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Gesundheitsprojekt in Tadschikistan
Kontinuität zahlt sich aus



Seit 2003 trägt die Schweiz mit dem Projekt "SINO" zur Verbesserung der Gesundheitswesens in Tadschikistan bei. Im Vordergrund stehen der erleichterte Zugang zu Gesundheitseinrichtungen für ärmere Bevölkerungsgruppen, die Entwicklung und Anwendung neuer Hausarztmodelle ("Familienmedizin") sowie eine Finanzierungsreform im Gesundheitsbereich.

Die Reform des Gesundheitswesens ist ein langwieriger Prozess, der viel Ausdauer verlangt. „Eine Stärke des Projektes SINO - und des DEZA-Gesundheitsprogrammes in Tadschikistan/Zentralasien als Ganzes - ist seine Kontinuität über viele Jahre hinweg, das unablässige Hinarbeiten auf die Ziele, ohne locker zu lassen."
Dieses Fazit zieht Lukas Lüscher, Programmbeauftragter der DEZA im Kooperationsbüro Duschanbe, zu den Aktivitäten der Schweiz im Bereich des Gesundheitswesens in Tadschikistan.

Familienärzte: wichtige Ansprechpartner für die Bevölkerung

Die Aktivitäten des Projektes "SINO" (benannt nach dem asiatischen Wissenschaftler Abu Ali Ibn Sino bzw. Avicenna, 980-1037) konzentrieren sich auf ausgewählte Verwaltungsbezirke des Landes, welche bevölkerungsmässig mit mittelgrossen Schweizer Kantonen zu vergleichen sind. Dabei werden nachhaltige Modelle der medizinischen Erstversorgung eingeführt, die Ausbildung von Hausärzten ("Familienmedizin") gefördert und der Zugang zu qualitativ hoch stehenden Gesundheitsdienstleistungen - namentlich für ärmere Bevölkerungsgruppen - erleichtert.

Vielfalt als Stärke
Als weitere Massnahmen werden umfassende Tuberkulosekontrollen umgesetzt, Richtlinien zur klinischen Medizin ausgearbeitet, welche mit Hilfe nationaler Partner in Spitälern und lokalen Gesundheitszentren verbreitet werden ("best practices") und Projekte bzw. Kampagnen zur Aidsprävention ("mainstreaming") durchgeführt.

Dank dem Engagement der DEZA gibt es heute mehr Fachkräfte im Gesundheitssektor. Im Rahmen des Projekts werden auch Beiträge an die Rehabilitierung und Ausstattung einzelner Gesundheitszentren geleistet. Ein wichtiges Aktionsfeld ist zudem die Reform der Gesundheitsfinanzierung: „ Die Schweiz wird in Tadschikistan auf diesem Gebiet als wichtiger Partner wahrgenommen," sagt Lukas Lüscher. Die Vielfalt der Massnahmen und deren Abstimmung mit nationalen und internationalen Partnern sind somit eine Stärke des Projektes.

Einbezug der lokalen Bevölkerung

Gesund sein und gesund bleiben: Ein Ziel, das nur gemeinsam zu erreichen ist

Die örtliche Bevölkerung hat im Projekt SINO Mitspracherecht. Dies ermöglicht eine bessere Abstimmung auf die lokalen Bedürfnisse. In Dörfern werden so genannte "community groups", gebildet, welche sich aktiv mit Gesundheitsthemen auseinandersetzen. Eine Kernaufgabe dieser Arbeitsgruppen ist das Erfassen und Aufarbeiten von Informationen zur örtlichen Gesundheitssituation und zu den Arbeitsbedingungen von Hausärzten und Gesundheitspersonal. Diese Informationen über die dringendsten lokalen Bedürfnisse werden den staatlichen Gesundheitsorganen übermittelt und bilden die Grundlage für die regionale Gesundheitspolitik, insbesondere die Budgetzuordung.

Das Projekt "SINO" hat die Gesundheitsversorgung in ausgewählten Regionen Tadschikistans verbessert und das tadschikische Gesundheitssystem in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium und anderen Gebern gestärkt.

blank Das Projekt in Kürze

Bereich
Ostzusammenarbeit

Land / Region
Tadschikistan, Distrikte Varzob, Dangara, Turzunsade, Shakrinav
Partner
Schweizerisches Tropeninstitut, Basel (Umsetzende Organisation) Tadschikisches Gesundheitsministerium, Weltbank, Zdrav Plus, Project Hope, UNICEF, ADB, WHO, AKF, PSF

Ausgangslage / Hintergrundinformationen
Die DEZA unterstützt im Auftrag der Schweiz die politische, soziale und wirtschaftliche Transition in Tadschikistan. Dabei bildet die Verbesserung des Gesundheitswesen eine Hauptpriorität. Das Projekt "SINO" wurde im April 2003 lanciert und nach einer ersten Phase auf insgesamt vier Regionen des Landes ausgeweitet. Die Zusammenarbeit mit dem tadschikischen Gesundheitsministerium und der Weltbank wurde dabei in der neuen Phase ausgeweitet.
Projektziel
Im Rahmen der tadschikischen Gesundheitsreform zielt das Projekt "SINO" darauf ab, eine effiziente und nachhaltige Gesundheitsversorgung in ausgewählten Regionen des Landes zu etablieren und deren Funktionstüchtigkeit zusammen mit anderen bilateralen Gebern, multilateralen Organisationen und dem tadschikischen Gesundheitsministerium sicherzustellen.

Zielgruppe
Tadschikische Bevölkerung, mit besonderem Augenmerk auf ärmere Bevölkerungsgruppen

Finanzieller Rahmen
Budget total (2003-2009): 12'122'000 CHF
Budget Phase 3 (April 2009-März 2012): 3'600'000 CHF

Dauer
Laufzeit Projekt: 2003 - 2012
Laufzeit Phase 3: April 2009 - März 2012

Kontakt
DEZA Kooperationsbüro in Tadschikistan

Weiterführende Informationen und Dokumente