Häusliche Gewalt in Vietnam
Weniger Schläge dank Gruppenarbeit
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Auch die von der Gewalt betroffenen Frauen äusserten sich positiv über die Gruppenaktivitäten. „Früher wurde ich von meinem Mann im Durchschnitt ein- bis zweimal pro Woche geschlagen“, berichtete ein Mitglied einer Opfergruppe. „Seit er an den Treffen der Tätergruppe teilnimmt, schlägt er nur noch ein- bis zweimal pro Jahr zu.“ Durch die Teilnahme an den Gruppengesprächen hätten die Frauen aber auch ganz direkt und persönlich profitiert. Erst dort hätten sie nämlich erfahren, dass Männer und Frauen vor dem Gesetz gleich seien. „Vorher hatten wir keine Ahnung von unseren Rechten“, sagte eine der Teil-nehmerinnen. „Unsere Männer entschieden alleine für uns. Nun aber werden Entscheidungen vorgängig in der Familie diskutiert.“ Eine an-dere Frau brachte die Auswirkung der Gruppenaktivitäten folgender-massen auf den Punkt: „Jetzt verstehen wir, dass wir nicht in einem gewalttätigen Umfeld zu leben brauchen.“ Statistische Erhebungen zur Wirksamkeit des Projekts liegen zwar nicht vor. Lokale Behördenvertreter stellen indessen seit dem Start einen klaren Rückgang der häuslichen Gewalt fest. Viele frühere Täter und Opfer seien aktive Gruppenmitglieder geworden, sagt Vu Thi Tan, Präsidentin der Frauenunion der Provinz Ninh Binh. Dadurch sei das Bewusstsein von Männern und Frauen punkto Gleichstellung und häusliche Gewalt deutlich gestiegen. Modellhafter Ansatz Dennoch bleibe noch viel zu tun. Der Kampf gegen die häusliche Gewalt sei eine Daueraufgabe, die vor allem auf der Bewusstseinsebene angepackt werden müsse, führt Vu Thi Tan aus. „Viele Männer halten es nach wie vor für normal, ihre Frauen zu schlagen – und viele Frauen lassen die Gewalt immer noch schweigend über sich ergehen, weil sie glauben, dies sei ihre Aufgabe in der Gesellschaft.“ In der zweiten Phase, die im Sommer 2007 gestartet wurde und bis im Sommer 2011 dauert, wird das Projekt auf 14 zusätzliche Gemeinden ausgedehnt. Verstärkt werden insbesondere die Aktivitäten an lokalen Gesundheitszentren und Schulen. Auf diese Weise soll das Bewusstsein der lokalen Bevölkerung für die Problematik der häuslichen Gewalt bereits in einer frühen Phase der psychologischen Entwicklung gefördert werden. Dieser Ansatz sei ganz neu und landesweit einzig-artig, sagt Nguyen Thanh Giang, Programmverantwortliche im DEZA-Kooperationsbüro in Hanoi. Dasselbe gelte für die Arbeit mit Täter-gruppen – ein Ansatz, der sich in letzter Zeit auch in Europa hoher Beliebtheit erfreut.
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Das Projekt in Kürze Verantwortlicher Bereich Regionale Zusammenarbeit Land / Region Vietnam / Provinz Ninh Binh Partner People’s Comittee, Women’s Union – Ninh Binh Province Implementierende Organisation: Institute for Reproduc-tive and Family Health (RaFH) Ausgangslage / Hintergrundinformationen Trotz egalitärer Gesellschaftsauffassung der herrschenden kommunistischen Partei ist häusliche Gewalt in Vietnam ein verbreitetes Phänomen, das die physische und psychische Gesundheit vieler Frauen gefährdet und zahlreiche Familien destabilisiert. Projektziel Das Projekt leistet einen Beitrag zur Verbesserung der Gleichstellung, indem es die häusliche Gewalt in der Provinz Ninh Binh bekämpft. Zielgruppe 20 (1. Phase) bzw. 34 (2. Phase) der 147 Gemeinden in der Provinz Ninh Binh Finanzieller Rahmen Bisher hat die DEZA rund 700‘000 Franken für das Projekt ausgegeben. Laufzeit 1. Phase: Juni 2003 bis Mai 2007 2. Phase: Juli 2007 bis Juni 2011 Kontakt Institute for Reproductive and Family Health (RaFH) 63/65 Cat Linh Street Hanoi, Vietnam Tel.: +84 4 823 42 88 E-mail: rafh@hn.vnn.vn Swiss Cooperation Office for the Mekong Region Hanoi Central Office Build-ing, 16th Floor 44B Ly Thuong Kiet Street Hanoi, Vietnam Tel.: +84 4 934 66 27 E-mail: Hanoi@sdc.net |
Weiterführende Informationen und Dokumente
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Swiss Cooperation Office for the Mekong Region
http://www.sdc.org.vn/ - Mekong (Vietnam, Laos, Kambodscha, Myanmar)
Die Arbeit der DEZA in der Region Mekong konzentriert sich auf die folgenden vier Länder: Vietnam, L...

