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MDG Summit 2010
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Interviews with Martin Dahinden, Director of SDC and Jeffrey Sachs, Director of the Earth Institute at Columbia University and Director of the UN Millenium Goals.
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Interview
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„Wenn es der Welt gut geht, geht es auch der Schweiz gut“


Wie realistisch sind die Millenniumsentwicklungsziele? Warum ist es auch für die Schweiz wichtig, dass die Ziele erreicht werden? Diese und weitere Fragen beantwortet Anton Stadler, Chef der Sektion Analyse und Politik der DEZA.

Interview

Die Schweiz und die Millenniumsentwicklungsziele

Die Millenniumsentwicklungsziele der UNO sind der wichtigste weltweite Rahmen zur Reduktion der Armut. DEZA-Direktor Martin Dahinden erklärt, welche Rolle die Ziele in der Schweizer Entwicklungszusammenarbeit seit 2000 gespielt haben und auch nach 2015 spielen werden.

martin_dahinden140.jpgEntwicklungserfolge …
Das Positive vorweg: Bei der weltweiten Armutsverminderung, bei der Grundausbildung, der Geschlechtergleichstellung in der Primarschule sowie beim Zugang zu Wasser wurden in den vergangenen Jahren wichtige Fortschritte erzielt. Gerade in diesen Bereichen konnte die Schweiz viel zum internationalen Erfolg beitragen. Ihr Engagement in der ländlichen und landwirtschaftlichen Entwicklung sowie der Wirtschaftsförderung in Partnerländern ist gut auf Armutsreduktion ausgerichtet und ermöglicht es sehr vielen Menschen, ein Leben in Armut hinter sich zu lassen. Auch im Wassersektor leistet die Schweiz wertvolle Beiträge zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele: Dank den Schweizer Programmen erhalten schätzungsweise 370'000 Personen pro Jahr einen besseren Zugang zu Trinkwasser und Siedlungshygiene, während ungefähr 30'000 Personen jährlich von verbesserten Bewässerungssystemen profitieren.

… und Rückschläge
Allerdings fällt die Gesamtbilanz der internationalen Staatengemeinschaft auf dem Weg zur Erreichung der acht Millenniumsziele gemischt aus: Die positiven Entwicklungen bis 2007 wurden teilweise durch die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 rückgängig gemacht. Um Armut und Hunger gegenüber 1990 auf die Hälfte zu reduzieren – was das erklärte Hauptziel ist –, bleibt noch viel zu tun. Nach wie vor leben rund 1,4 Mrd. Menschen in extremer Armut.

Mit den Millenniumsentwicklungszielen in die Zukunft
Die Schweiz bleibt weiterhin engagiert und dem internationalen Bestreben verpflichtet, die Millenniumsentwicklungsziele zu erreichen. So setzt sie sich in ihren Partnerländern verstärkt ein für den Auf- und Ausbau von Gesundheitsdienstleistungen, um die Zahl von Kindern und Müttern, die aufgrund von Armut sterben, weiter zu reduzieren. Gleichzeitig geht sie die drängenden globalen Herausforderungen von Ernährungssicherheit, Klimawandel, Wasser und Migration noch gezielter an. Mit entsprechenden Globalprogrammen trägt sie bei zu einer verbesserten Nahrungsmittelversorgung in armen Ländern, erhöhter ökologischer Nachhaltigkeit und Sicherung der Biodiversität, besserem Wassermanagement sowie der Maximierung positiver Aspekte von Migration für die Entwicklung.

Die Millenniumsentwicklungsziele bleiben in den kommenden Jahren auch für die Schweiz ein wichtiger und nützlicher Orientierungsrahmen. Dass in den verbleibenden fünf Jahren wahrscheinlich nicht mehr alle Ziele erreicht werden können, ist für mich kein Grund zur Entmutigung. Im Gegenteil: Es ist ein Ansporn, unsere Anstrengungen entschieden zu verstärken.

Was folgt nach 2015?
Dieses Credo gilt selbstverständlich auch für die Zeit über 2015 hinaus. Die heutigen Millenniumsentwicklungsziele sind ein wertvolles Monitoring-Instrument. Sie zeigen auf, wie sich die Auswirkungen oder Symptome von Armut in einzelnen Ländern, regional und global verändern. Bei einer allfälligen künftigen Diskussion um neue internationale Zielvereinbarungen nach 2015 wird die Schweiz unter anderem darauf hinwirken, dass bei der Formulierung künftiger Ziele die Ursachen von Armut stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden. Zu den Ursachen gehören Konflikte, fragile Staatlichkeit, soziale Ausgrenzung, mangelnde Wirtschaftsleistung, zu geringe Mobilisierung eigener Mittel durch die Wohlhabenden in armen Ländern, mangelhafte Qualität der Regierungsführung, zu wenig Bildungs- und Gesundheitsinvestitionen, und anderes.

Auch in dieser Hinsicht wird sich die Schweiz weiterhin aktiv an einer international koordinierten Lösungsfindung beteiligen.

Martin Dahinden
Direktor der DEZA

Weiterführende Informationen und Dokumente

  • Millenniumsentwicklungsziele - Zwischenbericht der Schweiz 2010
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