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18.04.2007 - Artikel
Mongolei: Kampf gegen Wüstenbildung

Die Wüstenbildung nimmt in der Mongolei beängstigende Dimensionen an und bedroht die Existenz der Hirten-Nomaden. Mit einem neuen Projekt beteiligt sich die DEZA am Kampf gegen die Desertifikation.

Wer von der Mongolei spricht, muss sich erst mal ein paar Zahlen vor Augen führen: Das Land weist eine Bevölkerungszahl von lediglich 2,6 Millionen auf, umfasst aber eine Fläche von nahezu 1,6 Millionen Quadratkilometern – darin fände die Schweiz 40 Mal Platz. Von der Landesfläche sind, vor allem im südlichen Gürtel, 40 Prozent Wüste und Wüsten-Steppe. 26 Prozent der Fläche sind reine Steppe und 8 Prozent bewaldete Steppe – den Rest machen Taiga und Berge aus. Die Wüste im Süden der Mongolei, ein Teil der Wüste Gobi, greift immer weiter nach Norden in die Grasländer hinein. Aktuelle meteorologische Daten bestätigen: Die Wüste wächst, vor allem im Zentrum des Landes. Für die Wirtschaft der Mongolei ist das fatal.

Die mongolische Wirtschaft ist stark geprägt von der Viehwirtschaft: 35 Millionen Tiere – Ziegen, Schafe, Rinder, Pferde, Kamele – bilden für ein ganzes Drittel der Bevölkerung die einzige Lebensgrundlage. Die Herden werden traditionell nach Sitte der Nomaden über das Weideland getrieben. Der Umstand, dass das verletzliche Ökosystem immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät, hat unmittelbare Folgen. In den ländlichen Gebieten betrifft die Armut 43 Prozent der Menschen.

Verschiedene Gründe
Die Wüstenbildung ist einerseits im Klimawandel und in der globalen Erwärmung begründet. Ausgedehnte Dürreperioden führen zur Austrocknung von Flüssen und Seen, während durch Winderosion die fruchtbaren Humusschichten der Böden abgetragen werden. Der zweite, wesentlich stärker ins Gewicht fallende Grund für die Wüstenbildung, ist direkt vom Menschen verursacht. Aufgrund schlechter Planung und mangelnder Koordination belasten die Viehhalter mit immer grösseren Herden die abnehmenden natürlichen Ressourcen wie Wald, Grasland und Wasser. Es kommt zur Überweidung, zum Raubbau an der Natur.

Hier setzt ein neues DEZA-Projekt an: «Coping with Desertification», zu deutsch etwa «Der Wüstenbildung gewachsen sein», fördert die Planung des nachhaltigen Gebrauchs natürlicher Ressourcen auf lokaler Ebene, es fördert bei den Viehaltern die Bewussteinsbildung über die Problematik der Wüstenbildung, und es unterstützt die Einführung neuer Technologien, wobei das Wissen der Bauern mit innovativen Ansätzen verknüpft wird.

Das Projekt hat eine langjährige Projektdauer, denn es wird Jahre brauchen, um dank der Zusammenarbeit mit nationalen Partnern und internationalen Gebern, der Wüstenbildung wirklich gewachsen zu sein. Adrian Schläpfer, Chef der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit bei der DEZA bringt es auf die Kurzformel: «Der Kampf gegen die Wüstenbildung ist ein monumentales Unterfangen.»

Weiterführende Informationen und Dokumente

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    Die DEZA unterstützt die Mongolei bei der Umsetzung der nationalen Dezentralisierungsreform und förd...