Gründung
1977
Hauptsitz
Rom (Italien)
Mitglieder
165 Staaten
Organe
Gouverneursrat (mit der Vertretung aller Mitgliedstaaten) als oberstes Entscheidungsgremium; Exekutivdirektorium als operatives, ständiges Entscheidorgan (18
Mitglieder)
Präsident
M. Kanayo Nwanze (Nigeria)
Finanzierung
Mitgliederbeiträge, Darlehensrückflüsse sowie Investitionserträge
Schweizer Beitrag 2009
7,1 Mio. CHF
Link
www.ifad.org
Internationaler Agrarentwicklungsfonds (International Fund for Agricultural Development IFAD)
Der Internationale Agrarentwicklungsfonds (International Fund for Agricultural Development IFAD) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit dem Ziel, die Armut auf dem Lande zu bekämpfen. Seine Gründung im Jahr 1977 war eine Reaktion der Industrieländer der OECD, der OPEC-Mitgliederstaaten und der Entwicklungsländer auf die schwere Nahrungsmittelkrise, die in den siebziger Jahren den Sahel heimgesucht hatte.
| Die Hauptaufgaben des Internationalen Agrarentwicklungsfonds (IFAD |
"Enabling the rural poor to overcome poverty" (IFAD mission statement)
Ziel des IFAD ist die Förderung der landwirtschaftlichen Entwicklung und die Reduktion der Armut in den ländlichen Regionen der Entwicklungsländer. Der Fonds hilft der armen Bevölkerung, ihre
landwirtschaftliche Produktion und ihre Einkommen zu steigern. Der IFAD ist heute die einzige internationale Finanzinstitution, die sich ausschliesslich auf die Armutsbekämpfung in ländlichen
Gebieten konzentriert.
Die Mittel des Fonds fliessen hauptsächlich in die nachfolgenden sechs Bereiche. Mit dieser Unterstützung soll der Zugang der armen ländlichen Bevölkerung zu den erforderlichen Ressourcen erleichtert
und ihre Kapazitäten gestärkt werden:
- Natürliche Ressourcen, insbesondere Wasser und Boden
- Neue landwirtschaftliche Technologien und Produktionsdienstleistungen
- Ein breites Angebot an ländlichen Finanzinstrumenten
- Transparente und wettbewerbsfähige Märkte für landwirtschaftliche Produktionsmittel und Güter
- Beschäftigungsmöglichkeiten ausserhalb der Landwirtschaft und Gründung von Kleinunternehmen im ländlichen Raum
- Prozesse zur Ausarbeitung von Politiken und Programmen auf lokaler und nationaler Ebene.
Die Zielgruppen des IFAD sind die Ärmsten der Weltbevölkerung, so z.B. Kleinbauern, landlose Landarbeiter, nomadisierende Viehzüchter, Fischer, indigene Völker und ländliche arme Frauen. Folgerichtig vergibt der Fonds den grössten Teil seiner Ressourcen in Form besonders günstiger Kredite an die ärmsten Länder. Mehr als die Hälfte der Darlehen und Spenden der FAO kommen Afrika südlich der Sahara zugute.
IFAD gewährt jährlich neue Kredite in der Höhe von über 700 Millionen US-Dollar. Der Fonds wird alle drei Jahre aufgefüllt, um seine Finanzierung sicherzustellen. Bis heute wurden 10,8 Milliarden US-Dollar in mehr als 800 Projekte und Programme investiert; davon konnten bisher über 340 Millionen Menschen profitieren.
| Der Internationale Agrarentwicklungsfonds (IFAD) und die Schweiz |
Die Schweiz ist seit 1977 Mitglied des Fonds.
Oberstes Entscheidungsgremium ist der Gouverneursrat, der zentrale Entscheidungen trifft, wie z.B. über die Aufnahme neuer Mitglieder, die Wahl des Präsidenten oder Beschlüsse zur strategischen
Ausrichtung. Die Schweiz ist in diesem Gremium mit je einem Vertreter des seco und des DEZA vertreten.
Der Verwaltungsrat setzt sich aus 18 Exekutivdirektoren zusammen – acht davon kommen aus OECD-Ländern, vier aus OPEC-Staaten und sechs aus anderen Entwicklungsländern – und aus 18 Vize-Exekutivdirektoren. Die Schweiz ist mit einem Vize-Exekutivdirektor vertreten. Der Verwaltungsrat genehmigt das Arbeitsprogramm, Gesuche um Projektfinanzierungen und entscheidet über das jährliche Verwaltungsbudget.
Die Schweiz hat beim IFAD einen Stimmrechtsanteil von 1,37 %. Sie beteiligte sich an der letzten Wiederauffüllung des Fonds (IFAD-VIII 2010-2012) mit einem Beitrag von 21,3 Millionen Franken. Seit der Schaffung des Fonds leistete die Schweiz Beiträge von über 120 Millionen US-Dollar an diese Institution (einschliesslich 8. Wiederauffüllung des Fonds).