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Gesundheit für Mutter und Kind
Projekt abgeschlossen

Mutter mit Kind

Die Tschernobyl-Atomkatastrophe hatte schwerwiegende ökologische und sozio-ökonomische Konsequenzen. Diese schaden bis heute der Gesundheit der Menschen, die in den verstrahlten Gebieten leben.

Die Nachbarbezirke Bragin, Khoyniki und Narovla in der Region Gomel grenzen an das Territorium des Tschernobyl-Atomkraftwerkes in der Ukraine und weisen die höchste radioaktive Kontamination in Belarus auf. 17’000 Einwohner in Bragin, 12’500 in Khoyniki und 24’600 in Narovla sind ständig mit der lebensbedrohenden unsichtbaren Gefahr konfrontiert.

Die Anzahl von Kindern mit einer gesundheitsgefährdenden Strahlungsmenge von über 50 Becquerel per kg Körpergewicht, ist hier sehr hoch. Die hohen Erkrankungsraten - insbesondere die zahlreichen Fälle von Schilddrüsenkrebs bei Kindern - zeigen die dringende Notwendigkeit von therapeutischen und präventiven Massnahmen in der Gesundheitsvorsorge.

Das Gesundheitssystem in Belarus konzentriert sich auf die Behandlung in Spitälern durch Spezialisten und ist noch wenig auf die dezentrale medizinische Grundversorgung ausgerichtet, mit dem Resultat, dass nur 10 % aller Ärzte Allgemeinpraktiker, Kinderärzte oder Internisten sind.

Das DEZA Kooperationsbüro zusammen mit den lokalen Spitälern in Bragin, Khoyniki und Narovla hat deshalb ein Projekt ins Leben gerufen, das darauf abzielt, die medizinische Versorgung von Frauen und Kindern in den drei Bezirken zu verbessern.

Die Aktivitäten des Projektes sind in drei Bereiche gegliedert:

  • Die drei Bezirksspitäler und Ambulatorien sowie das Frauenspital der Region Gomel sollen mit medizinischen Einrichtungen und Ausrüstungen wie z.B. modernen Ultraschallgeräten unterstützt werden. Damit soll die Betreuung von schwangeren Frauen und Neugeborenen verbessert werden.
  • Begleitend dazu wurden fachbezogene Workshops zur Ultraschalldiagnose, medizinischen Grund-versorgung und Neonatologie für Geburtshelfer und Gynäkologen, Kinderärzte und -ärztinnen sowie Allgemeinpraktiker dieser medizinischen Institutionen durchgeführt.
  • Die Bevölkerung in den zwei Bezirken Bragin und Khoyniki wurde in gesunder Lebensführung und strahlungssicherem Verhalten geschult. Zielgruppe waren insbesondere schwangere Frauen und junge Mütter. Zur Unterstützung dieser Schulungen wurden die Nichtregierungsorganisationen (NGO) "The Sprout of Life" in Bragin, "Community Development Projects" in Gomel und “Rays of Health” in Khoyniki gegründet. Mitglieder dieser NGOs sind jeweils Ärzte, Lehrer und Spezialisten medizinischer Hilfswissenschaften.
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Das Projekt in Kürze

Bereich:
Humanitäre Hilfe


Land / Region
Region Gomel in Belarus


Partner
Spitäler in Bragin, Khoyniki und Narovla NGOs:
- "The Sprout of Life" - Bragin
- "Community Development Projects" - Gomel
- "Rays of Health" - Khoyniki


Ausgangslage/
Hintergrundinformationen
Die schwerwiegenden ökologischen und sozio-ökonomischen Folgen der Tschernobyl-Atomkatastrophe schaden der Gesundheit der Menschen, die in den verstrahlten Gebieten leben. Frauen – insbesondere Schwangere - und Kinder sind gesundheitlich besonders gefährdet und brauchen deshalb am meisten Schutz vor weiterer radioaktiver Strahlung.

Ziele des Projektes
Das Ziel des Projektes ist die Verbesserung des Gesundheitszustandes von Müttern und Kindern in hoch verstrahlten Gebieten der Region Gomel. Dazu sollen die Strukturen der medizinischen Grundversorgung in den ausgewählten Distrikten ausgebaut und modernisiert werden. In Müttergruppen werden präventive Gesundheitsmassnahmen diskutiert. Dazu gehören allgemeine Vorsorgemassnahmen ebenso wie spezielle Massnahmen zur Vermeidung weiterer Verstrahlung durch verstrahlte Nahrungsmittel. Damit kann die Bevölkerung lernen, in dem schwierigen Umfeld bestmöglich zu leben und mit den gesundheitlichen Risiken bestmöglich umzugehen. Das Projekt „Gesundheit für Mutter und Kind“ ist eng verknüpft mit dem ebenfalls von der DEZA initiierten Projekt „Umfassendes Strahlungs-Monitoring-system“, welches in der gleichen Region durchgeführt wird.


Finanzieller Rahmen
1'750'000.- (Phase 3)
Laufzeit
2006-2008
Kontakte
Sektion Europa + GUS
Humanitäre Hilfe und SKH
Sägestrasse 77 Köniz
3003 Bern
Telefon: (++4131) 32 23124
Fax: (++4131) 32 41694
E-Mail: hh@deza.admin.ch

Weiterführende Informationen und Dokumente

  • SDC in Belarus 2001 - 2010: Experiences and Results of Selected SDC Programmes
    Download (PDF, 3353 KB) [en]  
  • Gesundheit