Was sind die Millenniumsentwicklungsziele?
Über eine Milliarde Menschen leben mit weniger als USD 1.25 pro Tag in tiefer Armut. Mit der Verabschiedung der Millenniumserklärung und den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs) im Jahr 2000 streben die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen an, die extreme Armut auf der Welt bis zum Jahr 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Auch die Schweiz leistet ihren Beitrag zur Erreichung dieser vorgegebenen Ziele.

Die Mitgliedsländer der Vereinten Nationen einigten sich im Jahre 2000 auf acht Millenniumsentwicklungsziele: Bis 2015 sind Armut und Hunger im Vergleich zu 1990 um die Hälfte zu reduzieren, die allgemeine Primarschulbildung für alle zu gewährleisten, die Gleichbehandlung der Geschlechter durchzusetzen, die Mütter- und Kindersterblichkeit um zwei Drittel beziehungsweise drei Viertel zu senken, die Verbreitung von HIV/AIDS, Malaria und anderen Krankheiten einzudämmen, die ökologische Nachhaltigkeit zu sichern sowie eine globale Partnerschaft für Entwicklung aufzubauen.
Rückschritte wegen Krisen
Mit den Millenniumsentwicklungszielen hat sich die Staatengemeinschaft erstmals für einen konkreten Zeitrahmen globale Entwicklungsziele gesetzt. Bis 2015
sollen die Ziele unverändert und mit Energie angestrebt werden. Die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009 gefährden jedoch erreichte Fortschritte oder haben Teile
davon rückgängig gemacht. Die UNO schätzt, dass im Jahr 2009 wegen steigender Preise durch die Nahrungsmittel-, Öl- und Finanzkrisen die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, um mindestens
50 Mio. zunahm.
Klimawandel und Naturkatastrophen, Migration, bewaffnete Konflikte: Auch diese Faktoren üben enormen Druck auf Entwicklungsländer aus, erschöpfen ihre Ressourcen und beeinträchtigen somit die Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele. Ohne Frieden, Sicherheit und Menschenrechte können die Millenniumsentwicklungsziele daher nicht erreicht werden.
Universelle Rechte
Laut UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon repräsentieren die Ziele „menschliche Bedürfnisse und Grundrechte“. Alle Menschen weltweit hätten Anrecht auf diese universellen
Rechte: Freiheit von Hunger und extremer Armut; das Recht auf eine gute Bildung, produktive und ehrbare Arbeit, Gesundheit und Behausung; das Recht der Frauen, ihre Kinder ohne ihr Leben zu riskieren
auf die Welt zu bringen; eine Welt in der ökologische Nachhaltigkeit eine Priorität ist und in der Frauen und Männer gleichberechtigt sind.
“Entwicklungspolitische Meilensteine”
In der Schweizer Entwicklungspolitik hat die Armutsbekämpfung absolute Priorität, in Einklang mit den Millenniumszielen. „Die Schweiz betrachtet
die Millenniumserklärung und die Millenniumsentwicklungszielen als entwicklungspolitische Meilensteine. Beide tragen dazu bei, der globalen politischen Verpflichtung zur Armutslinderung hohe
Priorität auf der internationalen und der nationalen Agenda zu geben und die Öffentlichkeit zu mobilisieren. Auf politischer Ebene werden die Millenniumserklärung und
die Millenniumsentwicklungszielen in den kommenden Jahren die Entwicklungspolitik der Schweiz und auch andere Politikbereiche anleiten.“
Dies sagte der Bundesrat anlässlich des ersten Zwischenberichts zu den Millenniumsentwicklungszielen 2005. Diese Aussage gilt auch heute noch. Zusammen mit Partnern in der Schweizer Zivilgesellschaft, in der Privatwirtschaft sowie aus Forschung und Wissenschaft, arbeitet die Schweizer Entwicklungszusammenarbeit auf die Erreichung der Millenniumsziele hin – bis 2015 und darüber hinaus.