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02.05.2012 - Pressemitteilung
Bundesrat Didier Burkhalter eröffnet die internationale Konferenz in Genf über die Vertreibungen in Afghanistan

Nach über drei Jahrzehnten humanitärer Krise leben immer noch Millionen afghanischer Flüchtlinge in Iran und Pakistan. Die drei vom Problem betroffenen Länder und das UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) haben eine Strategie ausgearbeitet, die am 2. und 3. Mai an einer internationalen Konferenz in Genf vorgestellt wird. Die Konferenz, die den Weg für dauerhafte Lösungen freimachen soll, wurde von Bundesrat Didier Burkhalter, dem Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und António Guterres, dem UNO-Hochkommissar für Flüchtlinge, eröffnet.

«Was uns heute hier beschäftigt, betrifft uns alle: Es ist das Schicksal dieser Men­schen, das grosse menschliche Leid. Und die Ausmasse dieses Leids sind enorm», erklärte Bundesrat Didier Burkhalter zur Eröffnung der Konferenz. Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten wies zudem auf die Notwendigkeit einer umfassenden Mobilisierung zur Unterstützung der humanitären Tätigkeit hin. «Auch hier gilt: Gemeinsam sind wir stark, wir müssen verschiedene Arten von Hilfe, von der rein humanitären Hilfe über die Friedensförderung bis zur Entwicklungszusammenarbeit, integrieren.»

Der massive Exodus von afghanischen Flüchtlingen seit 1978 hatte viele Auswirkun­gen, insbesondere auf die Nachbarländer und deren Einwohner. Heute beherbergt Pakistan etwa 1,7 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus Afghanistan und der Iran fast 1 Million. Zudem schätzt das UNHCR, dass etwa 2,5 Millionen Afghanen sich in Pakistan und Iran aufhalten, ohne registriert zu sein.

An der «International Conference on the Solutions Strategy for Afghan Refugees to Support Voluntary Repatriation, Sustainable Reintegration and Assistance to Host Countries», die vom UNHCR mit Unterstützung der Schweiz organisiert wird, treffen sich Vertreterinnen und Vertreter von 60 Regierungen und 40internationalen Organisationen. An dieser Konferenz soll eine gemeinsame Strategie zur Suche nach dauerhaften, kohärenten und einheitlichen Lösungen für die afghanischen Vertriebenen und Flüchtlingen diskutiert werden.

Die Teilnehmenden werden aufgefordert, Programme in Afghanistan zu unterstützen, um die Nachhaltigkeit der Rückkehr zu erhöhen. Mit der neuen Strategie wird auch eine Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft zur Unterstützung von Ländern angestrebt, die afghanische Flüchtlinge aufnehmen. Diese gemeinsame Aktion mit Akteuren aus dem humanitären Bereich und der Entwicklungszusammenarbeit bildet eine Premiere, die zur Stabilität in der Region beitragen wird.

Die Schweiz unterstützt Afghanistan und Pakistan seit mehreren Jahrzehnten. Die Programme für humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit konzentrieren sich auf die ländliche Entwicklung, den Wiederaufbau und die gute Regierungs­führung auf lokaler Ebene, die den am meisten benachteiligten sozialen Gruppen zu­gute kommt. Insbesondere führt die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) das Regionalprogramm Hindukusch durch, das auf das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan ausgerichtet ist.

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