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Internationale Finanzierungsinstitutionen (IFI)

Die meisten Entwicklungsländer sind auf Kapital und Wissen von aussen angewiesen, um ihren Entwicklungsprozess voranzutreiben. Von privater Seite her erhalten sie diese Mittel aufgrund des Länderrisikos jedoch nicht in ausreichendem Masse. Die internationalen Finanzierungsinstitutionen (Weltbank, regionale Entwicklungsbanken und -fonds sowie der internationale UNO-Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung IFAD) helfen, diese Lücke zu füllen.

Die Entwicklungsbanken nehmen auf der Grundlage des Eigenkapitals, das die Mitglieder einbezahlt und gezeichnet haben, auf den internationalen Kapitalmärkten Gelder auf. Diese Mittel stellen sie den Entwicklungsländern zu marktähnlichen Konditionen für Projekte und Investitionen zur Verfügung. Im Unterschied zu üblichen Geschäftsbanken ergänzen die Entwicklungsbanken die Kredittätigkeit durch beratende und unterstützende Tätigkeiten.

Doch diese Finanzierungsmöglichkeit erreicht nicht alle Entwicklungsländer; gerade die ärmsten Länder können davon nur beschränkt Gebrauch machen. Die Entwicklungsbanken haben deshalb zusätzliche Fonds eingerichtet: die IDA bei der Weltbank, den Afrikanischen und den Asiatischen Entwicklungsfonds sowie den Fonds für Spezialaufgaben FSO bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank). Diese Fonds vergeben an die ärmsten Mitgliedländer zinsgünstige Kredite mit langer Laufzeit bzw. nicht rückzahlbare Zuschüsse. Die Geberländer wie die Schweiz füllen diese Fonds alle drei bzw. vier Jahre wieder mit Beiträgen auf und versorgen sie so längerfristig mit Mitteln. Zur Kategorie Fonds zählt auch der Multilaterale Investitionsfonds MIF der Interamerikanischen Entwicklungsbank, der Klein- und Kleinstunternehmen fördert.

Die wichtigsten Entwicklungsbanken bzw. Fonds

Die Weltbank als bedeutendste Entwicklungsbank wurde im Juli 1944 gleichzeitig mit dem Internationalen Währungsfonds IWF (International Monetary Fund IMF) in Bretton Woods (USA) gegründet. Die sogenannten Bretton Woods-Institutionen sind aber mit bewusst unterschiedlichen Mandaten versehen. Der IWF ist für die Sicherung und Förderung der internationalen Finanzstabilität zuständig, während die Weltbank mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung sowie der Armutsbekämpfung in den Mitgliedländern beauftragt ist.

Die regionalen Entwicklungsbanken (Afrikanische Entwicklungsbank, Asiatische Entwicklungsbank, Interamerikanische Entwicklungsbank) sind nach dem Modell der Weltbank aufgebaut. Im Gegensatz zu dieser verfügen hier die regionalen Mitgliedstaaten über die Mehrheit der Kapitalanteile und besitzen damit bessere Einflussmöglichkeiten. Die regionalen Entwicklungsbanken finanzieren Projekte und Programme ausschliesslich in ihren regionalen Mitgliedsländern. Ebenso wie die Weltbank verfolgen sie als Hauptziel die Armutsbekämpfung und fördern dazu eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung.

Um den privaten Sektor in Entwicklungsländern gezielt zu fördern, verfügt die Weltbank zusätzlich über die Internationale Investitionsgesellschaft IFC. Die IFC vergibt Kredite an lokale private Unternehmen und beteiligt sich an deren Kapital. Nach demselben Prinzip funktioniert die Internationale Investitionsgesellschaft IIC, eine Tochterorganisation der Interamerikanischen Entwicklungsbank, wobei sich die IIC mit der Kreditvergabe und den Kapitalbeteiligungen auf kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) konzentriert. Die Multilaterale Investitionsgarantieagentur MIGA der Weltbank schliesslich fördert Investitionen ausländischer Unternehmungen in den Entwicklungsländern. Zu diesem Zweck sichert die MIGA die Investoren gegen nicht-kommerzielle Risiken wie beispielsweise politische Unruhen ab.

Ein Spezialfall ist der Internationale Agrarentwicklungsfonds IFAD der UNO, der weltweit das Ziel der Erhöhung der Nahrungsmittelproduktion verfolgt und alle 3 Jahre wiederaufgefüllt wird.

Weiterführende Informationen und Dokumente