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Rettungssanität in Libanon

Zwischenbilanz des Projekts im Jahr 2008

Mit viel Schwung wird die Ausbildung von freiwilligen Rettungssanitätern des CRL vorangetrieben. Gross war die Freude der angehenden Instruktoren und Instruktorinnen des Libanesischen Roten Kreuzes (CRL) am Abend des 9. November 2008, erschöpft sahen sie aus, ebenso das Ausbildungsteam des EMS-Kurses (Emergency Medical Services): Von den anfänglich 26 Teilnehmenden beim ersten Ausbildungsmodul im Juli 2008 sind nach dem zweiten Modul, das im November stattfand, noch 24 dabei. Fünf davon müssen den theoretischen Teil im Februar 2009 wiederholen, aber die Chancen stehen gut, dass sie die Prüfung bestehen werden.

Einmal abgesehen von den statistischen Daten stellt dieses Ergebnis eine grosse Motivation dar für die Fortsetzung des DEZA-Projekts, das vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK), dem Universitätsspital Genf (HUG) und der Höheren Schule für Rettungssanität Genf (ECAMB) unterstützt wird.

Dr. Olivier Hagon, Verantwortlicher dieses Ausbildungsprogramms im Libanon, zieht Bilanz über die erste Umsetzungsphase eines Programms, das sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2010 den Wissensstand von rund 2 400 freiwilligen Rettungssanitätern des CRL anzugleichen: "Diese erste Phase, die nun bald abgeschlossen ist, hat uns gezeigt, dass das Kurskonzept und der Aufbau stimmen. Ausschlaggebend für den Erfolg war der Entscheid, das CRL als Ausgangspunkt und als tragendes Element dieses Projekts zu wählen."

Es gab praktisch keine Absenzen, und die Teilnehmenden stimmten den Inhalten und der Methodik des Kurses vollumfänglich zu. Sie zeichneten sich durch eine grosse Lernfähigkeit und Motivation aus, die durch ihre sozialen, menschlichen und beruflichen Kompetenzen abgerundet wurden und beim Ausbildungsteam einen starken Eindruck hinterliessen. Es sei daran erinnert, dass die libanesischen Rettungssanitäter alle als Freiwillige – ohne Entgelt - im Einsatz sind.

Auch das unermüdliche Engagement der beiden Kursverantwortlichen, Dr Olivier Hagon, Koordinator am HUG für das medizinische Modul der Schweizerischen Rettungskette, und Béatrice Crettenand Pecorini, Dozentin für paramedizinische Primärbetreuung (beauftragt durch die DEZA), soll hier hervorgehoben werden. Sie sind seit Beginn des Projektes im März 2007 dabei; seit September 2007 besuchten sie zahlreiche Sanitätsstationen im Land, unterhielten regelmässige Kontakte mit dem CRL und schufen ein Beziehungsnetz mit allen Projektpartnern, das sich langfristig als sehr nützlich erweisen wird.

Anpassung an internationale Standards

Das Modul Traumatologie/Unfallchirurgie, das vom 30. Oktober bis 9. November 2008 stattfand, umfasste verschiedene Themen, die theoretisch und praktisch angegangen wurden. Ausgehend von Szenarien wurden die Kenntnisse der angehenden Instruktoren und Instruktorinnen im Umgang mit verschiedenen Materialien geprüft: Halskrause, Beckengurt, KED (Kendrick Extraction Device), Schaufelbahre oder Vakuummatratze (scoop), Wirbelsäulenbrett (backboard, spine board) usw. Im theoretischen Teil wurden Verletzungen an Kopf, Hals, Brustkorb und Unterleib behandelt, aber auch ökologische Notsituationen nach Naturkatastrophen oder Industrieunfällen. Die Teilnehmenden mussten ebenfalls zeigen, dass sie mit sterilem Material umzugehen wissen und Nähte entfernen können.

Das Ausbildungsteam setzte sich aus folgenden Personen zusammen: Dr. Lionel Dumont, der bereits beim ersten medizinischen Modul dabei war, Béatrice Crettenand Pecorini, Dozentin für paramedizinische Primärbetreuung, und vier Sanitäter aus verschiedenen Städten der Westschweiz, Cédric Gremion, Marie-Hélène Imfeld, Laurent Jampen (zweiter Ausbildner) und Sandrine Richli.

Herausforderungen meistern

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass noch nicht alle Schwierigkeiten überwunden sind. Die Verantwortlichen der DEZA im Feld und jene des CRL sind sich bewusst, dass ein System aufgebaut werden müsste, das auch die libanesische Spitalinfrastruktur in den Gesamtprozess einbezieht. Wenn der Rettungsbereich dank einer besseren beruflichen Ausbildung der Sanitäter und Sanitäterinnen verstärkt wird, sollten auch die Spitäler bereit sein, die Zusammenarbeit zwischen Pflege- und Sanitätspersonal zu intensivieren und gleichzeitig die Rolle letzterer und ihre Kompetenzen im Umgang mit neuen Geräten und Einsatzmethoden zu anerkennen.

Zudem sollten Olivier Hagon und Béatrice Crettenand Pecorini in Partnerschaft mit dem medizinischen Komitee und den Ausbildungsverantwortlichen des CRL Indikatoren ausarbeiten, die ein Monitoring für die für 2009 geplanten Aktivitäten ermöglicht. Mit einem solchen Monitoring lässt sich der Weg der Instruktoren und Instruktorinnen weiterverfolgen, es kann gemessen werden, wie sie sich neues Wissen aneignen und es bei der Schulung zukünftiger Ausbildner einsetzen.

Bei der Ausarbeitung einer ersten Version eines Referenzhandbuchs für Ausbildner und Ausbildnerinnen sind ebenfalls Kompetenzen im Bereich Zeitmanagement und Umgang mit Inhalten gefragt. Ein erster Entwurf dieses wichtigen Instruments wird bis Ende Februar 2009 vorliegen. Er soll von den Instruktorinnen und Instruktoren im Feld getestet werden. Das CRL weiss um den engen – möglicherweise utopischen - Zeitplan für die Herausgabe der Schlussversion dieses Referenzhandbuchs. Es soll bereits Ende 2009 vorliegen und danach in die Arbeitssprachen des Rettungssanitätspersonals (Englisch, Arabisch und Französisch) übersetzt werden.

Einbezug des DEZA-Netzwerks

Das Ausmass der Aufgabe ist auch den Mitarbeitenden der DEZA bekannt, die regelmässig die Fortschritte der verschiedenen Projektphasen begleiten. Die Teilnehmenden des zweiten Moduls schätzten die Anwesenheit von Barbara Daetwyler, Chefin der Abteilung Europa und Mittelmeerraum, die von Véronique Bourquin, Verantwortliche für das Regionalprogramm Jordanien-Syrien-Libanon in Bern, begleitet wurde. Auch das Kooperationsbüro in Jordanien unter der Leitung von Santi Vege ist bestrebt, die verschiedenen Projektphasen aus der Nähe mitzuverfolgen. Sie und ihr Kollege Christian Boss stehen regelmässig im Kontakt mit den Kursleitenden und der IKRK-Delegation in Beirut.

Der Zufall wollte es, dass der Direktor des HUG, Bernard Gruson, auf einer Durchreise durch den Libanon den angehenden Instruktoren und Instruktorinnen sowie den Lehrkräften einen unerwarteten Besuch abstatte. Er unterstrich dabei die offizielle Unterstützung durch das HUG und gratulierte den Anwesenden für ihr grosses Engagement.

Eine solche Interessenübereinstimmung sollte ein gutes Vorzeichen sein, vorausgesetzt dass die Finanzierung dieses Projekts für die nächsten Jahre von den wichtigsten Geldgebern – DEZA und IKRK – bestätigt wird. Etwas, was sich die Akteure dieses besonderen Projekts auf alle Fälle wünschen.

Reportage Michèle Mercier

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Interview mit Georges Kettaneh und Nabih Jabr


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Interview mit Sandrine Tiller


Fotogallerien

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Indoor practical skills
Fotos Eid Atallah


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Mixed outdoor and indoor practical skills
Fotos Eid Atallah


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Jour de l'examen
Fotos Michèle Mercier


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Secouristes au Liban
Fotos Eid Atallah

Weiterführende Informationen und Dokumente