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Der Schweizer Beitrag an die erweiterte Europäische Union

Jahreskonferenz der Schweizer Ostzusammenarbeit - 19. November 2010, Aarau
DEZA und SECO ziehen eine Zwischenbilanz. Regierungs- und Verwaltungsvertreter/innen aus den neuen Mitgliedstaaten und der Schweiz informieren aus erster Hand über die Aktivitäten im Rahmen des Erweiterungsbeitrags.

Infos zum Erweiterungsbeitrag

Neue Mitgliedstaaten der EU

Informationsportal für den schweizerischen Beitrag an die erweiterte EU: www.erweiterungsbeitrag.admin.ch

 

Die Schweiz hat den politischen und wirtschaftlichen Transitionsprozess in Mittel- und Osteuropa seit 1990 über ein Jahrzehnt aktiv unterstützt. Mit der Aufnahme zehn neuer mittel- und osteuropäischer Mitgliedstaaten in die Europäische Union am 1. Mai 2004 bzw. am 1. Januar 2007, bekannt als EU-Osterweiterung, wurde dieser Transitionsprozess erfolgreich abgeschlossen. Ausserdem  sind auch Malta und Zypern der EU am 1. Mai 2004 beigetreten. Für die Schweiz bedeutet die Erweiterung der EU  mehr Sicherheit und Stabilität in ihrer Nachbarschaft, sowie Zugang zu einer der dynamischsten wirtschaftlichen Wachstumsregionen weltweit.

Durch die Erweiterung hat sich das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich in der EU verstärkt: das Pro-Kopf Einkommen der neuen Mitgliedstaaten ist weit unter dem EU-Durchschnitt vor der Erweiterung. Zudem haben sich die regionalen Unterschiede innerhalb der einzelnen EU-Staaten verstärkt.

Erweiterungsbeitrag an die neuen Mitgliedstaaten der EU
Die EU unternimmt über Ihre Kohäsions- und Regionalentwicklungsfonds grosse Anstrengungen zur Verringerung dieser Ungleichgewichte. Die Schweiz beteiligt sich mit ihrem eigenen Programm an der Verminderung dieses Rückstands. Der dafür notwendige Rahmenkredit wurde auf Grundlage des vom Stimmvolk im November 2006 gutgeheissenen Bundesgesetzes Ost im Juni 2007 durch das Parlament genehmigt. Weitere Informationen zur Umsetzung des Programms finden sich unter www.erweiterungsbeitrag.admin.ch.
In jedem Land nimmt eine nationale Koordinationsstelle Projektvorschläge entgegen.

Verteilschlüssel

Land Mio. Franken Land Mio. Franken

Polen

489.020

Lettland

59.880

Ungarn

130.738

Estland

39.920

Tschechien

109.780

Slowenien

21.956

Litauen

70.858

Zypern

5.988

Slowakei

66.866

Malta

2.994

Rumänien*

181.000

Bulgarien*

76.000

Tätigkeitsbereiche

Das Schweizerische Programm ist sowohl thematisch wie auch geographisch klar fokussiert und wirkt komplementär zu den EU-Unterstützungsprogrammen. Der Erweiterungsbeitrag wird von DEZA und SECO gemeinsam umgesetzt. In Absprache mit den Partnerländern wird die Schweiz Projekte in den folgenden thematischen Schwerpunkten unterstützen: Die Umsetzung des Programms: Die Verantwortung für die Auswahl der Projekte liegt bei den Partnerstaaten, die Finanzierungsentscheide werden von der Schweiz getroffen. In jedem Land wird eine nationale Koordinationsstelle Projektvorschläge entgegennehmen.
Hintergrundinformationen zu den 12 neuen Mitgliedstaaten
Trotz des starken Wirtschaftswachstums der neuen Mitgliedstaaten (doppelt so hoch wie in der EU-10), besteht wirtschaftlich und sozial ein starker Nachholbedarf gegenüber der restlichen EU. 60% der EU-Regionen mit einem wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsrückstand liegen in den neuen Mitgliedstaaten. Im Vergleich erreicht Lettland als Schlusslicht lediglich 41% des durchschnittlichen EU Pro-Kopf-Einkommens, gegenüber Luxemburg mit 215%. Ein Ungleichgewicht zeigt sich auch in den Beschäftigungsdaten: die Arbeitslosigkeit liegt in den neuen Mitgliedstaaten im Schnitt 60% höher als in der EU-15 und die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist doppelt so hoch. Die Beschäftigungsrate ist in den neuen Mitgliedstaaten 14% tiefer als in den alten Mitgliedstaaten. Auch in der sozialen Entwicklung zeigen sich grosse Differenzen: die Lebenserwartung von Männern liegt in den neuen Mitgliedstaaten bei 69 Jahren und damit 8 Jahre tiefer als in der EU-15. Investitionen in das Bildungs-, oder das Gesundheitswesen sind deutlich tiefer.

Die neuen Mitgliedstaaten sind auch in sich geprägt von einer ungleichen Entwicklung: das Gefälle zwischen ländlichen und städtischen Gebieten, insbesondere den Hauptstadtregionen, hat sich seit dem Systemwandel erhöht.

Weitere Informationen zum schweizerischen Erweiterungsbeitrag finden sich unter
www.erweiterungsbeitrag.admin.ch

Zahlen und Fakten
 
Bevölkerung (in Mio.)
Fläche (km2)
BIP/Kopf in KKS (2006) *
Wachst. BIP/Kopf (%) (2006)
Beschäftigungswachstum % (m/f) 2006
Arbeitslosenquote % (m/f) 2006
Lebenserwartung Jahre (m/f) 2005
Estland Litauen Lettland Tschechien Polen Slovakei Ungarn Slowenien Zypern Malta
1.34 3.4 2.29 10.25 38.12 5.38 10.06 2 0.776 0.405
45'227 65'300 64'589 78'866 311'889 49'035 93'030 20'273 9'215 316
63.9 55.0 53.2 75.6 50.4 59.7 62.2 82.6 88.8 72.9
11.63 7.41 12.5 5.66 7.14 9.76 3.85 4.39 1.52 2.27
6.5/4.3 0.7/2.8 4.2/5.5 1.7/1.6 3.4/3.2 3.2/1.2 0.9/0.4 1.5/0.8 0.5/3.1 0.0/2.8
6.2/5.6 5.8/5.4 7.4/6.2 5.8/8.8 13.0/14.9 12.3/14.7 7.2/7.8 4.9/7.2 4.0/5.4 6.5
67.3/78.1 65.3/77.3 65.3/76.5 72.9/79.2 70.7/79.3 70.1/78.0 68.6/77.1 73.9/80.8 76.8/81.0 77.2/81.3


Quelle: Eurostat, EIU country profiles 2007

* KKS = Kaufkraftstandard. Der Volumenindex des Bruttoinlandprodukt (BIP) in KKS pro Kopf wird relativ zum Durchschnitt der 25 EU Länder (ohne Bulgarien und Rumänien), der zu 100% gesetzt ist, ausgedrückt.


Weiterführende Informationen und Dokumente

Hier finden Sie weiterführende Publikationen, Links, Dokumente und Artikel zur Schweizer Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in dieser Region.