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22.04.2008 - Artikel
Lofa – ein Pilotprojekt

ZUSAMMENARBEIT MIT LIBERIA

Kurz vor Ostern unternahm Walter Fust eine seiner letzten Dienstreisen als Direktor der DEZA – die letzte führte ihn nach Asien. Unter Trommelklängen wohnte er in Liberia der Einweihung eines Spitals bei, dessen Wiederaufbau von der DEZA finanziert wurde. Auf seiner Agenda stand auch ein Treffen mit der Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf.

Um sich selber zu überzeugen und um aufzuzeigen, dass die Wirksamkeit der Hilfe der DEZA keine Worthülse ist, kehrte Walter Fust kürzlich nach Voinjama zurück, Hauptort der Provinz Lofa, die ganz im Norden Liberias an Guinea und Sierra Leone grenzt. Als er im Frühjahr 2006 dorthin reiste, ging es um einen Beitrag der Schweiz zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in dieser Region, die während der Regenzeit – 4 bis 5 Monate im Jahr – von der Umwelt völlig abgeschnitten ist.

Frappant ist der Unterschied zwei Jahre danach. Auf den Ruinen des Spitals – als Folge von 14 Jahren Krieg – steht heute ein Gebäude, das dreimal so gross ist. Wenn es einmal voll im Betrieb ist, entspricht die geplante Kapazität von 150 Betten den realen Bedürfnissen der Bevölkerung von Lofa. Beim Bau der neuen Gebäude kamen lokale Arbeitskräfte und Materialien zum Einsatz. Die Arbeiten wurden unter der Leitung eines schweizerischen Architekten und in Zusammenarbeit mit liberianischen Architekten und Ingenieuren ausgeführt. Ein ganz besonderes Augenmerk wurde auf die ökologischen Aspekte gelegt.

Um den Bewohnern in den umliegenden Dörfern den Zugang zum Spital zu ermöglichen und ihnen auch den Besuch des Marktes im Hauptort zu erleichtern, hat die DEZA ebenfalls zur Instandsetzung eines Nebenstrassennetzes nach Voinjama beigetragen. Nebst diesen zwei Infrastrukturvorhaben unterstützte sie zudem die Instandsetzung von sechs Schulen und schuf dadurch Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung. Mehrere Tausend Bewohner aus 68 Dörfern beteiligten sich an der Herstellung von Schulmobiliar und Uniformen für 15 000 Schüler und Schülerinnen.

Mit dem Wiederaufbau des Spitals von Voinjama ist ein erster Schritt zur Wiederherstellung der medizinischen Infrastrukturen in Lofa gemacht. Der Betrieb kann nun aufgenommen werden; auch hier wird die DEZA gemeinsam mit der nordamerikanischen NGO «International Medical Corps» Unterstützung leisten.

Es ist vorgesehen, die Einrichtungen in drei bis fünf Jahren vollständig dem Gesundheitsministerium Liberias zu übergeben.

Weiterführende Informationen und Dokumente

  • Liberia
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