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Jahrestagung der Humanitären Hilfe

Neue Instrumente für komplexere Krisen

Lausanne, 14.3.2014 – Bundespräsident Didier Burkhalter und DEZA-Direktor Martin Dahinden haben zu den humanitären Akteuren der Schweiz gesprochen. Präsentationen von Schweizer Expertinnen und Experten informierten über die Reaktion der Humanitären Hilfe auf aktuelle Krisen.

 Dossier: Reden, Videos, Medienmitteilung

Einsatzmittel

Die Humanitäre Hilfe des Bundes definiert vier Einsatzmittel: Personal, Geldbeiträge, Nahrungsmittel und Material. Sie werden nach Möglichkeit kombiniert, um die Wirkung der Hilfsleistungen zu optimieren.

Erdbeben, Indonesien, Padang, 2009 Personal
Im Katastrophefall werdenSpezialisten und Einsatzgruppen des SKH entsendet. Um in Notsituationen rasch und angemessen reagieren zu können, verfügt die Humanitäre Hilfe des Bundes zusätzlich über Soforteinsatzteams, die in enger Zusammenarbeit mit der UNO und den Regierungen der betroffenen Länder Abklärungen im Krisen- und Katastrophengebiet vornehmen und erste Unterstützungsschritte einleiten können.

Geldbeiträge
im Zusammenhang mit gross angelegten, miteinander verbundenen Aktionen internationaler humanitärer Organisationen, haben Geldbeiträge in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Diese Beiträge der Humanitären Hilfe machen heute rund zwei Drittel der humanitären Gesamtausgaben des Bundes aus. Partner sind vor allem die grossen humanitären Organisationen, nämlich das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK), das World Food Programme (WFP), das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (HCR), United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA) und das für die Koordination der internationalen humanitären Hilfe zuständige UN-Organisation (OCHA).
Von grosser Bedeutung für die weltweite humanitäre Zusammenarbeit sind auch die Nicht-Regierungsorganisationen (NGO). Entsprechend erhalten vorallem die grossen schweizerischen Hilfswerke wie das Schweizerische Rote Kreuz (SRK), Caritas, Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS), Terre des hommes Lausanne (TdHL) und das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH Unterstützungsbeiträge.

Nahrungsmittelhilfe, Simbabwe, 2009 Nahrungsmittelhilfe
Den Schwerpunkt bilden Grundnahrungsmittel wie Mehl (Weizen, Mais, Reis etc.) und Milchprodukte (Milchpulver, Käse). Dabei gelten die generellen Grundsätze der Humanitären Hilfe des Bundes: Die Unterstützung hat sich nach den Bedürfnissen der begünstigten Bevölkerung zu richten. Die Nahrungsmittel werden wenn immer möglich direkt vor Ort oder in der näheren Region eingekauft. Grundnahrungsmittel, mit denen die Zielbevölkerung vertraut ist, haben gegenüber nicht-einheimischen Nahrungsmitteln stets den Vorrang.

Zelte für Lager in Padang, Indonesien, 2009 Material
In der Materialzentrale des SKH stehen Zelte und Notbehausungen für weit über 10 000 Menschen bereit. Hinzu kommen medizinisches Notfallmaterial zur Versorgung von rund 10 000 Personen während dreier Monate, mobile Trinkwasserlabors und diverses weiteres überlebensnotwendiges Material. Bei Bedarf können zusätzliche Artikel in der Schweiz oder regional eingekauft und in die Katastrophen- und Krisengebiete geschickt werden.

Cash-Projekte – eine innovative Form der humanitären Hilfeleistung
Bei Cash-Projekten erhalten die Opfer eines Konflikts oder einer Naturkatastrophe nicht mehr die klassische Hilfeleistung in Form von Nahrungsmitteln oder anderen Gütern. Stattdessen erhalten sie Bargeld – ausbezahlt oder auf ein Bankkonto gutgeschrieben – oder Gutscheine, mit welchen sie auf dem lokalen Markt ihre Bedürfnisse abdecken können.
Bargeld oder Gutscheine können an bestimmte Bedingungen geknüpft werden, etwa bezüglich des Verwendungszwecks oder bezüglich eines bestimmten Verhaltens, zum Beispiel der Teilnahme an einer Ausbildung..

Beispiele
Cash for Shelter / for Host Families:
Familien, die Flüchtlinge oder Vertriebene bei sich aufnehmen, erhalten Bargeld für die Bereitstellung der Unterkunft.
Cash for Most Vunerables: Bedürftige erhalten Bargeld um in einer wirtschaftlichen Notlage das Existenzminimum zu sichern (z.B. in Form von Winterhilfe).
Cash for Work: Gegen Bezahlung werden lokale Helfer/innen beschäftigt, um Trümmer wegzuräumen, Strassen auszubessern und die Infrastruktur zu reparieren.
Cash for Repair and Reconstruction: Opfer von Naturkatastrophen oder Konflikten erhalten Bargeld, um ihr Zuhause zu reparieren oder neu aufbauen.
Cash for Livelihood: Opfer von Naturkatastrophen oder Konflikten erhalten Bargeld, damit sie die Grundlagen ihrer Einkommens wieder herstellen können, zum Beispiel durch die Anschaffung von Tieren.
Voucher for Seeds: Ausgewählte Haushalte erhalten Gutscheine, welche sie gegen Saatgut eintauschen können.
Cash for Loan: Kleinbetriebe erhalten Bargeld in Form eines Kredits, dessen Rückzahlung den lokalen Gemeinden für soziale Aufgaben zur Verfügung steht.

Vorteile von Cash Projekten
Cash-Projekte sind eine innovative, effiziente und unbürokratische Hilfe zur Selbsthilfe, sofern funktionierende lokale Märkte und sichere Finanzkanäle gegeben sind.
Cash-Projekte versetzen einerseits die Opfer in die Lage, ihr gegenwärtiges und zukünftiges Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Andererseits stärken Cash-Projekte die lokale Wirtschaft, statt diese zu konkurrenzieren. Zudem sind Cash-Projekte normalerweise günstiger, da Transport, Lagerung und Verteilung von Gütern entfallen. Die Erfahrungen der DEZA zeigen zudem, dass die Begünstigten ihr Geld sorgfältig und überlegt einsetzen und dass kein erhöhter Missbrauch festzustellen ist.


Weiterführende Informationen und Dokumente