Gründung
1944
Hauptsitz
Washington
Mitglieder
186 Staaten
Organe
Gouverneursrat als oberstes Entscheidungsgremium; Exekutivdirektorium als operatives, ständiges Entscheidungsorgan mit 24 Mitgliedern
Schweizer Exekutivdirektor
Thomas Moser
Generaldirektor
Christine Lagarde
Personal
ca. 2500 Mitarbeitende
Finanzierung
Beiträge der Mitgliedstaaten, die sich nach relativer Bedeutung in der Weltwirtschaft bestimmen.
Schweizer Beitrag 2008 (EFV)
16,1 Mio. CHF
Link
www.imf.org
Internationaler Währungsfonds (IWF)
Der Internationale Währungsfonds (IWF) entstand im Juli 1944 gleichzeitig mit der Weltbank (WB) im amerikanischen Bretton Woods. Ziel beider Institutionen sollte sein, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern (Weltbank) bzw. stabile Währungen zu garantieren (IWF). Auch heute noch besteht die Kernaufgabe des IWF darin, die internationale Finanzstabilität zu sichern und zu fördern.
| Die Hauptaufgaben des Internationalen Währungsfonds IWF (International Monetary Fund IMF) |
Der IWF hat als zentrale Aufgabe, die Stabilität des internationalen Währungs- und Finanzsystems zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erfüllen, ist der IWF in drei Bereichen tätig:
- Wirtschaftspolitische Überwachung: Der IWF verfolgt die allgemeine Lage der Weltwirtschaft und die wirtschafts- und finanzpolitischen Entwicklungen in seinen Mitgliedstaaten.
- Finanzhilfe: Bei Zahlungsbilanzschwierigkeiten gewährt der IWF seinen Mitgliedstaaten Kredite zur Unterstützung ihrer wirtschaftspolitischen Anpassungs- und Reformmassnahmen.
- Technische Hilfe: Der IWF bietet seinen Mitgliedern technische Hilfe und Ausbildungsmöglichkeiten in seinem Kompetenzbereich an.
Der IWF ist in seinen Aktivitäten den Millenniumszielen verpflichtet. Insbesondere mit der "Poverty Reduction Growth Facility" (PRGF) unterstützt der IWF die Armutsbekämpfungsstrategien der Entwicklungsländer und stellt ihnen günstige Kredite zur Verfügung. Eine wichtige Unterstützung bietet der IWF den Entwicklungsländern weiter auch mit technischer Hilfe im makroökonomischen Bereich.
| Der IWF und die Schweiz |
Für die Schweiz als offene, exportorientierte Volkswirtschaft ist ein stabiles internationales Finanzsystem von grosser Bedeutung. Unser Land ist seit 1992 Mitglied des IWF.
Die Schweiz ist im Gouverneursrat als dem obersten Entscheidungsgremium mit dem Vorsteher des Eidg. Finanzdepartements (EFD) und dem Präsidenten der Schweizer Nationalbank (SNB) vertreten. Die Koordination der Beziehungen zum IWF obliegt dabei dem EFD. Auf operativer Ebene bestimmt das Geschehen der Exekutivrat, der aus 24 Stimmrechtsgruppen besteht. Die Schweiz leitet seit 1992 eine Stimmrechtsgruppe (die sogenannte Helvetistan-Gruppe), der auch Polen, Serbien, Aserbeidschan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan angehören. Dadurch kann die Schweiz trotz ihrer bescheidenen Grösse aktiv beim IWF mitwirken und dessen Kurs mitbestimmen. Der Kapital- und damit Stimmrechtsanteil der Schweiz beträgt beim IWF 1,6 %, der Anteil der gesamten Stimmrechtsgruppe rund 2,9 %.
Im IWF verfolgt die Schweiz hauptsächlich ordnungs-, geld- und entwicklungspolitische Ziele, während bei der Weltbank entwicklungspolitische Überlegungen dominieren. Als wichtiges Geberland hält sie innerhalb des IWF an ihrem Engagement zu Gunsten der ärmsten Länder fest. Die Schweiz beteiligt sich folgerichtig an der Finanzierung von zinsvergünstigten IWF-Krediten für die ärmsten Länder. Die DEZA setzt sich u.a. dafür ein, dass die entwicklungspolitische Sicht in die Schweizer Verhandlungsposition einfliesst.
Die Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV) verfasst ein Informationsbulletin zum IWF. Es erläutert die aktuellen IWF-Geschäfte und die entsprechende Schweizer Position.
Weiterführende Informationen und Dokumente
- Frühjahrstagung 2012 von IWF und Weltbank
- Jahrestagung 2011 von IWF und Weltbank
- Jahrestagung 2010 von IWF und Weltbank
- Jahrestagung 2009 von IWF und Weltbank in Istanbul