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Tschad

Website der DEZA in Tschad: www.swiss-cooperation.admin.ch/tchad/

CHAD.GIFDer Tschad ist ein Schwerpunktland der bilateralen Hilfe. Die Zusammenarbeit mit diesem Land wurde 1965 aufgenommen. Seither leistet die Schweiz Unterstützung in den Bereichen ländliche Entwicklung, medizinische Versorgung und Grundausbildung. Anfangs stand die Stärkung der öffentlichen Entwicklungsstrukturen und der institutionellen Kapazitäten des Zentralstaats im Vordergrund der Programme. Nach und nach orientierten sich die Projekte dann zunehmend am Ziel, die Kapazitäten der land- und viehwirtschaftlichen Familienbetriebe und die Lebensbedingungen der ländlichen Gemeinschaften zu verbessern. Wichtig für eine nachhaltige Entwicklung ist auch die Förderung des Dialogs mit dem Staat und öffentlichen Stellen. Infolge der jüngeren Vergangenheit leidet Tschad unter einer gewissen politischen Anfälligkeit und Phasen von Instabilität. Interne Rivalitäten und Divergenzen bestimmen weiterhin das Geschehen im Land. Anfang Februar 2008 verstärkten sich die Spannungen abrupt, und die Hauptverantwortlichen der bewaffneten Opposition lancierten eine Offensive, die das bestehende System stark erschütterte. Diese Ereignisse verstärken die Unsicherheiten und belasten die Stabilität des Landes, gleich wie die Darfur-Krise, die weiterhin eine ernsthafte Gefahr für die Stabilität Tschads darstellt. Neben der damit verbundenen humanitären Katastrophe werden die Spannungen mit dem benachbarten Sudan gefährlich angeheizt, und es besteht die Gefahr einer Destabilisierung der gesamten Region.



Das bilaterale Engagement des Bundes
2007
Mio. CHF
2008
Mio. CHF
2009 *
Mio. CHF
DEZA
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit
10.71 8.54 9.50
Humanitäre Hilfe
4.71 5.56 3.00
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, WE
Total Engagement DEZA/SECO
15.42 14.10 12.50
Andere Bundesämter
Eidg. Dep. für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS)
0.20 0.06
Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF)
0.01 0.02 0.02
Total andere Bundesämter
0.21 0.07 0.02
Total Engagement des Bundes
15.63 14.17 12.52
* geplant
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit ohne Programmbeiträge an NGOs
– = Betrag ist Null


Entwicklungszusammenarbeit: Schwerpunkte

Die Strategie der DEZA konzentriert sich auf die grossen Linien der nationalen Armutsbekämpfungspolitik und die Strategien zur Förderung der vier wichtigsten Sektoren (Land- und Viehwirtschaft, Gesundheit, Grundausbildung). Über regionale Entwicklungsprogramme ist die DEZA in den wichtigsten Regionen des Landes und namentlich in Gegenden präsent, denen es besonders an Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung und wirtschaftlicher Infrastruktur fehlt.

Mit dem Zusammenarbeitsprogramm der Schweiz im Tschad sollen die Kapazitäten der land- und viehwirtschaftlichen Familienbetriebe, der sozioberuflichen Vereinigungen, der ländlichen Gemeinschaften und der dezentralisierten öffentlichen Dienste in drei Schwerpunktbereichen gestärkt werden.

Die folgenden Grundsätze sind bei der Umsetzung dieses Programms massgebend:

Die Deza geniesst allgemein Anerkennung für ihr bevölkerungsnahes Engagement in ländlichen Gegenden, ihre Effizienz und ihre Vorreiterrolle im Bereich Dezentralisierung, zudem beteiligt sie sich über das Kooperationsbüro am Dialog der politischen Organisationen mit der Regierung Tschads und den im Land aktiven Fach- und Finanzpartnern (UNDP, Weltbank, Europäische Union, USAID, Französische Entwicklungsagentur, GTZ …). Durch einen regen Austausch möchte die DEZA den Hebeleffekt verstärken, den die Aktivitäten vor Ort auf die nationale Entwicklungsstrategie in den wichtigsten Sektoren ausüben können.



Geografische Schwerpunkte

Die spezifischen Potenziale und Stärken der Regionen sollen zum Abbau der regionalen Ungleichheiten genutzt werden. Das Programm konzentriert sich auf drei Schwerpunktregionen:


Humanitäre Hilfe: Schwerpunkte

Seit 2003 sind rund 235 000 Personen vor der Gewalt in Darfur in den Ostens Tschads geflohen. Es handelt sich dabei um ein Gebiet in der Sahel-Sahara-Zone mit fragilem ökologischem Gleichgewicht. Die humanitäre Hilfe der Schweiz hat reagiert, indem sie seit 2004 Programme von IKRK, UNHCR und WFP mit finanziellen Beiträgen im Umfang von 3 bis 5,5 Millionen Franken pro Jahr unterstützt. Dem UNHCR wurden Experten zur Verfügung gestellt, die helfen, Flüchtlingslager zu erstellen und eine langfristig sinnvolle Nutzung der natürlichen Ressourcen und der Wasserversorgung zu gewährleisten, sowohl für die Flüchtlinge als auch für die lokale Bevölkerung.

Die humanitäre Lage im Tschad hat sich seit 2006 kontinuierlich verschlechtert. Verantwortlich waren Entwicklungen im Zusammenhang mit den Konflikten in Darfur, Zentralafrika und Tschad ( Informationen zu Sudan ). So haben die Zusammenstösse zwischen der Armee (FACA) und der bewaffneten Opposition im Norden Zentralafrikas rund 48'000 Menschen zur Flucht in den Süden Tschads getrieben. Aber vor allem der interne Konflikt zwischen den Regierungstruppen Tschads (ANT) und dem bewaffnetem Widerstand hat in der Zivilbevölkerung zahlreiche Verletzte gefordert. Die Zahl von 140'000 Intern Vertriebenen steigt ständig weiter, insbesondere im Südosten des Landes. Die Schweiz hat diesen neuen humanitären Bedürfnissen mit Beiträgen zugunsten von MSF Schweiz, IKRK und WFP Rechnung getragen.

Am 28. Januar 2008 verschlimmerte sich die Lage abrupt. Bewaffnete Widerstandskämpfer hatten eine Offensive lanciert und waren bis nach Ndjamena vorgedrungen. Die humanitären Folgen dieser Kampfhandlungen waren besonders schwerwiegend in Ndjamena und in Nordkamerun, wo über 20 000 Personen aus dem Tschad Zuflucht suchten. Die Schweiz beteiligte sich in der Folge am Aufbau von Flüchtlingslagern und finanzierte humanitäre Einsätze im Gesundheitsbereich.

Die Lage ist weiterhin fragil. Die Darfur-Krise wirkt sich nach wie vor äusserst destabilisierend aus. Nebst der humanitären Katastrophe schürt sie gefährliche Spannungen mit dem benachbarten Sudan und stellt eine Gefahr für die Stabilität der gesamten Subregion dar.
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Hintergrundinformationen Tschad

Zahlen und Fakten
Fläche
Bevölkerung
Bevölkerungswachstumsquote pro Jahr (seit 1990)
Lebenserwartung bei Geburt: Frauen / Männer
Analphabetismusquote Erwachsene: Frauen / Männer
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf
Bevölkerungsanteil mit weniger als 2 US$ pro Tag
1'284'000
10.5
3.4
52 / 49
87 / 59
450
..
km2
Mio.
%
Jahre
%
US$
Quelle: World Development Indicators 2008 der Weltbank
.. = keine Angaben

Landeshintergrundinformationen der BBC

Kontaktadresse der DEZA vor Ort:

Tschad (N'Djamena)

Bureau de la Coopération Suisse au Tchad
B.P. 1102
N'Djamena - Tchad

Telefon +235 251 73 14
Fax +235 251 74 16
E-Mail ndjamena@sdc.net
Website www.swiss-cooperation.admin.ch/tchad/

Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land.