganzen Welt, vorwiegend in der afrikanischen Sub-Sahara
Partner
Co-Finanzierung mit Bill and Melinda Gates Foundation, verschiedene bilaterale Geber, Wellcome Trust, USAID, ExxonMobile Foundation, Rockefeller Foundation; Implementierende Organisation: MMV
Projektziel
Entwicklung von neuen, kostengünstigen Malariamedikamenten (< 1 U$ pro Behandlung) und Sicherung des Zugangs zu denselben für alle Menschen.
Zielgruppe
Der Malaria ausgesetzte Bevölkerung, vorwiegend in der Sub-Sahara
Laufzeit
2011 - 2013
Finanzieller Rahmen
Jährlicher DEZA Beitrag bis neues Medikament auf Markt: 800’000 CHF
Kontakt
DEZA
Abteilung Ost und Südliches Afrika


Weiterführende Informationen und Dokumente