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Biolandbau in Ukraine: Mittel gegen Arbeitslosigkeit und Landflucht

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Projekt abgeschlossen



Steigende Kosten und abnehmende Erträge treiben verarmte ukrainische Bauern zur Flucht in die Städte. Das DEZA-Projekt 'EcoFinLan' setzt auf die Förderung des Biolandbaus und den Absatz organischer Produkte im In- und Ausland, um ukrainischen Kleinbauern alternative Einkommensquellen zu erschliessen und die ländliche Entwicklung zu fördern.

In der Ukraine, ehemals die „Kornkammer“ der Sowjetunion und wichtiger Exporteur von Agrargütern, haben die gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen nach der Unabhängigkeit 1991 auch vor der Landwirtschaft nicht Halt gemacht. Bis heute kämpft dieser wichtige Produktionssektor mit den Altlasten der Kollektivierung, namentlich dem Abbau staatlicher Subventionen, unklaren Bodenbesitzverhältnissen und ungenügenden Investitionen in die Modernisierung der Betriebe. Mit dem jüngsten Beitritt der Ukraine zur Welthandelsorganisation (WTO) und der weltweiten Nahrungsmittelkrise bestehen zusätzliche Anreize zur Vornahme längst fälliger Reformen.

Neubeginn mit Biolandbau
Das Projekt "EcoFinLan" der DEZA setzt auf den Biolandbau und will den ländlichen Bauern damit eine echte Alternative aufzeigen, denn biologische Landwirtschaft gewinnt auch in der Ukraine zunehmend an Bedeutung. Ökologischer Landbau schont nicht nur die Umwelt, sondern ist auch Kosten sparend, weil er ohne synthetische Düngemittel und andere Hilfsstoffe auskommt. Weil sich die Bioprodukte steigender Nachfrage erfreuen und in den Läden höhere Preise erzielen, wird die Wertschöpfung zusätzlich verbessert. In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und Landwirtschaftsschulen trägt das Projekt zur Verbreitung der biologischen Produktion bei.

Ukrainische Betriebe werden in die Erzeugung von biologischen Rohstoffen eingeführt und zugleich im Marketing geschult. Im Weiteren wird der Aufbau einer Vereinigung von Bioproduzenten unterstützt, um interessierten Kleinbauern beim Absatz ihrer Produkte zu helfen sowie eine Plattform zum Informations- und Erfahrungsaustausch zu bieten. Schliesslich will das Projekt in Zusammenarbeit mit zwei ukrainischen Banken den Biobauern attraktive Finanzdienstleistungen zugänglich machen.

Das Projekt wird von der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL) in Zollikofen und dem 'Landwirtschaftlichen College Illinzi' im Vinnitsa-Gebiet durchgeführt. Ergänzende Beiträge leistet das SECO mit Massnahmen zur Exportförderung wie der Erschliessung von Absatzkanälen in die Schweiz und der Einführung einer Bio-Zertifizierung.

Die Ukraine will in der Landwirtschaft marktwirtschaftliche Mechanismen einführen, macht jedoch nur zögerliche Fortschritte. Projekte wie 'EcoFinLan' geben dringend benötigte Impulse für anstehende Reformen und zeigen konkrete Schritte zur Innovation in einem schwierigen Umfeld auf.

Wirtschaftliches 'Malaise' nach der Auflösung der Kolchosen
In den Jahren 1991 bis 1999 nahm das Volkseinkommen der Ukraine um mehr als die Hälfte ab. Erst seit dem Jahr 2000 verzeichnet die Wirtschaft wieder Wachstum, allerdings sind die ländlichen Gebiete von dieser Entwicklung nahezu ausgeschlossen. Während zur Sowjetzeit die landwirtschaftliche Produktion der Ukraine etwa einen Viertel des Konsums der UdSSR deckte, verzeichnen die Exporte heute ein bescheidenes Niveau. Stark reduzierte Subventionen führen in der Landwirtschaft zu rückläufiger Produktion, sinkender Rentabilität und ungenügender Investitionen in die Modernisierung der Betriebe.

blank Das Projekt in Kürze

Bereich
Ostzusammenarbeit
Land / Region
Ukraine
Partner
Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft (SHL), Zollikofen;
diverse lokale Partner.

Ausgangslage/
Hintergrundinformationen

Die Landbevölkerung der Ukraine profitiert nur ungenügend vom beträchtlichen landwirtschaftlichen Potential. Gerade kleineren Bauernbetrieben fällt es schwer, sich neben den Grossproduzenten zu etablieren. Hier will das Projekt durch die Förderung einer ökologisch ausgerichteten Landwirtschaft Lösungen aufzeigen.
Ziel des Projektes
Förderung nachhaltiger Entwicklung in ländlichen Gebieten mit dem Ziel, natürliche Ressourcen zu erhalten, Einkommen zu schaffen und der Landflucht entgegenzuwirken.
Zielgruppe
Landbevölkerung, Bauern und Bäuerinnen, Studierende der organischen Landwirtschaft.
Finanzieller Rahmen
1,63 Mio. CHF

Laufzeit
01.01.2008 - 31.12.2010
Kontakt
DEZA, Abteilung GUS

Weiterführende Informationen und Dokumente

  • Ukraine
    Im Rahmen einer gemeinsamen Strategie für die Jahre 2011 bis 2014 unterstützen die DEZA und das Staa...