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Krise in Mali

Bericht im Schweizer Fernsehen, 24.1.2013 (de)


  • Crise au Mali: Factsheet
    État au 1er septembre 2013
    Download (PDF, 550 KB) [fr]  
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Konkrete Projekte
Stratégie de coopération
 
Gemeinsame Perspektiven 2012–2015 (artikel, 09.02.2012)

  • Stratégie de coopération de la Suisse au Mali 2012-2015
    Download (PDF, 1652 KB) [fr]  

Mali

Website des Kooperationsbüros (DEZA) Mali: www.cooperation-suisse.admin.ch/mali/

MALI.GIFDer Konflikt in Mali, der im März 2012 mit einem Staatsstreich begann, hat gezeigt, wie fragil das Land ist. Die DEZA hat sich aber den Umständen angepasst und unterstützt weiterhin Entwicklungsbemühungen, die der Stabilisierung dienen. Sie setzt sich für die Verbesserung von Ernährungssicherheit, Schul- und Berufsbildung sowie Lokalverwaltung ein. Zudem unterstützt die Humanitäre Hilfe Binnenvertriebene und Flüchtlinge in den Nachbarländern.

Seit den Aufständen 2012 ist die Sicherheitslage im Norden Malis sehr angespannt. Deshalb hat die DEZA ihre Aktivitäten in den Regionen Mopti und Timbuktu eingestellt und konzentriert sich jetzt auf die Region Sikasso im Süden. Dort setzt sie sich für die Bevölkerung ein, indem sie lokale Strukturen unterstützt.

Dabei hat sich der Ansatz der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit mit ihrem konfliktsensitiven Projektmanagement bewährt. Dank diesem Ansatz konnte die DEZA in Mali bleiben, während andere internationale Geldgeber das Land verlassen mussten.

Mit der Präsidentschaftswahl vom 11. August 2013 kehrte Mali zur Verfassungsordnung zurück. Die Schweiz unterstützt die Wiederherstellung der staatlichen Institutionen auf nationaler und lokaler Ebene.

Internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2011
Mio. CHF
2012
Mio. CHF
2013
Mio. CHF
 
DEZA
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 18.08 16.50 20.25
Humanitäre Hilfe 1.13 3.87 1.55
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 0.60
Total DEZA/SECO 19.21 20.37 22.40
 
Andere Bundesämter
Abt. Menschliche Sicherheit und Direktion für Völkerrecht des EDA 0.76 0.39 1.96
Andere Abteilungen des EDA (ASAF, AIO, usw) 0.10
Eidg. Dep. für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) 0.12 0.21
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) 0.01
Total andere Bundesämter 0.88 0.49 2.18
 
Kantone und Gemeinden 1.08 1.05 ..
 
Total 21.17 21.91 24.58
DEZA-Angaben ohne Programmbeiträge an schweizerische NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF

Ländliche Entwicklung
Erhöhung der Produktion dank neuer Infrastruktur
In Mali leben zwei Drittel der Bevölkerung auf dem Land. Sie steuern etwa einen Drittel zum BIP bei. Vor diesem Hintergrund unterstützt die DEZA Infrastrukturvorhaben, die eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität und der Einkommen ermöglichen:

Mit diesen Projekten soll die Wirtschaft in ländlichen Gebieten angekurbelt werden. Dabei wird darauf geachtet, dass Frauen besseren Zugang zu Grundbesitz erhalten. Ergänzt werden die Projekte durch sektorielle Budgethilfe, mit der die Übertragung von finanziellen Mitteln an dezentrale Behörden und die lokale Bevölkerung erleichtert wird.

Schul- und Berufsbildung
Anpassung des Angebots an die sozialen Herausforderungen
In Mali ist der Anteil der Kinder, die Zugang zur Grundschulbildung haben, immer noch gering. Etwa eine Million Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren geht nicht zur Schule. Die Hälfte der Kinder, die eingeschult werden, verlassen das Bildungssystem schon während der Primarschule. Die DEZA konzentriert sich auf die Verbesserung der Unterrichtsqualität. Sie setzt sich dafür ein, dass schulische Institutionen und lokale Akteure bei Bildungsentscheiden miteinbezogen werden.

Daneben wird die Entwicklung durch das tiefe Qualifikationsniveau der Arbeitnehmenden behindert. Deshalb unterstützt die DEZA den Aufbau eines Berufsbildungssystems, das auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts ausgerichtet ist. Dank dieser Unterstützung finden junge Männer und Frauen Stellen, die der lokalen Bevölkerung etwas bringen.

Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Gouvernanz
Übertragung von Verantwortung an lokale Institutionen
Die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger und der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen sowie die Pflicht der Amtsträger zur Rechenschaft gegenüber ihren Wählern sind Schlüsselthemen der DEZA in Mali. So unterstützt die DEZA Programme zur Förderung der Mitsprache der Bürgerinnen und Bürger bei Angelegenheiten, die sie direkt betreffen.

Mit konkreten Massnahmen zur Förderung der Institutionen und der Bürgerpartizipation soll die Lokalverwaltung verbessert werden. So beteiligt sich die DEZA an der Stärkung der Kapazitäten von lokalen Amtsträgern im Bereich Verwaltung und öffentliche Finanzen. Zudem unterstützt sie Programme zur Nutzung der lokalen Ressourcen und die Übertragung von Finanzkompetenzen an die lokale Verwaltung. Zur Verbesserung der Gouvernanz setzt sich die DEZA zum Beispiel dafür ein, dass die Rolle der traditionellen Würdenträger beim Aufbau der Demokratie anerkannt wird.

Humanitäre Hilfe und Förderung von Frieden und Sicherheit
Bedürfnisorientierte Unterstützung für Vertriebene
Zum Schutz und zur Unterstützung der Menschen, die durch den Konflikt im Norden des Landes vertrieben wurden, leistet die Schweiz humanitäre Hilfe. Dabei stehen die Bedürfnisse der Betroffenen im Vordergrund. Ein Teil der Vertriebenen ist in Mali geblieben, während andere in Nachbarländern Zuflucht gesucht haben.

Im Rahmen der Malikrise finanziert die Humanitäre Hilfe der Schweiz Partner vor Ort wie das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das Welternährungsprogramm (WFP) und das Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR).

Die DEZA wird sich zudem für eine Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen Ernährungskrisen einsetzen, die im Sahel und damit auch in Mali immer häufiger auftreten.

Daneben setzt sich die Abteilung Menschliche Sicherheit des EDA für die Förderung des Friedensdialogs in Mali ein, indem sie die Vermittlungsmission der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) unterstützt.

Geschichte der Zusammenarbeit
Ausrichtung auf die realen Bedürfnisse der Bevölkerung
Mali ist seit 1977 ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit. Im Jahr 1980 eröffnete die DEZA ein Kooperationsbüro. Anfänglich engagierte sie sich im Umweltschutz, im Bau von Dorfbrunnen und im Gesundheitswesen. Nach und nach stellte die DEZA aber die Institutionen des Landes ins Zentrum ihrer Bemühungen und förderte die Mitwirkung der Bevölkerung bei der Festlegung von Prioritäten und der Umsetzung der Zusammenarbeit. Dank diesem Wandel konnten die Projekte immer besser an die Bedürfnisse der Bevölkerung angepasst werden.


Hintergrundinformationen Mali

Zahlen und Fakten
Fläche
Bevölkerung
Bevölkerungswachstumsquote pro Jahr 1990 - 2005
Lebenserwartung bei Geburt: Frauen / Männer
Analphabetismusquote Erwachsene: Frauen / Männer
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf
Bevölkerungsanteil mit weniger als 2 US$ pro Tag
1'240'190
15.840
3.0
52.5 / 50.3
79.7 / 56.6
683.5
78.7
km2
Mio.
%
Jahre
%
US$
%

Quelle: World Development Indicators 2013 der Weltbank

Landeshintergrundinformationen der BBC


Kontaktadresse der DEZA vor Ort:

Mali (Bamako)

Bureau de la Coopération Suisse au Mali
B.P. 2386
Bamako - Mali

Telefon +223 20 21 32 05
+223 20 21 73 62
Fax +223 20 21 81 79
E-Mail bamako@eda.admin.ch
Website www.cooperation-suisse.admin.ch/mali/

Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land.