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Kooperationsstrategie

  • Kooperationsstrategie Südliches Afrika 2013–2016
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Südafrika und Südliches Afrika

Website der DEZA in Südafrika und Südliches Afrika: www.swiss-cooperation.admin.ch/southernafrica/

Das Regionalprogramm Südliches Afrika der DEZA leistet einen Beitrag zur Armutsbekämpfung, zur ländlichen Entwicklung und zur Konfliktprävention in Südafrika und den Mitgliedstaaten der «Southern African Development Community» (SADC). Herausforderungen wie gute Regierungsführung, HIV/Aids und die Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen werden durch einen regionalen Ansatz in Angriff genommen.

Nach dem Ende der Apartheid hat die DEZA das Spezialprogramm Südafrika lanciert, um einen Beitrag an einen möglichst gewaltlosen Übergang mit wenigen sozialen Spannungen zu leisten. Das Spezialprogramm war zeitlich bis 2004 begrenzt, deckte also die ersten zehn Jahre der Übergangszeit ab. In der Folge wurde es in ein Regionalprogramm «Südliches Afrika» umgewandelt, das eine Südafrika-Komponente beibehält. Zu den Programmschwerpunkten gehören Gouvernanz, HIV/Aids und Ernährungssicherheit. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützt die Entwicklung von Klein- und Mittelbetrieben.

Das Regionalprogramm Südliches Afrika unterstützt die regionale Integrationsstrategie der SADC (Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika), wobei der Schwerpunkt auf Armutsreduktion und sozialer Gerechtigkeit liegt. Dieser Gemeinschaft gehören 15 Staaten mit rund 200 Millionen Einwohnern an, wovon etwa 70% unter der Armutsgrenze leben: Angola, Botswana, DR Kongo, Lesotho, Madagaskar, Mosambik, Malawi, Mauritius, Namibia, Tansania, Sambia, Südafrika, Swasiland, Simbabwe und Seychellen.

Mosambik und Tansania sind Schwerpunktländer der DEZA. In Madagaskar wird ein Spezialprogramm umgesetzt. Angola und Simbabwe erhalten humanitäre Unterstützung. Die Demokratische Republik Kongo ist Teil des DEZA-Programms «Grosse Seen».

Die Schweiz unterstützt innerhalb des Regionalprogramms weiterhin auch bilaterale Projekte in Südafrika, u.a. zu Themen wie Jugendarbeitslosigkeit und Klimawandel.
 

Internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2011
Mio. CHF
2012
Mio. CHF
2013*
Mio. CHF
DEZA
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 26.09 30.77 29.00
Humanitäre Hilfe 7.41 7.92
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 2.84 4.36 4.64
Total DEZA/SECO 36.34 43.05 33.64
Andere Bundesämter
Abt. Menschliche Sicherheit und Direktion für Völkerrecht des EDA 0.04 0.04 0.10
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) 0.04 0.10 0.10
Total andere Bundesämter 0.08 0.14 0.20
Kantone und Gemeinden 0.56 .. ..
Total 36.98 43.19 33.84
* geplant; Gesamtbetrag aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten
DEZA-Angaben ohne Programmbeiträge an NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF
 

Entwicklungszusammenarbeit: Schwerpunkte

Seit dem Ende des Apartheidregimes beteiligt sich die DEZA an einem Kooperationsprogramm mit Südafrika. Mit dem neuen Regionalprogramm «Südliches Afrika» wird der Akzent auf regionale Prioritäten verlagert. Die DEZA folgt damit dem Trend, der in der SADC-Region und in Südafrika selbst zu beobachten ist: Sowohl die betroffenen Länder als auch die Gebergemeinde setzen vermehrt auf regionale Zusammenarbeit. Den Rahmen für das Engagement der DEZA bildet die Botschaft des Schweizer Parlaments, in der die DEZA ihre Aktivitäten auf fünf thematische Schwerpunkte fokussiert: Konfliktprävention und ‑transformation, gute Regierungsführung, Einkommensförderung und Beschäftigung, Verbesserung der sozialen Gerechtigkeit und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Mehrere Vorteile sprechen für einen regionalen Ansatz:

Eckpfeiler des Regionalprogramms sind folgende drei Bereiche der Zusammenarbeit (wobei Südafrika weiterhin eine wichtige Komponente ist):

Gute Regierungsführung
Das Regionalprogramm soll die Demokratie und die Rechtssysteme in der Region stärken.

Dieses Ziel lässt sich durch folgende Mittel umsetzen:

  • Stärkung der formellen Demokratie: Unterstützung von Wahlprozessen und Reformen, Wahlvorbereitung und –beobachtung, Förderung der lokalen Demokratie, Unterstützung des Dialogs zwischen und innerhalb politischer Parteien.
  • Förderung der demokratischen Kultur: Lernen für Demokratie und Mitsprache der Zivilgesellschaft (staatskundliche Bildung), Schaffung eines Bewusstseins für die Menschenrechte, Unterstützung bei der Konfliktbewältigung in der Region, Stärkung der Mediationskapazitäten.
  • Bürgerfreundliche und verantwortungsbewusste Institutionen auf zentraler und lokaler Ebene: Erweiterung der Kapazitäten von Regierung und Zivilgesellschaft im Bereich der Kontrolle der Regierungsführung und der damit verbundenen Auswirkungen auf die Armutsbekämpfung, Förderung des Wissensaustausches und der guten Praxis im Bereich Dezentralisierung.

HIV/AIDS
Mit dem Regionalprogramm sollen regionale Anstrengungen zur Bekämpfung der HIV/AIDS-Pandemie unterstützt werden. Im Zentrum steht dabei die Stärkung von regionalen Nichtregierungsorganisationen und Regierungsstellen in den Bereichen Prävention und Betreuung, zudem wird eine optimale Strategie und Koordination angestrebt. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Jugendlichen und besonders gefährdeten Gruppen.

Dieses Ziel lässt sich durch folgende Mittel umsetzen:

  • Unterstützung regionaler Anstrengungen für eine psychosoziale Betreuung von Kindern, die von HIV/AIDS betroffen sind. Es sollen Lösungsansätze aufgezeigt werden für die sich zuspitzende Problematik der AIDS-Waisen.
  • Teilnahme an der Entwicklung und Umsetzung regionaler und nationaler Politik-Strategien, die dafür sorgen, dass Waisen und arme Kinder unterstützt werden und auch weiterhin im Schulsystem verbleiben können.
  • Fortsetzung der regionalen Präventionsmassnahmen im HIV/AIDS-Bereich, namentlich unter den 10‑ bis 25‑Jährigen.

Ländliche Entwicklung
Das Ziel des Regionalprogramms besteht in der Unterstützung einer grenzüberschreitenden und nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen, um die Ernährungssicherheit und die Einkommenssituation der ländlichen Bevölkerung zu verbessern.

Dieses Ziel lässt sich durch folgende Massnahmen erreichen:

  • Ernährungssicherung, insbesondere über einen ausreichenden Zugang zu Saatgut, verbunden mit einer Harmonisierung der Politiken, Zugang und Verfügbarkeit von landwirtschaftlichen Produktionsmitteln, Entwicklung landwirtschaftlicher Techniken, Katastrophenvorbeugung und Informationsverbreitung.
  • Grenzüberschreitendes Management von Naturparks, Schutz durch einen Tourismus, von dem die lokale Bevölkerung profitiert.

Die Südafrika-Komponente
Das Ziel des Regionalprogramms besteht darin, in Südafrika einen Beitrag zur Konsolidierung der Demokratie und zur Ankurbelung der angeschlagenen Wirtschaft zu leisten.

Die Zusammenarbeit mit Südafrika steht im Zeichen der Beendigung des DEZA-Spezialprogramms (Ende 2004) und des Übergangs zum Regionalprogramm Südliches Afrika, das eine Südafrika-Komponente beinhaltet. Wichtig sind dabei folgende Punkte:

  • Gouvernanz: Unterstützung der Reform des Rechtssystems mit einem besonderen Fokus auf dem Zugang zum Rechtssystem für verwundbare Bevölkerungsgruppen, Partnerschaften im Bereich lokale Regierungsführung/ dezentralisierte Dienste.

  • Jugendarbeitslosigkeit/Kompetenzbildung: Die Schweizerisch-Südafrikanische Zusammenarbeitsinitiative (SSACI), eine Partnerschaft zwischen öffentlichem und privatem Sektor, die von der DEZA und in Südafrika tätigen Schweizer Privatunternehmen unterstützt wird, bietet arbeitslosen Jugendlichen die Möglichkeit, Kompetenzen und Wissen zu erwerben, die ihnen den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern.
  • Klimawandel: Mit einem jährlichen CO2-Ausstoss von 9 Tonnen pro Kopf ist Südafrika für rund 50% der CO2-Emissionen des afrikanischen Kontinents verantwortlich und zählt somit weltweit zu den grössten Verursachern von CO2‑Verschmutzung. Die DEZA führt deshalb in Südafrika ein Programm zur Verminderung von Emissionen („Mitigation“) durch und konzentriert sich dabei auf den Gebäudesektor. Ziel ist die Verminderung des Energieverbrauchs dank besserer Energieeffizienz. Künftig soll das Programm regional ausgeweitet werden und auch Projekte zur Anpassung an den Klimawandel im südlichen Afrika umfassen.

Folgende Querschnittthemen werden in allen Bereichen des Regionalprogramms berücksichtigt:

Das Regionalprogramm wird vom Schweizer Kooperationsbüro Pretoria geleitet. Unterstützung bietet ein "Netzwerk der Zusammenarbeit" von DEZA-Büros in der Region südliches Afrika. Das Büro in Pretoria übernimmt die Leitung des Netzwerks und arbeitet eng mit Maputo (Mosambik) und Dar Es Salaam (Tansania) zusammen, die sich ebenfalls für einen politischen Dialog, Evaluationen und Beratungen mit potenziellen regionalen Partner in ihren Ländern einsetzen.


Humanitäre Hilfe: Prioritäten

Ernährungsunsicherheit, hohe HIV/Aids-Prävalenz und ungenügende staatliche Leistungen prägen nach wie vor die humanitäre Situation im südlichen Afrika, vor allem in Simbabwe. Die Humanitäre Hilfe des Bundes unterstützt hier Projekte zur Verbesserung der Nahrungssicherheit verwundbarer Bevölkerungsgruppen und zur Bekämpfung von HIV/Aids.

Die Anstrengungen konzentrieren sich in erster Linie auf Simbabwe, wo sich die humanitäre Lage seit einigen Jahren dramatisch verschärft hat, was folgende Zahlen beweisen:

Die Schweiz unterstützt die Bevölkerung Simbabwes mit Nahrungsmittelnothilfe, die durch das Welternährungsprogramm (WFP) und durch NGO verteilt wird. Sie hat auch Sachverständige nach Simbabwe entsandt und finanziert dort die Lieferung von Saatgut und Düngmittel an Kleinbauern, um einen Beitrag zur Ankurbelung der Nahrungsmittelproduktion zu leisten.

Im Gesundheitssektor unterstützt die humanitäre Hilfe Schweizer NGO (Solidarmed, Swiss Aids Care International), die antiretrovirale Therapien für HIV-positive Menschen bereitstellen, die in den armen Vierteln der Hauptstadt Harare und auf dem Land leben. Zu den Aufgaben der von der Schweiz unterstützten Programme gehört zudem die Ausbildung von Gesundheitspersonal in den abgelegenen Gebieten des Landes. Es soll sichergestellt werden, dass alle Zugang zu einer antiretroviralen Behandlung haben, wenn sie eine solche brauchen.

Die ärmsten Regionen des Landes werden auch immer wieder von Choleraepidemien heimgesucht. Zwischen August 2008 und Februar 2009 wurden rund 90 000 Personen angesteckt, wobei mehr als 4000 an den Folgen der Krankheit starben. Die Humanitäre Hilfe der Schweiz stellte UNICEF und der Internationalen Migrationsorganisation (IMO) Expertinnen und Experten zur Verfügung, die damit beauftragt wurden, das Trinkwasser zu testen und Notmassnahmen zur Eindämmung der epidemischen Auswirkungen vorzuschlagen. Im Bereich Brunnenbau stellt die Humanitäre Hilfe des Bundes der IMO einen Angehörigen des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) zur Verfügung und unterstützt das Projekt mit einem finanziellen Beitrag. Im Vordergrund steht die nachhaltige Verbesserung der Trinkwasserqualität und des Wasserzugangs in den ländlichen Gebieten, die 2008/09 von der Cholera heimgesucht wurden.

Das humanitäre Programm in Angola wurde Ende 2006 abgeschlossen. Die DEZA unterhält in Luanda ein Büro für die Umsetzung des «Sozialen und humanitären Programms Schweiz-Angola», das auf einem bilateralen Abkommen zwischen den beiden Ländern beruht. Im Vordergrund steht die Rücküberweisung von Geldern der Republik Angola, die in der Schweiz blockiert waren. Zu den Schwerpunkten des Programms, das über ein Budget von 21 Millionen US-Dollar verfügt, gehören die Berufsbildung im Landwirtschaftssektor und die Kapazitätsbildung im Bereich der Minenräumung.


Hintergrundinformationen

Zahlen und Fakten
 
 
 
Südafrika
Simbabwe
Fläche
Bevölkerung

Bevölkerungswachstumsquote
pro Jahr (seit 1990)

Lebenserwartung bei Geburt:
Frauen / Männer

Analphabetismusquote Erwachsene: Frauen / Männer
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf

Bevölkerungsanteil mit weniger
als 2 US$
1'219'912
50.587
 
1.2

53.2 /52.0

22 /22
8'070.0


31.1
km2
Mio.
 
%

Jahre


%

US$

%
390'757
12.754
 
1.4

50.4 /52.0

10.1 /5.3
757.1

..
km2
Mio.

%

Jahre

%
US$

%


Quelle: World Development Indicators 2013 der Weltbank

 Landeshintergrundinformationen der BBC (Afrika)


Kontaktadresse der DEZA vor Ort:

Südafrika und Südliches Afrika (Pretoria)

Swiss Agency for Developement and Cooperation (SDC)
165 Lynnwood Road, Ozmik House, South Wing, Brooklyn
P.O. Box 1964
Brooklyn Square, 0075
Pretoria - South Africa

Telefon +27 12 366 9400
Fax +27 12 362 2971
E-Mail pretoria@sdc.net
Website www.swiss-cooperation.admin.ch/southernafrica/

Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land.