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Gemeindeforen in Südosteuropa:
Bürgerinnen gestalten Politik
Projekt abgeschlossen
![]() Bürgerinnen und Bürger gestalten in basisdemokratischen Gemeindeforen die Entwicklung ihrer Gemeinde aktiv mit. In Bulgarien und Mazedonien sind auf Anstoss der DEZA mehrere hundert Projekte entstanden, die die Lebensqualität verbessern und die demokratische Dialogkultur auf Gemeindeebene fördern. Schauplatz Balkan: Was haben der neue Spielpark in Gjorche Petrov, das Tourismusbüro in Sevlievo und das Internet-Kurszentrum in Chitalishte gemeinsam? Alle Projekte sind aus basisdemokratischen Gemeindeforen hervorgegangen, welche die DEZA in Südosteuropa unterstützt. Seit 2000 sind in Bulgarien aus 107 Gemeindeforen insgesamt 384 Projekte hervorgegangen. Erreicht wurden rund vierzig Prozent aller bulgarischen Gemeinden. Nach dem Rückzug der Schweizer Ostzusammenarbeit aus Bulgarien Ende 2007 wird das Modellprojekt nun in Mazedonien umgesetzt. Heute sind 25 mazedonische Gemeinden in einem Forumsprozess engagiert. Erfreulich sind nicht nur die vielen Projekte zur Gemeindeentwicklung, die umgesetzt werden. Bedeutsam ist auch der partizipative Prozess, der dort hinführt. Mit den Gemeindeforen fördert die DEZA die demokratische Dialogkultur in Südosteuropa. Sie stärkt die beteiligten Gemeinden auch für die Herausforderungen des Dezentralisierungsprozesses, der in den meisten Ländern der Region in Gang ist und hohe Anforderungen an die Konsensfindung auf Gemeindeebene stellt. Aktive Mitgestaltung – ein echtes Bedürfnis Die Foren mobilisieren Bürgerinnen
und Bürger verschiedenster Interessengruppen für Fragen der Gemeindeentwicklung. „Oft sagten uns Bürgermeister, dass sie jetzt eine Gruppe von Leuten haben, die sich engagieren und die
Gemeindepolitik mittragen“, erinnert sich Heinz Kaufmann, bis Ende 2007 Schweizer Koordinator in Sofia. Auch in Mazedonien ist die Teilnahme sehr rege – oft nehmen über 100 Personen an den Foren
teil. Ismet Balazi, Moderator des Forums in Kichevo ist überzeugt, dass viele Leute bereit sind, sich auf Gemeindeebene stärker zu engagieren, wenn man ihnen nur die Gelegenheit bietet:
„Gemeindeforen sind ein erfolgreiches Mittel Bürger in den Entscheidprozess einzubeziehen. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Leute bereit sind zur Verbesserung ihrer nächsten Umgebung einen aktiven
Beitrag zu leisten.“Demokratie braucht Zeit Prinzipiell stehen die Foren allen
Bürgerinnen und Bürgern offen. Eine Chance stellen sie insbesondere für jene Gruppen dar, die in den Gemeindeinstitutionen kaum vertreten sind: Jugendliche, Frauen, Pensionierte, Invalide etc. In
einem strukturierten Dialog unter der Leitung eines speziell ausgebildeten Moderatoren werden Bürgeranliegen aufgenommen und zu konkreten Projektvorschlägen weiterentwickelt. Diese Vorschläge treten
sodann in einen Wettbewerb um die zur Verfügung stehenden Geldmittel. Die Siegerprojekte werden an einer Plenarsitzung mittels Abstimmung ermittelt. Sie bekommen Mittel zur Umsetzung zugesprochen.
Oft decken diese Mittel nicht die Gesamtkosten ab. Es wird erwartet, dass die Bürgergruppen auch Eigenleistungen wie zum Beispiel ihre Arbeitskraft einbringen. Ein Forumsprozess zieht sich über
mehrere Monate, manchmal sogar über Jahre. Demokratie braucht Zeit.Was bleibt nach Abschluss der Projekte? Nach Einschätzung von Heinz Kaufmann haben die Gemeindeforen das „methodische Inventar“ der Entscheidfindung aller beteiligten Gemeinden erweitert. Manche bulgarischen Gemeinden sind offenbar gewillt, die Forumsmethode für Budgetentscheide oder punktuelle Projekte weiterzuführen, andere warten ab. Von den rund 150 speziell ausgebildeten Moderatoren und Koordinatoren in Bulgarien haben einige bereits Folgeaufträge erhalten. Das Methodenwissen ist solide verankert: Auf lokaler und nationaler Ebene entstanden acht spezialisierte Organisationen. Nachahmung erwünscht Die Erfahrungen und Resultate der Forumsmethode in Bulgarien hat die DEZA in Form von didaktisch gestalteten Handbüchern (englisch und bulgarisch) und einem Dokumentarfilm aufgearbeitet. Nachahmung wird ausdrücklich empfohlen! Die Materialien sind untenstehend bei der DEZA gratis zu beziehen, bzw. runterzuladen. |
Das Projekt in Kürze Land Mazedonien (2005-2010) Bulgarien (2000-2007) Partner Gemeindeverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen auf lokaler Ebene, Implementierende Organisationen: ZELS, CIRa, FOSIM Projektziel Die Förderung und Entwicklung der Bürgerbeteiligung auf Gemeindeebene durch die direkte Partizipation der Bürger in der lokalen Gouvernanz Zielgruppe Gemeindeverwaltungen, Bürger in den mazedonischen Partnergemeinden Dauer Laufzeit in Bulgarien: 2000 - 2007 Laufzeit in Mazedonien: 2005 - 2010 Laufzeit aktuelle Projektphase in Mazedonien: Oktober 2007 - Dezember 2010 Finanzieller Rahmen Projekt in Bulgarien (2000-2007): 7'105'076 CHF Projekt in Mazedonien (2005-2010): 8'053'594 CHF Aktuelle Projektphase Mazedonien (10.2007-12.2010): 4'091'000 CHF Kontakt DEZA, Abteilung Westbalkan |
Weiterführende Informationen und Dokumente
- Forum - Films
- Forum Process - Initiator's Guide
Download (PDF, 1542 KB) : [en] [Bu]
Bestellen - Forum Process - Coordinators Guide
Download (PDF, 6818 KB) : [en] [Bu]
Bestellen - Forum Process - Moderator's Guide
Download (PDF, 2795 KB) : [en] [Bu]
Bestellen - Forum Process - Donors's Brief
Download (PDF, 2762 KB) : [en]
Bestellen - Forum Process - Program Data
Download (PDF, 4288 KB) : [en]
Bestellen - Demokratisierung
- Mazedonien
Die Schweiz unterstützt Mazedonien seit 1992 im Rahmen von Projekten der bilateralen Zusammenarbeit ...

Die Foren mobilisieren Bürgerinnen
und Bürger verschiedenster Interessengruppen für Fragen der Gemeindeentwicklung. „Oft sagten uns Bürgermeister, dass sie jetzt eine Gruppe von Leuten haben, die sich engagieren und die
Gemeindepolitik mittragen“, erinnert sich Heinz Kaufmann, bis Ende 2007 Schweizer Koordinator in Sofia. Auch in Mazedonien ist die Teilnahme sehr rege – oft nehmen über 100 Personen an den Foren
teil. Ismet Balazi, Moderator des Forums in Kichevo ist überzeugt, dass viele Leute bereit sind, sich auf Gemeindeebene stärker zu engagieren, wenn man ihnen nur die Gelegenheit bietet:
„Gemeindeforen sind ein erfolgreiches Mittel Bürger in den Entscheidprozess einzubeziehen. Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Leute bereit sind zur Verbesserung ihrer nächsten Umgebung einen aktiven
Beitrag zu leisten.“
Prinzipiell stehen die Foren allen
Bürgerinnen und Bürgern offen. Eine Chance stellen sie insbesondere für jene Gruppen dar, die in den Gemeindeinstitutionen kaum vertreten sind: Jugendliche, Frauen, Pensionierte, Invalide etc. In
einem strukturierten Dialog unter der Leitung eines speziell ausgebildeten Moderatoren werden Bürgeranliegen aufgenommen und zu konkreten Projektvorschlägen weiterentwickelt. Diese Vorschläge treten
sodann in einen Wettbewerb um die zur Verfügung stehenden Geldmittel. Die Siegerprojekte werden an einer Plenarsitzung mittels Abstimmung ermittelt. Sie bekommen Mittel zur Umsetzung zugesprochen.
Oft decken diese Mittel nicht die Gesamtkosten ab. Es wird erwartet, dass die Bürgergruppen auch Eigenleistungen wie zum Beispiel ihre Arbeitskraft einbringen. Ein Forumsprozess zieht sich über
mehrere Monate, manchmal sogar über Jahre. Demokratie braucht Zeit.