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Wasserkraftwerk
Bilampí im nördlich gelegenen Matagalpa, Nicaragua
Nur gerade 55 Prozent der Bevölkerung haben in Nicaragua Zugang zu elektrischer Energie. In den ländlichen Gebieten sind es gar lediglich 25 Prozent. Mit dem Bau kleiner Wasserkraftwerke will
die DEZA die mangelhafte Grundversorgung verbessern und so einen Beitrag an die wirtschaftliche Entwicklung leisten.
Ungenutztes Potential
Nicaragua verfügt im Vergleich zu den übrigen Ländern Zentralame-rikas über eine schlechte Stromversorgung. Das müsste nicht so sein: Wasserkraft, Biomasse, Windenergie und Erdwärme bergen enorme
Möglichkeiten. Das Potential zur Erzeugung erneuerbarer Energien beläuft sich auf geschätzte 3’000 Megawatt; genutzt werden derzeit nur etwa 250 Megawatt. Nicaragua versorgt sich zu fast 70 Prozent
mit Energie aus fossilen Brennstoffen. Die Einfuhr von Erdöl aber ist angesichts der instabilen Preisentwicklung und der schädlichen Auswirkungen auf die Umwelt weder wirtschaftlich noch
nachhaltig.
Der nationale Energieplan Die Regierung Nicaraguas formulierte 2003 einen Nationalen Plan zur Elektrifizierung mit dem Ziel, die ländlichen Gebiete wesentlich besser mit
Strom - vorab aus erneuerbaren Quellen - zu versorgen: Statt wie heute 25 Prozent sollen bis 2015 rund 55 Prozent der länd-lichen Bevölkerung Zugang zu elektrischer Energie haben. Das
Energieministerium rechnet zudem mit der Verdoppelung der Nachfrage in den kommenden 10 Jahren. Der Nationale Energieplan will dieser Zunahme gerecht werden.
Grosse Wirkung mit kleinen Kraftwerken
Die DEZA leistet mit dem Bau kleiner Wasserkraftwerke einen wichtigen Beitrag zur Lösung des Energieproblems in Nicaragua. Die kleinen Kraftwerke produzieren elektrische Energie auf nachhaltige Weise
und helfen, die Ausscheidung von CO2 im Land zu vermindern.
Innert 7 Jahren (2004 bis 2010) werden 9 solcher Wasserkraftwerke gebaut und 20 Mikroturbinen installiert, die insgesamt 5 Megawatt Energie produzieren. Davon sollen 8’000 Familien oder umgerechnet
rund 50‘000 Menschen im Norden und in den Provinzen der atlantischen Küste profitieren. Zudem hat das Energieministerium weitere 20 Orte in 18 verschiedenen Gemeinden mit hydroelektrischem Potential
ausgemacht. Sofern die ersten 9 Wasserkraftwerke den gewünschten Erfolg zeitigen, wird das Projekt auf die neuen Orte ausgeweitet. Somit würden insgesamt 90‘000 Personen Zugang zu elektrischer
Energie erhalten.
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Diese kleine Wasserkraftwerk kann 320 kW Strom erzeugen. Seit der Einweihung im März 2007 profitieren 380 Familien in drei Gemeinden vom neuen Werk, dessen
Potential noch längst nicht ausgeschöpft ist.
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Vielfältige Verbesserungen
Noch liegt keine quantitative Auswertung des Projekts vor. Erste Beobachtungen zeigen jedoch, in welcher Form sich der Zugang zu elektrischer Energie und deren nachhaltige Produktion positiv auf das
Leben der Landbevölkerung auswirken.
- Mehr Bildung: Das Bildungsniveau der Landbevölkerung erhöht sich. Zum Beispiel ermöglicht die elektrische Energie, die Unterrichtszeiten in den Schulen auszudehnen. Insbesondere
Erwachsene, die tagsüber arbeiten, können nun abends die Schule besuchen. Dies gilt vor allem auch für Frauen.
- Bessere ärztliche Betreuung: Die Gemeinden können Gesundheitszentren einrichten, die auch nachts funktionieren. Das bedeutet beispielsweise, dass eine Geburt während der Nacht
mit besseren technischen Hilfsmitteln betreut werden kann. Die Ärzte können spezifische Medikamente besorgen, die gekühlt aufbewahrt werden müssen.
- Ankurbelung der regionalen Wirtschaft: Der Zugang zu elektrischer Energie ist für das wirtschaftliche Wachstum auf dem Land zentral. Er fördert die Gründung von Unternehmen, die
für ihre Produktionen und Dienstleistungen auf Strom angewiesen sind, zum Beispiel Schreinereien, Käsereien oder Coiffeursalons. Dies wiederum schafft Arbeitsplätze und steigert den Wohlstand der
Bevölkerung. Besitzer von Restaurants und Kantinen können Nahrungsmittel kühlen und damit länger aufbewahren. Erste Berechnung zeigen zudem, dass die Kosten für die bisherige Beleuchtung (Kerzen,
Kerosin) pro Haushalt dreimal höher ausfallen als die Stromrechnungen.
- Bessere Vernetzung und Kommunikation: Strom ermöglicht Telefon- und Internetzugang für die Haushalte. Geschäfte können effizient per Internet getätigt werden.
- Mehr Sorge zur Umwelt: Die Bevölkerung setzt sich dank dem Wasserkraftwerk in ihrer Gemeinde für den Umweltschutz ein. So werden die Landbesitzer im Einzugsgebiet des Kraftwerks
angehalten, zum Wald und zum Flussbecken Sorge zu tragen, damit die Wasserversorgung (und damit die Stromerzeugung) nicht gefährdet wird.
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Das Projekt in Kürze
Thema Energie
Land / Region Nicaragua
Partner Nebst der DEZA beteiligen sich unter anderen die Weltbank, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) und der Global Environment Facility (GEF) an der
Finanzierung des Projekts. Ausgeführt wird es vom Energieministerium in enger Zusam-menarbeit mit den betroffenen Gemeinden.
Ausgangslage / Hintergrundinformationen Das Fehlen einer geeigneten Infrastruktur zur Erzeugung und Verteilung von Elektrizität ist eines der dringendsten Probleme Nicara-guas
und hemmt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den ländlichen Regionen.
Projektziel Der Aufbau kleiner Wasserkraftwerke verschafft der Bevölkerung auf dem Land den Zugang zu elektrischer Energie. Das Projekt steigert massgeblich die Lebensqualität
in den betroffenen Gemeinden und bringt neue wirtschaftlichen Möglichkeiten. Dank der Produktion erneuerbarer Energie trägt es dazu bei, die Ausscheidung schädlichen Treibhausgase zu vermindern.
Zielgruppe
Rund 8’000 Familien in den ländlichen Regionen des Nordens sowie in den Provinzen der atlantischen Küste Nicaraguas.
Finanzieller Rahmen CHF 15'180'000
Dauer
2004 - 2013
Kontakt DEZA Nicaragua
DEZA, Abteilung Lateinamerika
cosude.amlat@deza.admin.ch
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