Die Bedeutung der multilateralen Zusammenarbeit
Einzelne Länder können die Probleme der Entwicklungsländer – wie Verschuldung oder Armut – nicht alleine beheben. Internationale Organisationen wie die UNO, die Weltbank und die regionalen Entwicklungsbanken bieten hier Hand mit ihrem grossen Wissen, ihrer langjährigen Erfahrung und ihren beträchtlichen Ressourcen.
Im Zeitalter der Globalisierung
werden Entwicklungsfragen immer komplexer. Grosse Probleme wie Armut oder Umweltverschmutzung machen nicht Halt vor Landesgrenzen - das solidarische Miteinander aller Länder, Völker und
Organisationen ist gefordert. Dabei spielt die multilaterale Zusammenarbeit eine zentrale Rolle, weil sie die Kräfte der Geber bündelt und eine politische Koordination erleichtert.
Gebündelte Kräfte
Organisationen, wie die Weltbank, die regionalen Entwicklungsbanken und die UNO verfügen - verglichen mit einem kleinen Land wie der Schweiz - über bedeutende finanzielle Mittel und entfalten eine
grosse Hebelwirkung. Ihre grossen Mittel erlauben aufwendige Projekte und Programme. Indem die Schweiz den multilateralen Institutionen Gelder zur Verfügung stellt, kann sie sich an grösseren
Vorhaben beteiligen und diese unterstützen. Das zusammengelegte Wissen einzelner Länder und der Internationalen Organisationen hilft dabei, die investierten Gelder wirksam einzusetzen und die
Projekte zu verbessern.
Die multilaterale Zusammenarbeit hat den weiteren Vorteil, dass ihre Projekte nicht von einzelnen Geberländern abhängen und somit weniger nationalen Partikulärinteressen unterliegen. Die Partnerländer profitieren von sogenannt ungebundener Hilfe und können die im Rahmen der jeweiligen Projekte benötigten Güter und Dienstleistungen auf dem Weg der internationalen Ausschreibung zu bestmöglichen Bedingungen beschaffen.
Globale Wirkung
Die Schweiz hat mit der multilateralen Zusammenarbeit die Möglichkeit, auch Länder zu unterstützen, die in der direkten (bilateralen) Hilfe nicht
berücksichtigt werden. Multilaterale Organisationen sind in fast allen hilfsbedürftigen Ländern tätig, so dass innovative Ideen - auch der schweizerischen bilateralen Hilfe - sowie globales Wissen
alle Entwicklungsländer erreichen.
Die Mitarbeit in multilateralen Organisationen erleichtert es zudem der Schweizer Wirtschaft, sich an internationalen Ausschreibungen der verschiedenen Finanzierungsinstitutionen zu beteiligen und
Aufträge zu erhalten. Die Schweiz ist Mitglied vieler internationaler Institutionen und beeinflusst dadurch deren Politiken.
Generell trägt die multilaterale Hilfe in den Entwicklungsländern zur Lösung von Problemen bei, die infolge ihrer Komplexität, ihrer politischen Sensibilität, ihrer globalen Relevanz oder wegen des erforderlichen Finanzvolumens die Möglichkeiten bilateraler Hilfe übersteigen. Während sich die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit vor allem um lokale Probleme kümmert, liegt die Stärke der multilateralen Institutionen darin, dass sie sich an globalen Reformvorhaben, umfassenden Programmen und Projekten von nationaler oder regionaler Bedeutung beteiligen können.
Weiterführende Informationen und Dokumente
- UNO
Entwicklungspolitische und humanitäre Herausforderungen sind zunehmend auf globaler Ebene zu lösen; ... - Internationale
Finanzierungsinstitutionen
Die meisten Entwicklungsländer sind auf Kapital und Wissen von aussen angewiesen, um ihren Entwicklu...