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Gewalt an Frauen – Hindernis für jede Entwicklung

Selbst der Himmel hat keine Tränen mehr

Bildband

8.August - 11. November 2011: Basel, Zürich, Luzern, Bern, Genf
Fotogalerie und Fotoausstellung "Versehrt doch klaglos -­ die Frauen im Kongo machen weiter"

11. August 2011, Zürich
Dossier zur öffentlichen Veranstaltung Gewalt an Frauen – Hindernis für jede Entwicklung

Reise

Afrikareise von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey
Africa_210_110.jpg
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey bereiste vom 9. bis 13. Februar 2010 die Demokratische Republik Kongo sowie Tansania. Im Zentrum der Reise standen die Entwicklungszusammenarbeit namentlich im Bereich Gesundheit.

Weitere Informationen

Grosse Seen (Ruanda, Burundi, Demokratischen Republik Kongo)

Website des Kooperationsbüros (DEZA) Grosse Seen (Ruanda - Burundi - Demokratische Republik Kongo): www.cooperation-suisse.admin.ch/grandslacs

afr_grosse_seen.gifDie Schweizer Entwicklungszusammenarbeit in der Region der Grossen Seen konzentriert sich auf vier Schwerpunktbereiche: Zugang der Bevölkerung zu Grunddienstleistungen (Gesundheit, Hygiene), Förderung einer lokalen Wirtschaft, die Arbeitsplätze und Einkommen generiert, Schutz der Zivilbevölkerung sowie Konsolidierung der demokratischen Prozesse. Eine regionale Strategie koordiniert das Engagement der DEZA in Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo (DRK).

Ruanda, Burundi und die DRK sind nach wie vor von Armut geprägt. Die prekären Verhältnisse führen im Fall von Burundi und der DRK zu politischer Instabilität und wiederkehrenden Konflikten. Die DEZA setzt sich für die Stabilisierung der ganzen Region ein, damit es der Bevölkerung besser geht. Die Zukunft der drei Länder ist stark von den Entwicklungen in den einzelnen Staaten abhängig: Sie treiben Handel miteinander, und auch Aufstände machen an den Grenzen nicht Halt. Um den Frieden in der Region zu fördern, muss die Legitimität der Institutionen verbessert werden. Gemäss ihrem Auftrag, sich speziell in fragilen Kontexten zu engagieren, unterstützt die DEZA die Behörden Ruandas, Burundis und der DRK bei ihren Hauptaufgaben: Gewährleistung der Sicherheit, Schaffung von Arbeitsplätzen und Sicherstellung einer guten Grundversorgung für die Bevölkerung.

Internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2011
Mio. CHF
2012
Mio. CHF
2013
Mio. CHF
DEZA
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 20.98 29.04 31.10
Humanitäre Hilfe 8.22 10.57 12.66
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Total DEZA/SECO 29.20 39.61 43.76
Andere Bundesämter
Abt. Menschliche Sicherheit und Direktion für Völkerrecht des EDA 2.31 2.63 3.82
Andere Abteilungen des EDA (ASAF, AIO, usw) 1.51 0.79 0.90
Eidg. Dep. für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) 1.07 1.82 1.90
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) 0.03
Total andere Bundesämter 4.89 5.24 6.65
Kantone und Gemeinden 0.71 1.29 ..
Total 34.80 46.14 50.41
DEZA-Angaben ohne Programmbeiträge an schweizerische NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF

N.B. Die Beiträge der humanitären Hilfe an die nach Tansania geflüchteten Personen aus der Region der Grossen Seen werden unter der humanitären Hilfe von Tansania aufgeführt

Zugang zu Grunddienstleistungen
Unterstützung der öffentlichen Gesundheitssysteme
Die DEZA betreut in Ruanda, in Burundi und in der Provinz Süd-Kivu (DRK) drei Programme zur Unterstützung des Gesundheitswesens. Sie hilft insgesamt 240 lokalen Gesundheitseinrichtungen, die Gouvernanz, die Infrastruktur, die Versorgung mit Medikamenten und damit die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Im Einsatzgebiet der DEZA ist die Müttersterblichkeit von 120 auf durchschnittlich 80 Todesfälle pro 100 000 Lebendgeburten zurückgegangen. In Ruanda unterstützt die DEZA seit 2002 die Einführung einer Krankenversicherung, der inzwischen 90% der Bevölkerung angeschlossen sind.

Psychosoziale Unterstützung
Da die Bevölkerung in der Region der Grossen Seen täglich Gewalt erleidet, setzt sich die DEZA seit rund zehn Jahren für die psychosoziale Betreuung von Frauen und Männern ein, die Opfer von sexueller und psychischer Gewalt geworden sind. Die ursprünglich von dem Bereich der Humanitären Hilfe geleistete Unterstützung wird heute im Rahmen des regionalen Kooperationsprogramms weitergeführt. Dank dem koordinierten Einsatz von sieben Partnerorganisationen konnte seit der Lancierung des Programms im Jahr 2011 über 15 000 Frauen und Männern geholfen werden. Ein gemeinschaftsorientierter Ansatz erlaubt es den Opfern, ihre psychische und physische Gesundheit zurückzuerlangen und im sozialen und wirtschaftlichen Leben wieder Fuss zu fassen.

Wasser und sanitäre Grundversorgung
Die DEZA verbessert die Chancen der Bevölkerung auf eine gute Gesundheitsversorgung mit einem Zusatzprogramm zur Sanierung der medizinischen Einrichtungen in der Region. Auf diese Weise erhalten die Patientinnen und Patienten Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, die minimale Hygienebedingungen erfüllen.

Wirtschaftsförderung
Berufsbildung und Diversifizierung der Arbeitsplätze
Das nach wie vor stark von der Subsistenzlandwirtschaft abhängige Binnenland Ruanda muss seine Wirtschaft dringend diversifizieren. Dazu werden die Berufsbildungsgänge für die ländliche Bevölkerung verbessert und Techniken für die Produktion von nachhaltigen Baumaterialien entwickelt. Diese Techniken verringern nicht nur die Umweltbelastung durch die wirtschaftliche Entwicklung, sondern bieten den Ruanderinnen und Ruandern auch neue Erwerbsmöglichkeiten ausserhalb der Landwirtschaft. In der Westprovinz Ruandas wurden vier Berufsbildungszentren gebaut und eingerichtet. Zudem wurden in enger Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft sechs neue Ausbildungsgänge entwickelt (Maurer, Elektriker, Schreiner, Schweisser, Spengler und Automechaniker).

Ernährungssicherheit
Gleichzeitig setzt sich die DEZA für die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität und den Aufbau lokaler Märkte ein, um das Einkommen und die Ernährung der ärmsten Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Ein weiteres Projekt, das von der DEZA unterstützt wird, schafft günstigere Rahmenbedingungen für Kleinproduzenten, die ihre Produkte verkaufen wollen. Des Weiteren leistet die Schweiz humanitäre Hilfe für Vertriebene in der DRK sowie in Ruanda und Burundi, indem sie das Engagement des Welternährungsprogramms in der Region finanziell unterstützt.

Schutz der Zivilbevölkerung
Der Bereich der Humanitären Hilfe ist auf mehreren Ebenen aktiv, um den verletzlichen Menschen in der Region der Grossen Seen Schutz und Zugang zu Grunddienstleistungen zu gewährleisten. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Flüchtlinge, Binnenvertriebene, Gastfamilien, Frauen und Kinder gelegt. Die Schweiz leistet finanzielle Beiträge an zahlreiche Programme von internationalen Partnerorganisationen (IKRK, Internationale Organisation für Migration) und von UNO-Organisationen (Welternährungsprogramm, UNHCR, UNICEF, Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten). Das Schweizerische Korps für humanitäre Hilfe (SKH) stellt nach Bedarf Expertinnen und Experten zur Verfügung. Die Humanitäre Hilfe leistet auch einen Beitrag an Projekte von schweizerischen und internationalen NGOs. Seit mehreren Jahren unterstützt sie beispielsweise eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, ein Netzwerk von afrikanischen Fachärzten für plastische und rekonstruktive Chirurgie aufzubauen, um Kriegsopfern zu helfen.

Demokratische Prozesse
Sicherung von Landrechten
Im Norden Burundis und in der Provinz Süd-Kivu (DRK) unterstützt die DEZA die kommunalen Grundbuchämter, die für die Registrierung von Landrechten zuständig sind. Die betroffenen Menschen erhalten dadurch leichter Zugang zu einem Eigentumstitel. Gegebenenfalls werden die Dorfverbände eingeladen, direkt bei der Beilegung von Landkonflikten mitzuwirken. Dank der Erfahrungen vor Ort kann die DEZA die Behörden auf Provinz- und Staatsebene bei der Weiterentwicklung ihrer Bodenpolitik beraten. Burundi hat 2011 ein neues Bodenrecht verabschiedet, das auf dem von der DEZA geförderten dezentralisierten Verwaltungsmodell beruht.

Demokratischer Dialog
Das Engagement des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in der Region der Grossen Seen wird personell und finanziell zwischen der DEZA und der Politischen Direktion abgestimmt. Seit 2006 setzt sich das EDA über die Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) für die Friedensförderung, die Prävention von Konflikten und die Einhaltung der Menschenrechte in der Region ein. Die AMS arbeitet mit den Regierungen, der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen zusammen. Zwei Beraterinnen in Bujumbura und Kinshasa betreuen das Programm vor Ort. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung des Dialogs als Instrument der demokratischen Regierungsführung. Mit dem Vorsitz der «Burundi-Konfiguration» der UNO-Kommission für Friedenskonsolidierung verfügt die Schweiz derzeit über einen weiteren Kanal zur Unterstützung der Friedensförderung in Burundi.

Geschichte der Zusammenarbeit
Beständiges Engagement in einem volatilen Umfeld
Die Schweiz ist seit 1963 in der Region der Grossen Seen präsent, zuerst in Ruanda, wo die Schweiz nach der Unabhängigkeit des Landes technische Unterstützung leistete. Mit ihrem Engagement vor Ort trugen die ersten Schweizer Entwicklungshelfer zur erfolgreichen Gründung einer lokalen Verkehrsgenossenschaft und zur Errichtung eines dichten Netzes von Volksbanken bei, die nach dem Vorbild der Raiffeisenkassen konzipiert wurden. Die DEZA setzt sich auch für die Förderung des land- und forstwirtschaftlichen Potenzials von Ruanda ein.

In den 1990er-Jahren musste die Schweiz ihr Engagement wegen der zahlreichen bewaffneten Konflikte in Ruanda (1990–1994), Burundi (1993–2000) und der DRK (1996–2001) auf die humanitäre Hilfe beschränken. Die Unterstützung dauert bis heute an, doch wird die Mehrheit der Schweizer Beiträge an die Region der Grossen Seen heute wieder für Entwicklungsprojekte zur Wiederherstellung und Sicherung eines dauerhaften Friedens verwendet.


Hintergrundinformationen zur Region der Grossen Seen

Zahlen und Fakten
Ruanda

Burundi

DRK
Fläche
Bevölkerung
Bevölkerungswachstumsquote
pro Jahr (seit 1990)
Lebenserwartung bei Geburt:
Frauen / Männer
Analphabetismusquote Erwachsene: Frauen / Männer
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf
Bevölkerungsanteil mit weniger
als 2 S US$
26'340
9.7

2.8

52 / 48

34 / 25
458


90

km2
Mio.

%

Jahre

%
US$

%
27'830
8.1

3.0

52 / 49

40 / 28
144


93

km2
Mio.

%

Jahre

%
US$

%
2'344'860
64.3

2.7

49 / 46

44 / 22
130

...
km2
Mio.

%

Jahre

%
US$

%
Quelle: World Development Indicators 2010 der Weltbank
.. = keine Angaben

Landeshintergrundinformationen der BBC: Ruanda

Landeshintergrundinformationen der BBC: Burundi

Landeshintergrundinformationen der BBC: DRK


Kontaktadresse der DEZA vor Ort:

Grosse Seen (Ruanda - Burundi - Demokratische Republik Kongo) (Kigali)

Bureau de la Coopération Suisse au Grands Lacs
c/o Ambassade de Suisse
B.P. 597
Kigali
Rwanda

Telefon +250 252 57 55 34
Fax +250 252 57 24 61
E-Mail kigali@sdc.net
Website www.cooperation-suisse.admin.ch/grandslacs

Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land.