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Tunesien

Karte TunesienDie Volksaufstände in Tunesien von Anfang 2011 haben die Gesellschaft und die Staatsstrukturen erschüttert. Um möglichst günstige Bedingungen für einen Demokratisierungsprozess zu gewährleisten, hat der Bundesrat rasch reagiert und am 11. März 2011 entschieden, ein Programm für ein mittelfristiges Engagement der Schweiz in Tunesien auszuarbeiten.

Das Nordafrika-Programm der Schweiz für den Zeitraum 2011–2016 berücksichtigt die Prioritäten vor Ort und konzentriert sich auf drei Schwerpunktbereiche:

  1. demokratische Transition und Menschenrechte,
  2. wirtschaftaliche Entwicklung und Beschäftigung,
  3. Migration und Schutz.
Zudem hat die Schweiz während der Krise in Libyen humanitäre Hilfe geleistet. Am 22. Juli 2011 wurde mit den Übergangsbehörden ein Abkommensprotokoll über die Umsetzung des schweizerischen Transitionsprogramms in Tunesien unterzeichnet. Der Ausbau der operationellen Tätigkeit vor Ort kommt rasch voran.

Das bilaterale Engagement des Bundes 2010
Mio. CHF
2011
Mio. CHF
2012*
Mio. CHF
DEZA
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit 0.22 7.73 8.00
Humanitäre Hilfe 0.50 0.50
Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 0.56 2.78 13.00
Bundesamt für Migration (BFM) 0.00 0.50 1.50
Politische Direktion (PD)
Abteilung Menschliche Sicherheit 0.00 0.85 0.99
Direktion für Völkerrecht (DV)

technische Unterstützung

Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) 0.18 0.18
Total 0.96 12.54 23.99
* geplant; Gesamtbetrag aufgrund der zur Verfügung stehenden Daten
Bilaterale Entwicklungszusammenarbeit ohne Programmbeiträge an NGOs
.. = keine Angaben | – = Betrag ist Null oder Betrag < 5'000 CHF

Engagement der Schweiz

Das Mittelfristprogramm der Schweiz in Tunesien wird koordiniert, kohärent und komplementär umgesetzt. Daran beteiligt sind verschiedene Bundesstellen: das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), die Politische Direktion (PD), die Direktion für Völkerrecht (DV) und die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des EDA sowie das Bundesamt für Migration (BFM) des EJPD.

Die Unterstützung der Schweiz ist partnerschaftlich, bedürfnisorientiert, gezielt und nachhaltig. Bei allen Projekten wird die Gleichberechtigung von Frauen und Männern berücksichtigt.

In Tunesien steht das Programm unter der Leitung eines schweizerisch-tunesischen Leitungsausschusses, der dem Ministerium für Investition und internationale Zusammenarbeit untersteht. Er arbeitet eng mit anderen Ministerien zusammen (regionale Entwicklung, Landwirtschaft, Inneres, Soziales usw.).

Die Schweizer Botschaft wird bei der Umsetzung von einem Schweizer Programmbüro unterstützt. Zudem wurde ein Experte für menschliche Sicherheit vor Ort entsandt. Mitte September 2011 wurde zudem eine Programmbürofiliale in Kasserine und im März 2012 eine zweite Filiale in Médenine eröffnet.

Stand der Planung der operationellen Aktivitäten (März 2011) sowie der Vorbereitungsarbeiten für verschiedene zusätzliche Initiativen:

Schwerpunktbereich 1: demokratische Transition und Menschenrechte

Schwerpunktbereich 2: wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung

Stärkung der Privatwirtschaft und der Wettbewerbsfähigkeit:

Verbesserung des Zugangs zur Basisinfrastruktur und zu öffentlichen Dienstleistungen:

Verbesserung der Arbeitsmarktfähigkeit von Jugendlichen:

Bereich 3: Migration und Schutz

Eine Expertenmission der Schweizer Regierung reiste im September 2011 nach Tunesien, um mit den tunesischen Übergangsbehörden einen auf Partnerschaft beruhenden Migrationsdialog aufzunehmen und potenzielle Programme und Projekte zu identifizieren. Im Zentrum steht ein globaler Ansatz, der die Migration als wesentlichen Faktor für eine sozioökonomische Entwicklung einbezieht. Zurzeit wird die Ausrichtung des schweizerischen Engagements in den Bereichen legale und illegale Migration, Rückkehr und Wiedereingliederung von tunesischen Migrantinnen und Migranten, Schutz von verwundbaren Personen und eine bessere Nutzung der Synergien zwischen Migration und Entwicklung definiert.

Aktivitäten der humanitären Hilfe an der tunesisch-libyschen Grenze 2011


Hintergrundinformationen Tunesien

Seit dem Frühling 2011 haben zwischen den schweizerischen und den tunesischen Behörden sowohl in Bern wie in Tunis verschiedene Gespräche über Migration stattgefunden. Dieser Migrationsdialog ist partnerschaftlich und verfolgt einen globalen Ansatz, der sich auf Migration als Faktor der sozioökonomischen Entwicklung konzentriert. Verschiedene Projekte in den Bereichen legale und illegale Migration, Rückkehrhilfe und Wiedereingliederung von tunesischen Migrantinnen und Migranten, Schutz von verwundbaren Personen und bessere Berücksichtigung der Zusammenhänge zwischen Migration und Entwicklung sind im Gange.

Zahlen und Fakten
Fläche
Bevölkerung
Bevölkerungswachstumsquote pro Jahr (seit 1990)
Lebenserwartung bei Geburt: Frauen / Männer
Analphabetismusquote Erwachsene: Frauen / Männer
Bruttoinlandprodukt BIP pro Kopf
Bevölkerungsanteil mit weniger als 2 US$ pro Tag
163610
10.3
1.0
76.3 / 72.4
29.0 / 13.6
3954.4
..
km2
Mio.
%
Jahre
%
US$
%
Quelle: World Development Indicators 2011 der Weltbank

Kontaktadresse der DEZA vor Ort:

Tunesien (Tunis)

Programme Office Tunisia
Ambassade de Suisse
Jardins du Lac 2 - Zone V
B.P. 56
1053 Les Berges du Lac 2 - Tunis

Telefon +216 71 191 997
+41 (0)31 324 18 11
Fax +216 71 192 032
E-Mail tunis@sdc.net / tun.vertretung@eda.admin.ch

Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in diesem Land.