Bundesverwaltung admin.ch
Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA
DEZA – weltweit vor Ort

Besuchen Sie die Websites der Schweizer Kooperationsbüros.

Schweiz
Schweiz 
Suche:

Projekte Übersicht

Fairer Mehrverdienst für Kleinbauern in Haiti
Einmalige Chance für 30'000 Vetiver-Produzenten


Der «obere» Teil der Vetiver-Planze.

In Haiti produzieren über 30'000 Kleinbauern Vetiver auf ihren steilen Feldern. Der Verkauf der gefragten Wurzeln, die in Parfüms verarbeitet werden, sichert ihnen ein wichtiges Einkommen. Leider wird oft mehrmals im Jahr oder zur falschen Jahreszeit geerntet, was die Nachhaltigkeit des Anbaus stark beeinträchtigt und den Produzenten auch keinen guten Preis garantiert. Die innovative Partnerschaft mit Firmenich, einer der größten Abnehmer von Vetiveröl in Haiti, soll die Produktionsbedingungen für die Bauernfamilien und die Umwelt nachhaltig verbessern.

Was ist Vetiver?
Vetiver (Vetiveria zizanioides) ist ein tropisches, ursprünglich aus dem tropischen Asien kommendes Süßgras. Die Grashorste haben einen Durchmesser von etwa 30 cm, die Höhe der Pflanze beträgt 50 bis 150 cm. Die Wurzeln dringen bis zu 3 Meter tief mit einem dichten Geflecht in den Boden. Vetiveröl wird aus den gereinigten frischen und oder getrockneten Wurzeln des Grases durch Wasserdampfdestillation gewonnen.

Die Vetiver -Wurzeln, aus welchen das Öl destilliert wird.

Vetiveröl aus Haiti gilt als weltweit bestes
Das Vetiveröl aus Haiti gilt nicht nur als das Beste auf der ganzen Welt, Haiti ist auch Weltmeister bei der Produktion dieses Öls: Über die Hälfte des gesamten Vetiveröls kommt aus Haiti, 90% davon wird in die Schweiz, Frankreich und in die USA exportiert, wo es hauptsächlich zu Männerparfüm verarbeitet wird. Das Öl ist zähflüssig, hat eine bräunliche Färbung und einen intensiven balsamischen, erdig-holzigen Geruch.

Schwierige Umstände für die Vetiver-Produzenten
Weil den armen Vetiver-Bauern oft nichts anderes übrig bleibt, um zu schnellem und dringend benötigtem Geld zu kommen, ernten sie oft in der Regenzeit oder sie räumen ihr gesamtes Feld auf einmal. Dies hat fatale Folgen: Einerseits können sie so nicht den besten Preis für ihr Vetiver aushandeln. Andererseits stabilisieren die langen Wurzeln von Vetiver die steilen Hänge, bei falschen Erntetechniken können jedoch Erdrutsche ausgelöst werden, welche unter Umständen bewohnte Gebiete und Strassen unter sich begraben. Es fehlt auch ein lokales und staatliches Regelwerk, welches die Produzenten und ihre Familien vor Ausbeutung schützt und Anreize für mehr Quantität und Qualität der lokalen Produktion bietet.

Innovative Partnerschaft mit Firmenich

high_vetiver.jpg
Die Hügeln, auf welchen Vetiver angebaut wird.
Die privaten und öffentlichen Partner arbeiten Hand in Hand, um ihre Stärken zu kombinieren. Diese innovative Partnerschaft führt dazu, die Bedingungen für Vetiver-Produzenten und die Umwelt zu verbessern.

Firmenich ist ein weltweit tätiges Schweizer Unternehmen, das für seine Nachhaltigkeitsprojekte bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. In Haiti ist Firmenich einer der größten Abnehmer von Vetiveröl. Die Firma bringt Wissen ein, wie eine gute Qualität und nachhaltig eine erhöhte Quantität von Vetiver-Wurzeln hergestellt werden kann. Weil Firmenich umweltfreundlich und fair produziertes Vetiveröl kaufen will, werden die lokalen Destillateure dazu veranlasst, umweltschonend zu produzieren und für die Wurzeln den Kleinbauern einen guten Preis zu zahlen.

Günstige Bedingungen für die Vetiver-Produzenten
Die DEZA fokussiert sich auf verbesserte Bedingungen für die Vetiver-Produzenten. Die Verhandlungsposition und die wirtschaftliche Situation der Bauernfamilien soll verbessert werden :

  • Indem die Produzenten Vetiver nachhaltig und gewinnbringend ernten.
  • Durch eine Diversifizierung ihrer Produkte – andere Pflanzen, wie Limetten, welche zu ätherischen Ölen verarbeitet werden können, sollen angebaut werden.
  • Die Abfallprodukte der Vetiver-Pflanze sollen verwendet werden. Die Borsten können beispielswiese zu Kunstobjekten, die Restwurzel zu Brennbrickets verarbeitet und verkauft werden.
  • Indem die Gemeinden aktiv Landnutzungspläne und Rechte anwenden und wissen, wie dabei Umweltrisiken vorgebeugt werden kann.
  • Die Produzenten ihre Rechte kennen und auch wissen, wie sie diese einfordern können.
  • Am Beispiel der Vetiver-Wertschöpfungskette wird mit den Behörden auf lokaler sowie nationaler Ebene zusammengearbeitet, um Anreize für mehr lokale Produktion mit hoher Qualität und fairen Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Ziel ist, dass die Vetiver-Bauern nachhaltig genügend Einkommen für sich und ihre Familien generieren können. Das Projekt startet mit 1000 Bauern in Débouchette. Bis zum Projektende sollen 30'000 Vetiver-Produzenten und ihre Familien in der gesamten Region ‘Les Cayes–Port Salut’ vom Projekt profitieren.

Das Projekt in Kürze

Bereich
Regionale Zusammenarbeit

Thema
Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen
Land
Haïti / Les Cayes-Port Salut
Partner
Hauptpartner: Firmenich
Weitere Partner:
Landwirtschaftsministerium, Lokale Industrie, Produzenten und ihre Familien, betroffene Gemeinden, lokale NGO, Inter-American Development Bank IDB
Ausgangslage / Hintergrundinformation
Das aus dem Süden von Haiti stammende Vetiveröl hat weltweit die beste Qualität. Nicht nachhaltige Erntemethoden führen zu schlechten Preisen für die Vetiver-Produzenten. Staatliche Regulierungen und umweltschonende Destillationsmethoden fehlen. Die Produktion von Vetiver ermöglicht armen Bauernfamilien in Haiti ein wichtiges Einkommen.
Ziel des Projektes
Verbesserte Lebensgrundlage für arme Bauernfamilien durch nachhaltiges Einkommen dank der Stärkung der gesamten Vetiver-Wertschöpfungskette
Zielgruppe
Bis Ende des Projektes 30'000 Vetiver-Produzenten, staatliche Stellen, lokale Industrie, betroffene Gemeinden und Kooperativen
Finanzieller Rahmen
DEZA-Budget 2012–2022:
12,5 Mio. CHF

Laufzeit
2012–2022
Kontakt
Kooperationsbüro Haiti

Weiterführende Informationen und Dokumente